Rekordeinnahmen, ein 50-Milliarden-Dollar-Aktienrückkaufprogramm und ein KI-Produkt mit dreistelligen Wachstumsraten – und dennoch notiert die Salesforce-Aktie weit unter ihren Höchstständen. Der Markt glaubt den Zahlen, zweifelt aber an der Nachhaltigkeit des Wachstums.

Rekordergebnisse im Geschäftsjahr 2026

Salesforce schloss das Fiskaljahr 2026 mit Rekordwerten ab. Der Gesamtumsatz stieg um zehn Prozent auf 41,5 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie legte um 23 Prozent auf 12,52 Dollar zu. Allein im vierten Quartal übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen deutlich: Der Quartalsgewinn je Aktie von 3,81 Dollar lag rund 25 Prozent über den prognostizierten 3,05 Dollar.

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Der freie Cashflow wuchs um 16 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar – ein Ausdruck operativer Stärke, der das Fundament für das neue Aktienrückkaufprogramm legt. Das Board genehmigte ein Rückkaufvolumen von 50 Milliarden Dollar, das größte in der Unternehmensgeschichte. Hinzu kommt eine leicht erhöhte Quartalsdividende von 0,44 Dollar je Aktie, zahlbar am 23. April 2026.

Agentforce: Wachstum mit offenen Fragen

Das KI-Produkt Agentforce ist derzeit das zentrale Wachstumsargument. Die Plattform, die Unternehmen autonome KI-Agenten zur Prozessautomatisierung bereitstellt, erreichte einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von 800 Millionen Dollar – ein Plus von 169 Prozent gegenüber dem Vorjahr. CEO Marc Benioff verwies auf 29.000 abgeschlossene Agentforce-Deals in den ersten 15 Monaten und eine Steigerung der aktiv produzierenden Kunden um fast 50 Prozent im vierten Quartal.

Große Unternehmenskunden wie Wyndham Hotels, General Motors und SharkNinja setzen Agentforce bereits in der Praxis ein. Wyndham etwa verzeichnete 5.000 Deployments in 8.300 Hotels und meldete eine zweiprozentige Steigerung der Direktbuchungen, die auf KI-Sprachagenten zurückgeführt wird.

Dennoch bleiben Schwachstellen erkennbar. Die Bereiche Marketing, Commerce und Tableau entwickeln sich weiterhin unterdurchschnittlich und dämpfen die Gesamtdynamik. Das Wachstum der kurzfristigen Vertragsobligation (CRPO) von 16 Prozent entsprach lediglich den Erwartungen – ein ungewohntes Bild für ein Unternehmen, das Analysten bislang regelmäßig übertroffen hat.

Ausblick auf FY27: Organisches Wachstum als Gradmesser

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce einen Umsatz zwischen 45,8 und 46,2 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von zehn bis elf Prozent entspricht. Dabei ist zu beachten: Rund drei Prozentpunkte entfallen auf den Beitrag der kürzlich übernommenen Informatica. Das organische Wachstum liegt damit noch im hohen einstelligen Bereich.

CFO Robin Washington zeigte sich zuversichtlich, dass sich das organische Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2027 beschleunigen wird. Als Beleg nannte sie das erstmalige Übergewicht neu gewonnener gegenüber verlängerten Auftragsvolumina in H2 FY26 sowie 120 abgeschlossene Agentforce Enterprise License Agreements allein im vierten Quartal.

Analysten sind gespalten. Goldman Sachs hält an der Kaufempfehlung fest, senkte das Kursziel jedoch von 330 auf 281 Dollar. Bernstein bleibt skeptisch und stuft die Aktie mit „Underperform" ein – mit dem Argument, Salesforce operiere in einem reifen Markt ohne hinreichendes Wachstumspotenzial.

Die Salesforce-Aktie liegt aktuell rund 18 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und damit deutlich unter den Niveaus, die die operativen Rekordergebnisse eigentlich nahelegen würden. Ob die erwartete Wachstumsbeschleunigung in H2 FY27 tatsächlich eintritt und den Markt überzeugt, entscheidet sich spätestens mit den Quartalsergebnissen des zweiten Halbjahres – und damit mit der Frage, ob Agentforce den Rückgang der Altgeschäfte dauerhaft kompensieren kann.

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