SAP startet mit gemischten Signalen ins Jahr 2026: Während eine große Schweizer Bank ihr Kursziel spürbar senkt, heben US-Häuser ihre Erwartungen an. Parallel dazu meldet der Softwarekonzern neue Partnerschaften und KI-Lösungen für wichtige Kundensegmente. Entscheidend wird nun, ob die operativen Fortschritte stark genug sind, um die unterschiedlichen Einschätzungen zusammenzuführen.

Analystenprognosen driften auseinander

Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht die Kurszielanpassung der UBS. Analyst Michael Briest reduzierte sein Kursziel von 300 auf 270 Euro, behielt aber die Einstufung „Buy“ bei. Die Anpassung basiert laut UBS nicht auf einer SAP-spezifischen Schwäche, sondern auf dem gesunkenen Bewertungsniveau im gesamten Cloud-Software-Sektor. Sinkende Multiplikatoren der Vergleichsunternehmen drücken rechnerisch auf das faire Wertpotenzial.

Gleichzeitig hält die Bank an der Erwartung fest, dass 2026 eine Phase erneuter Wachstumsdynamik für den Konzern einleiten könnte. Die vorsichtigere Bewertung ist damit eher Ausdruck eines veränderten Sektorumfelds als eines Bruchs in der SAP-Story.

Ganz anders der Ton aus den USA: Jefferies hat sein Kursziel für die in New York gehandelte SAP-Aktie von 335 auf 340 US-Dollar angehoben. Unterstützung erhält diese optimistischere Sicht von Wells Fargo, die SAP als eine ihrer bevorzugten Softwarepositionen für den Start ins Jahr 2026 führt. Die Spannbreite der Kursziele zeigt, wie unterschiedlich die Bewertungsgrundlage für Technologiewerte derzeit interpretiert wird.

Wichtige Rahmendaten zur Bewertung:

  • Schlusskurs Dienstag Xetra: 213,45 Euro
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (280,40 Euro): rund −24 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Tief (201,95 Euro): gut +6 %
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt (235,55 Euro): ca. −9 %

Damit bewegt sich der Titel im unteren Bereich seiner jüngsten Handelsspanne, ohne in einen akuten Abwärtstrend zu kippen.

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Operative Impulse: Partnerschaft und KI-Offensive

Abseits der Analystenkommentare setzt SAP operativ Akzente. Der IT-Dienstleister DXC Technology wurde als „RISE with SAP Validated Partner“ bestätigt. DXC bringt ein Netzwerk von über 15.000 SAP-Experten mit und befindet sich selbst in einer umfassenden Migration auf die SAP Cloud-ERP-Plattform. Für SAP stärkt diese Partnerschaft insbesondere den Zugang zu Großkunden, die ihre ERP-Landschaften in die Cloud verlagern wollen.

Zusätzlich nutzte der Konzern die Branchenmesse NRF 2026, um neue KI-Funktionalitäten vorzustellen – mit klarem Fokus auf den Handel:

  • Retail Intelligence: Anbindung an die SAP Business Data Cloud für präzisere Verkaufsplanung und Bestandssteuerung.
  • Joule Copilot: KI-gestützte Assistenzsysteme für das Sortimentsmanagement.
  • Agentic Commerce: Erweiterungen in der Commerce Cloud für zielgenauere Kundenansprache und personalisierte Einkaufserlebnisse.

Diese Bausteine unterstreichen, dass SAP sein Cloud- und KI-Angebot entlang konkreter Branchenanforderungen ausbaut, was mittelfristig zusätzliche Erlösquellen erschließen soll.

Zahlen im Fokus: Erwartungen an Q4 und 2026

Der nächste harte Test für die aktuelle Bewertung steht bereits fest: Am 29. Januar 2026 legt SAP die Zahlen für das vierte Quartal vor. Die Markterwartungen sind klar umrissen:

  • Gewinn je Aktie (EPS) Q4: 1,50 Euro (Konsens) nach 1,37 Euro im Vorjahr
  • Umsatz Q4: 9,75 Mrd. Euro (erwartet) gegenüber 9,38 Mrd. Euro im Vorjahr
  • Gewinn je Aktie Gesamtjahr: Prognose der Analysten bei 6,04 Euro

Die Schätzungen implizieren moderates Umsatzwachstum und eine Verbesserung der Profitabilität. Angesichts eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses von rund 35 liegt die Aktie über dem Branchendurchschnitt von etwa 27,3. Ein Fair-Value-Modell von Simply Wall St kommt dennoch auf einen Wert von etwa 282 Euro und sieht damit Luft nach oben – vorausgesetzt, SAP liefert bei Wachstum und Margen.

Technisch betrachtet spiegelt der Kurs diese abwartende Haltung wider: Mit einem RSI von 51,8 notiert die Aktie im neutralen Bereich, der aktuelle Kurs liegt leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt (209,75 Euro), aber spürbar unter der 200‑Tage-Linie. Das Bild passt zu einer Konsolidierungsphase nach dem deutlichen Rücksetzer vom 52‑Wochen-Hoch.

Fazit: Bühne frei für den 29. Januar

Die SAP-Aktie steht zwischen vorsichtigen europäischen und deutlich optimistischeren US-Einschätzungen, während der Kurs derzeit rund ein Viertel unter dem Jahreshoch notiert. Operativ setzt der Konzern mit der DXC-Allianz und neuen KI-Funktionen im Handel wichtige Akzente, die das Cloud-Geschäft stützen sollen. Ob daraus neuer Kursauftrieb entsteht, entscheidet sich voraussichtlich mit den Q4-Zahlen am 29. Januar: Gelingt es SAP, die aktuellen Gewinnerwartungen von 1,50 Euro je Aktie und das Wachstumstempo nachvollziehbar zu untermauern, dürfte sich zeigen, ob das reduzierte UBS-Ziel von 270 Euro erreichbar bleibt oder das hohe Bewertungsniveau im Sektor den Spielraum begrenzt.

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