SAP liefert operativ ab – und trotzdem dreht der Markt den Daumen nach unten. Denn ausgerechnet bei einer Schlüsselkennzahl im Cloud-Geschäft blieb der Konzern minimal hinter der eigenen Oktober-Erwartung zurück. Wie passt das zusammen?

Operativ stark – Cloud-Auftragseingang bremst die Story

Für das Geschäftsjahr 2025 meldete SAP ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 11%. Der Cloud-Umsatz legte um 26% zu, die Cloud ERP Suite wuchs sogar um 32%. Auch auf der Ertragsseite sieht es robust aus: Das non-IFRS-Betriebsergebnis stieg um 31% (währungsbereinigt) und lag damit über der eigenen Prognose.

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Der Knackpunkt für die Börse liegt jedoch im aktuellen Cloud-Auftragsbestand. Der wuchs währungsbereinigt um 25% – und damit leicht weniger als die im Oktober kommunizierten 26%. In einem Markt, in dem Erwartungen oft strenger zählen als solide Fortschritte, kann so eine kleine Abweichung reichen, um die Stimmung zu kippen.

SAP selbst begründet die etwas langsamere Dynamik mit einer Verschiebung hin zu sehr großen Deals und mehr Verträgen mit öffentlichen Auftraggebern. Solche Abschlüsse brauchen längere Anlaufphasen – sie kommen also oft später in den Zahlen an.

Rückkaufprogramm und Cashflow als Stabilitätsanker

Parallel zu den Zahlen kündigte SAP ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro an, verteilt über zwei Jahre. Der Free Cashflow lag 2025 bei rund 8,2 Milliarden Euro und damit am oberen Ende der Prognosespanne. Für 2026 stellt das Management etwa 10 Milliarden Euro in Aussicht.

Wichtig dabei: Operativ untermauert SAP damit, dass der Umbau Richtung Cloud nicht nur Wachstum bringt, sondern auch kräftig Liquidität.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Umsatzwachstum GJ 2025 (währungsbereinigt): +11%
- Cloud-Umsatz (währungsbereinigt): +26%
- Cloud ERP Suite (währungsbereinigt): +32%
- Non-IFRS-Betriebsergebnis (währungsbereinigt): +31%
- IFRS-Betriebsgewinn: +111%
- Cloud-Auftragsbestand gesamt: 77 Mrd. € (+30% währungsbereinigt)
- Free Cashflow 2025: ~8,2 Mrd. €
- Aktienrückkauf: bis zu 10 Mrd. € (2 Jahre)

Kursbild: Neues Tief trotz Zahlen

Die Quittung kam prompt: Heute notiert die Aktie bei 166,42 € und markiert damit zugleich das 52-Wochen-Tief. In den vergangenen 30 Tagen summiert sich das Minus auf -20,12%, über zwölf Monate auf -37,39%. Der Kurs liegt zudem deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 206,44 € – ein Zeichen, wie klar der Markt zuletzt auf „weniger als erwartet“ reagierte.

Zum strategischen Rahmen bleibt SAP bei seiner Linie: Cloud-Transformation und KI stehen im Zentrum. Bis Ende 2028 peilt der Konzern KI-getriebene Kosteneinsparungen von rund 2 Milliarden Euro auf Run-Rate-Basis an. Der nächste zentrale Prüfstein wird damit, ob sich die erwarteten Großdeals in den kommenden Quartalen sichtbar in einem wieder beschleunigten Wachstum des aktuellen Cloud-Auftragsbestands niederschlagen.

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