SAP krempelt seine Führungsstruktur um – mitten in einer schwierigen Phase. CEO Christian Klein gibt die Vertriebsverantwortung ab und konzentriert sich vollständig auf Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig verlässt ein weiterer Vorstand das Unternehmen. Die Aktie notiert derzeit rund 37 Prozent unter ihrem Jahreshoch.

Saueressig übernimmt Kundenkontakt

Ab dem 1. April führt SAP die Bereiche Customer Success sowie Customer Services & Delivery in der neuen Customer Value Group zusammen. Thomas Saueressig (40) übernimmt als Chief Customer Officer die gesamte Kundenbetreuung – von Vertrieb über Bereitstellung bis Support.

Für Christian Klein bedeutet das eine deutliche Entlastung. Der CEO hatte den Vertrieb seit 2024 kommissarisch geführt, nachdem Chief Revenue Officer Scott Russell das Unternehmen verlassen hatte. Klein will sich künftig vollständig auf KI-Themen fokussieren, wie aus einer internen E-Mail hervorgeht.

Parallel dazu kündigte Muhammad Alam seinen Abgang an. Der für Produktentwicklung und Engineering zuständige Vorstand wird seinen bis März 2027 laufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Bis dahin arbeitet er an der Weiterentwicklung des KI-Assistenten „Joule". Die Personalrochade erhöht die Fluktuation im SAP-Vorstand weiter.

Solide Zahlen, gedämpfte Reaktion

Die operativen Ergebnisse für 2025 können sich sehen lassen: Der Cloud-Umsatz stieg um 23 Prozent auf 21,02 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz um acht Prozent auf 36,80 Milliarden Euro. Der Free Cashflow nahezu verdoppelte sich auf 8,24 Milliarden Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SAP?

Dennoch reagierte der Markt verhalten. Der Cloud-Auftragsbestand im vierten Quartal enttäuschte Investoren, die nach dem starken Jahr eine aggressivere Prognose erwartet hatten. Für 2026 peilt das Management ein Cloud-Wachstum von 23 bis 25 Prozent an – solide, aber nicht spektakulär.

Hinzu kommt eine grundsätzliche Unsicherheit: Viele Anleger befürchten, dass KI-Modelle traditionelle Unternehmenssoftware schneller verdrängen könnten, als SAP neue Technologien monetarisiert. Diese Sorge belastet den gesamten Sektor.

Aktienrückkauf und Dividende

SAP begegnet dem Kursdruck mit Kapitalmaßnahmen. Im Februar startete ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu zehn Milliarden Euro, das bis Ende 2027 läuft. Für das Geschäftsjahr 2025 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie vor – zahlbar am 8. Mai 2026.

Die Dividendenpolitik zielt auf mindestens 40 Prozent des Non-IFRS-Gewinns nach Steuern ab. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, ist offen.

Quartalszahlen als Lackmustest

Die strategische Neuausrichtung auf KI ist eindeutig. SAPs KI-Copilot Joule unterstützt bereits über 210 Anwendungsfälle, bis Jahresende sollen es mehr als 400 werden. Kunden wie der FC Bayern migrieren auf Cloud-Lösungen, über 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen setzen auf SAP-Systeme.

Am 23. April folgen die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026. Dann muss das Management zeigen, ob die ambitionierten Ziele für das Gesamtjahr realistisch sind – und ob die Führungsumstellung erste Früchte trägt.

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 06. März liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...