Salesforce Aktie: Schulden für Buybacks
Salesforce begibt die größte Anleihe seiner Unternehmensgeschichte – und das, während die Aktie auf einem Mehrjahrestief notiert. Der Schritt hat Ratingagenturen auf den Plan gerufen und wirft die Frage auf, wie viel Schulden ein Technologieunternehmen für Aktienrückkäufe aufnehmen sollte.
Rekordanleihe trifft auf verhaltene Nachfrage
Am 11. März 2026 brachte Salesforce eine Anleihe von bis zu 25 Milliarden US-Dollar auf den Markt – die größte Schuldtitelemission in der Geschichte des Unternehmens. Die Nachfrage der Anleiheinvestoren fiel dabei verhalten aus. Zuletzt hatte Salesforce 2021 den US-Anleihemarkt genutzt, damals für 8 Milliarden Dollar zur Finanzierung der Slack-Übernahme.
Der Erlös soll vollständig in das im Februar angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 50 Milliarden Dollar fließen. Allein im Geschäftsjahr 2026 schüttete Salesforce bereits mehr als 14 Milliarden Dollar – rund 99 Prozent des freien Cashflows – an Aktionäre aus. Hinzu kommt eine Dividendenerhöhung um 5,8 Prozent.
Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 22 Prozent verloren und notiert deutlich unter ihren historischen Höchstständen. Das Management nutzt die gedrückten Kurse, um Aktien günstig vom Markt zu nehmen.
Ratingagenturen reagieren mit Abstufungen
Der Strategiewechsel blieb nicht ohne Konsequenzen. Moody's stufte Salesforce auf A2 herab und bezeichnete die schuldenfinanzierte Rückkaufstrategie als „wesentliche Verschiebung in der Finanzpolitik" mit einer „höheren Toleranz für Fremdkapital". S&P Global Ratings änderte seinen Ausblick auf negativ.
Dabei ist Salesforce historisch gesehen konservativ finanziert. Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital liegt bei 0,29 – ein vergleichsweise niedriger Wert. Die Abstufungen spiegeln weniger eine akute Schuldenlast wider als die strategische Richtungsänderung selbst.
KI-Wachstum und schwache Wachstumsperspektiven
Der Kursrückgang hat konkrete Ursachen. Im Q4-Ergebnisbericht für das Geschäftsjahr 2026 übertraf Salesforce zwar die Analystenschätzungen bei Umsatz und Gewinn je Aktie. Doch der Ausblick enttäuschte: Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert das Management ein Umsatzwachstum von lediglich 10 bis 11 Prozent auf 45,8 bis 46,2 Milliarden Dollar. Bereinigt um den Zukauf von Informatica schrumpft das organische Wachstum auf den hohen einstelligen Bereich.
Gleichzeitig belastet eine sektorweite Sorge die Bewertung: Investoren fürchten, dass allgemeine KI-Lösungen die Nachfrage nach spezialisierter Unternehmenssoftware langfristig dämpfen könnten.
Dem steht ein messbarer Erfolg bei Salesforces eigenem KI-Produkt gegenüber. Agentforce verzeichnete seit dem Launch mehr als 29.000 abgeschlossene Deals, der jährlich wiederkehrende Umsatz stieg um 169 Prozent auf 800 Millionen Dollar. Der Gesamtumsatz des Geschäftsjahres 2026 wuchs um 10 Prozent auf 41,5 Milliarden Dollar, die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen um 14 Prozent auf 72 Milliarden Dollar.
Bewertung auf historisch niedrigem Niveau
Auf Basis der Gewinne der vergangenen zwölf Monate wird Salesforce mit einem KGV von 25 bewertet – weit unter dem Dreijahresdurchschnitt von über 130. Auf Forward-Basis liegt das Múltiplo bei rund 14,8 – günstiger als Microsoft, Oracle oder ServiceNow.
Ob die Kombination aus günstigerer Bewertung, aggressiven Rückkäufen und wachsendem KI-Geschäft ausreicht, um die Aktie zu stabilisieren, wird sich im zweiten Halbjahr 2027 zeigen – dann erwartet das Management eine Beschleunigung des organischen Wachstums.
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