SAP schiebt die eigene KI-Agenda mit Tempo an, an der Börse bleibt die Begeisterung vorerst verhalten. Technische Verkaufssignale, ein gekapptes Kursziel und ein deutlicher Abstand zum Jahreshoch bremsen die Aktie – und das keine zwei Wochen vor den nächsten Quartalszahlen. Spannend ist vor allem, ob die jüngsten KI-Neuheiten bald auch im Zahlenwerk sichtbar werden.

Charttechnik und Kursziel: Dämpfer vor den Zahlen

Im Xetra-Handel notiert die SAP-Aktie heute bei rund 210,80 Euro und damit leicht im Minus. Auf Sicht von zwölf Monaten steht jedoch ein Rückgang von gut 14 Prozent zu Buche. Vom 52‑Wochen-Hoch bei 280,40 Euro ist der Titel aktuell knapp ein Viertel entfernt.

Charttechnisch wirkt das Bild angeschlagen:

  • Kurs: 210,80 Euro
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: -24,82 %
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt: -10,50 %
  • 52‑Wochen-Tief: 201,95 Euro (Abstand: 4,38 %)

Der Abstand zur 200‑Tage-Linie signalisiert, dass der mittelfristige Aufwärtstrend ins Stocken geraten ist. Gleichzeitig liegt der Kurs nur noch wenige Prozent über dem Jahrestief – die Aktie sucht nach Orientierung.

Fundamental drückt eine aktuelle Einschätzung der UBS auf die Stimmung. Die Schweizer Bank bestätigt zwar ihr „Buy“-Votum, senkt das Kursziel aber von 300 auf 270 Euro. Damit bleibt das theoretische Aufwärtspotenzial aus Analystensicht hoch, der Anpassungsschritt wirkt dennoch wie ein Bremsklotz in einer ohnehin technisch sensiblen Phase.

SAP-RPT-1: Spezialisierte KI statt „Allzweckmodell“

Operativ meldet SAP derweil einen deutlichen Fortschritt im KI-Kerngeschäft. Im Rahmen der „Business AI Release Highlights Q4 2025“ hat der Konzern das Modell SAP‑RPT‑1 vorgestellt. Anders als klassische Large Language Models ist es konsequent auf Tabellendaten zugeschnitten – also genau auf den Datentyp, der in ERP- und Business-Anwendungen dominiert.

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Laut SAP übertrifft SAP‑RPT‑1 herkömmliche LLMs in diesem Spezialbereich deutlich:

  • Energieverbrauch: 50.000‑mal geringer als vergleichbare LLMs
  • Rechenaufwand: 100.000‑mal weniger GPU‑FLOPs
  • Inferenzgeschwindigkeit: 50‑mal schneller
  • Prognosequalität: bis zu 3,5‑mal bessere Vorhersagen bei Tabellendaten

Die Kombination aus höherer Effizienz und besserer Prognosequalität zielt klar auf Unternehmenskunden, die große Datenmengen mit vertretbaren Kosten und Latenzen auswerten wollen. Für ein Cloud- und ERP-Schwergewicht wie SAP ist das strategisch zentral.

Ergänzend dazu kündigt der Konzern die „EU AI Cloud“ an. Das Angebot soll KI-Dienste unter Wahrung der Datensouveränität innerhalb der EU bereitstellen – ein Punkt, der für viele europäische Konzerne regulatorisch und politisch entscheidend ist. Parallel dazu wird die Partnerschaft mit Snowflake vertieft; die gemeinsame Lösung soll im ersten Quartal 2026 allgemein verfügbar sein und die Integration von SAP-Daten in moderne Datenplattformen erleichtern.

Partner-Ökosystem und interne Weichenstellungen

Auch im Umfeld des Kerngeschäfts tut sich einiges. DXC Technology wurde als validierter Partner für „RISE with SAP“ bestätigt. Nach Unternehmensangaben bringt DXC rund 2.200 zertifizierte SAP Business‑KI‑Berater ein – ein Indiz dafür, dass SAP die Umsetzung seiner KI-Strategie stark über Partner skaliert.

Auf der internen Seite verschärft SAP die eigenen Nachhaltigkeitsvorgaben beim Flottenmanagement: Neue Dienstwagen sollen nur noch als Elektroautos zugelassen werden. Begründet wird der Schritt nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch – in der Gesamtkostenrechnung sieht der Konzern E-Autos inzwischen vor Verbrennern.

Quartalszahlen rücken näher

Die aktuelle Schwächephase an der Börse fällt zeitlich zusammen mit der Vorbereitung auf die nächsten Geschäftszahlen. Am 29. Januar 2026, vor Börsenbeginn, legt SAP den Bericht zum vierten Quartal 2025 vor.

Der Marktkonsens rechnet derzeit mit:

  • Gewinn je Aktie (EPS): 1,76 US‑Dollar
  • Umsatz: 9,77 Milliarden US‑Dollar

Im Fokus wird stehen, ob erste Erträge aus den neuen KI-Produkten sichtbar werden und ob der Konzern den skeptischeren Kurszielen der Analysten operativ etwas entgegensetzen kann. Gelingt es SAP, die Erwartungen beim Umsatz oder Ergebnis spürbar zu übertreffen und die eigene KI-Story mit Zahlen zu unterfüttern, könnte das die technische Schwächephase entschärfen und den Blick wieder stärker auf das Wachstumspotenzial lenken.

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