Kurz vor den Jahreszahlen steigt die Spannung rund um SAP. Am Donnerstag legt der Konzern seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor – und gleich mehrere zentrale Weichenstellungen stehen auf dem Prüfstand. Im Mittelpunkt: das Tempo im Cloud-Geschäft, die Profitabilität nach dem Transformationsprogramm und die Glaubwürdigkeit der KI-Strategie.

Aktuell notiert die SAP-Aktie bei rund 195,5 Euro und damit gut 3 % über ihrem jüngsten 52-Wochen-Tief, aber deutlich unter dem Februar-Hoch von 280,4 Euro. Der Abstand von gut 30 % zu diesem Höchststand zeigt, wie sensibel der Markt auf mögliche positive oder negative Überraschungen am 29. Januar reagieren dürfte.

Cloud-Auftragsbestand als Gradmesser

Für viele Investoren ist eine Kennzahl der Dreh- und Angelpunkt: der „Current Cloud Backlog“ (CCB). Er bündelt den vertraglich gesicherten zukünftigen Umsatz im Cloud-Segment – und damit in genau jenem Bereich, der SAPs Wachstum in den kommenden Jahren tragen soll.

Im dritten Quartal 2025 legte der CCB währungsbereinigt um 27 % zu. Für das traditionell starke Schlussquartal liegt die Latte damit hoch. Ein Plus von weniger als 25 % würde voraussichtlich als deutliche Abkühlung der Dynamik gewertet und könnte den ohnehin schwächeren Kursverlauf der vergangenen Monate zusätzlich belasten.

Wichtige Orientierungsmarken für den Markt sind derzeit:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SAP?

  • Aktueller Kurs: 195,54 Euro
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch (280,40 Euro): rund -30 %
  • Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt: etwa -16 %
  • Veränderung über 12 Monate: ca. -25,6 %

Diese Werte signalisieren: Die Erwartungshaltung an die Zahlen ist hoch, der Kurs aber bereits spürbar zurückgekommen. Überraschungen nach oben oder unten im Cloud-Auftragsbestand können deshalb starken Einfluss auf die kurzfristige Kursentwicklung haben.

Marge und KI-Strategie unter Beobachtung

Neben dem Wachstum rückt die Profitabilität in den Vordergrund. SAP hatte Anfang 2024 ein umfangreiches Transformationsprogramm gestartet, um die operative Marge zu steigern. Dazu gehörten der Abbau und die Umschulung von mehreren tausend Mitarbeitern. Mit den nun anstehenden Zahlen werden Investoren genauer sehen, ob diese Maßnahmen bereits sichtbar Wirkung zeigen.

Parallel dazu nimmt die Rolle von Künstlicher Intelligenz deutlich zu. Mit dem KI-Assistenten „Joule“ will SAP bestehende Angebote aufwerten und höherpreisige Cloud-Verträge durchsetzen. Zugleich gibt es im Markt die Sorge, dass generative KI langfristig Teile des margenträchtigen Beratungs- und Implementierungsgeschäfts verdrängen könnte.

Rückenwind erhält SAP hingegen von der Analystenfirma Gartner: In einem aktuellen Bericht wird der Konzern im Bereich „Source-to-Pay Suites“ als führend eingestuft, die technische Architektur der Lösungen zudem als „KI-nativ“ bezeichnet. Das stützt die strategische Erzählung, dass SAP KI nicht nur hinzufügt, sondern tief in seine Plattform integriert.

Anspruchsvolles Umfeld für Softwarewerte

Die Quartalszahlen fallen in eine Phase, in der die gesamte Softwarebranche von den schnellen Fortschritten bei generativer KI geprägt ist. Viele Geschäftsmodelle werden neu bewertet, alte Ertragsquellen hinterfragt. Vor diesem Hintergrund kommt es besonders darauf an, ob SAP zeigen kann, dass Cloud- und KI-Strategie nicht nur technologisch, sondern auch finanziell tragen.

Im Vorfeld der Veröffentlichung deuten Analystenschätzungen auf eine robuste Gewinnentwicklung im Schlussquartal 2025 hin. Entscheidend wird sein, ob SAP diese Erwartungen beim Cloud-Auftragsbestand, bei der Marge und mit klaren Aussagen zur KI-Positionierung bestätigt oder übertrifft.

Am 29. Januar liefert der Konzern die entscheidenden Antworten: Gelingt es, starkes Cloud-Wachstum mit verbesserter Profitabilität und einer glaubwürdigen KI-Story zu verbinden, könnte das der Aktie nach der Schwächephase neue Impulse geben. Bleiben zentrale Kennzahlen hingegen hinter der hohen Messlatte zurück, dürfte der zuletzt fragile Kursverlauf eher bestätigt als gebrochen werden.

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 27. Januar liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...