Kurz vor den nächsten Quartalszahlen erhält SAP einen strategisch wichtigen Vertrauensbeweis: Im neuen „Magic Quadrant for Source-to-Pay Suites 2026“ stufen die Analysten von Gartner den Konzern als Leader ein. Für eine Aktie, die seit dem Rekordhoch deutlich an Wert verloren hat, ist das mehr als nur ein PR-Erfolg – es geht um die Frage, ob die KI-Strategie des Unternehmens stark genug ist, um den Kurs wieder zu stabilisieren.

Gartner stärkt die KI-Story

Gartner positioniert SAP im Bereich Source-to-Pay als Marktführer. Bewertet wurden dabei insbesondere:

  • die Plattform SAP Ariba
  • das SAP Business Network
  • die technische Architektur als „KI-native“ Source-to-Pay-Suite
  • der Einsatz von „Agentic AI“ über den Assistenten Joule

SAP verfolgt dabei für 2026 den Ansatz, künstliche Intelligenz direkt in operative Beschaffungsprozesse einzubetten – statt KI nur als Zusatzmodul obenauf zu setzen. Gartner hebt genau diese tief integrierte Architektur als Stärke hervor.

Damit erhält SAP Rückendeckung in einem Segment, in dem die Frage nach praktischer, produktiver KI-Nutzung immer wichtiger wird. Für Investoren ist das vor allem deshalb relevant, weil der Konzern seine Wachstumsstory stark auf Cloud- und KI-gestützte Unternehmenssoftware stützt.

Deutlich unter Jahreshoch

Der positive Impuls trifft auf eine angeschlagene Kursbasis. Gestern schloss die Aktie bei 200,95 Euro und liegt damit rund 28 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 280,40 Euro vom Februar 2025. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Minus von 23,5 Prozent.

Einige zentrale Kennzahlen:

  • Schlusskurs gestern: 200,95 Euro
  • 52‑Wochen-Hoch: 280,40 Euro
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: -28,33 %
  • 52‑Wochen-Tief: 189,84 Euro (22. Januar 2026)
  • Abstand zum 52‑Wochen-Tief: 5,85 %
  • Performance 12 Monate: -23,51 %

Kurzfristig zeigt sich ein gemischtes Bild: In den letzten sieben Tagen legte der Kurs um 3,58 Prozent zu, auf 30‑Tage-Sicht steht jedoch ein Rückgang von 3,60 Prozent. Mit einem Abstand von gut 13 Prozent unter dem 200‑Tage-Durchschnitt bleibt der Titel übergeordnet unter Druck, der RSI von 51,8 signalisiert jedoch aktuell weder eine Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation.

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Quartalszahlen als Härtetest

Am Donnerstag, den 29. Januar, veröffentlicht SAP die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025. Im Mittelpunkt steht erneut das Cloud-Geschäft, das seit Jahren der zentrale Wachstumstreiber ist.

Wichtige Kennzahlen im Fokus:

  • währungsbereinigtes Cloud-Umsatzwachstum (Q3: 27 %)
  • Entwicklung des Cloud Backlog als Frühindikator

Der Markt rechnet für das Cloud-Segment mit einem währungsbereinigten Wachstum von etwa 26 Prozent. Beim Cloud Backlog hatte das Management klar gemacht, dass ein Plus von unter 25 Prozent als Enttäuschung gewertet würde. Die letzten Quartale zeigten hier einen leichten Rückgang des Tempos: 29 Prozent in Q1, 28 Prozent in Q2 und 27 Prozent in Q3.

Entscheidend wird sein, ob SAP diese Verlangsamung stoppen kann. Ein stabiler oder höherer Wert beim Backlog würde signalisieren, dass die Nachfrage nach Cloud-Lösungen – inklusive der KI-getriebenen Angebote – weiter solide bleibt.

Ausblick 2026 und EU-Risiko

Über die reinen Zahlen hinaus dürfte der Ausblick für 2026 im Zentrum stehen. Der Konsens erwartet ein berichtetes Cloud-Umsatzwachstum von rund 23 Prozent. Zudem wird spannend, ob das Management die bisherige Perspektive bestätigt, wonach sich das Gesamtumsatzwachstum bis 2027 beschleunigen soll.

Parallel bleibt das EU-Verfahren ein belastender Unsicherheitsfaktor. Die Europäische Kommission untersucht seit September 2025 die On-Premise-Wartungsrichtlinien des Konzerns. SAP hatte im November seine Haltung zu fairem Wettbewerb betont, konkrete Ergebnisse liegen bislang nicht vor. Solche regulatorischen Themen können zwar lange dauern, werden aber vom Markt als potenzielles Risiko eingepreist.

Trotz dieser Baustelle sieht etwa Morningstar den fairen Wert der Aktie bei 265 Euro und vergibt ein „Wide Moat“-Rating – ein Hinweis auf aus Sicht des Researchhauses nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

Fazit: Signal vor dem Zahlenmoment

Unterm Strich trifft die Gartner-Auszeichnung auf einen deutlich gefallenen, aber kurzfristig stabilisierten Kurs. Die KI-native Ausrichtung im Source-to-Pay-Bereich stützt die strategische Erzählung, die SAP für seine Cloud- und KI-Offensive benötigt.

Ob daraus mehr als nur ein Stimmungsimpuls wird, entscheidet sich bereits am Donnerstag: Liefert SAP beim Cloud-Wachstum Werte im Rahmen der Erwartungen und bestätigt gleichzeitig einen robusten Cloud Backlog sowie den avisierte Wachstumspfad bis 2027, könnte die Anerkennung durch Gartner zu einem Baustein für eine nachhaltigere Erholung des angeschlagenen Kurses werden.

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