SAP Aktie: Wachstum bremst
SAP liefert operativ starke Zahlen – und wird trotzdem abgestraft. Der Knackpunkt liegt nicht beim Rekord im Cloud-Auftragsbestand, sondern beim Tempo der neuen Cloud-Verträge. Genau dieses Signal hat den Markt zuletzt kalt erwischt.
Nach dem heftigen Rücksetzer hat sich der Kurs zwar am Freitag erholt, doch das größere Bild bleibt angeschlagen: Auf 7 Tage steht die Aktie dennoch bei -13,82%, auf 12 Monate sogar bei -36,48%.
Warum der Markt trotz Rekordzahlen skeptisch reagiert
SAP meldete für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 einen Rekord beim Total Cloud Backlog von 77 Mrd. Euro (währungsbereinigt +22%). Auch beim Ergebnis zeigte das Unternehmen deutliche Fortschritte: Das Non-IFRS-Betriebsergebnis stieg im Gesamtjahr um 28%, der Free Cash Flow lag bei rund 8,2 Mrd. Euro.
Trotzdem drehte sich die Stimmung, weil ein anderer Indikator im Fokus stand: der Current Cloud Backlog als Gradmesser für kurzfristig erwartbare Cloud-Erlöse. Dieser wuchs im vierten Quartal nur um 16% (währungsbereinigt 25%). Laut CNBC hatten Analysten hier 26% Wachstum erwartet. Zusätzlich kündigte SAP an, dass sich das Cloud-Backlog-Wachstum 2026 „leicht verlangsamt“ entwickeln werde.
Die zentrale Botschaft für Anleger: Nicht die Größe des Auftragsbergs war das Problem – sondern die nachlassende Dynamik beim Neuabschluss-Tempo.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Total Cloud Backlog: 77 Mrd. € (Rekord; währungsbereinigt +22%)
- Cloud-Umsatz FY 2025: +23%
- Gesamtumsatz FY 2025: +8% auf 36,8 Mrd. €
- Free Cash Flow: ~8,2 Mrd. €
- Non-IFRS EPS FY 2025: 6,15 € (+36%)
- Aktienrückkauf: bis zu 10 Mrd. € über zwei Jahre (Start: Februar 2026)
Kursbild: Erholung ja, Trend weiter unter Druck
Der starke Abverkauf am 29. Januar war laut Quelltext der größte Tagesverlust seit Oktober 2020. In den bereitgestellten Kursdaten spiegelt sich die angespannte Lage vor allem im Abstand zu wichtigen Durchschnittswerten: Mit 170,56 € (Schlusskurs Freitag) liegt der Titel rund 26% unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Gleichzeitig notiert die Aktie nur 3,61% über dem 52-Wochen-Tief (164,62 €) – ein Zeichen, wie nah der Kurs zuletzt am „Boden“ entlanggeschrammt ist.
Ein kleines Gegengewicht: Der RSI (14 Tage) bei 51,8 wirkt weder klar überkauft noch überverkauft. Der Markt sucht also eher eine Richtung, als dass er schon in eine neue Trendphase übergeht.
Rückkaufprogramm und EU-Verfahren: Begleitmusik, aber nicht der Auslöser
Parallel zu den Zahlen kündigte SAP ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 10 Mrd. Euro über zwei Jahre an (Start im Februar 2026). Der Kursrutsch ließ sich damit jedoch nicht stoppen – ein Hinweis darauf, dass die Wachstumsbotschaft im Cloud-Geschäft kurzfristig schwerer wog als Kapitalmaßnahmen.
Als Hintergrundthema bleibt zudem das EU-Verfahren: SAP hatte bereits im September 2025 bestätigt, dass die Europäische Kommission formelle Verfahren zu den On-Premise-Wartungsrichtlinien eingeleitet hat; im November 2025 betonte das Unternehmen sein Engagement für fairen Wettbewerb.
Konkrete nächste Fixpunkte sind bereits terminiert: Am 26. Februar 2026 folgt der Integrierte Bericht 2025, am 23. April 2026 legt SAP die Zahlen für Q1 2026 vor – dann wird der Markt vor allem darauf schauen, ob sich das verlangsamt erwartete Cloud-Backlog-Wachstum tatsächlich in den neuen Quartalsdaten bestätigt.
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