RWE Aktie: Gewinnmitnahmen nach Höhenflug
Nach einem frischen Fünf-Jahres-Hoch zum Wochenschluss gönnt sich die RWE Aktie zum Wochenauftakt eine Atempause. Aussagen von CEO Markus Krebber zu stabilen Großhandelspreisen und sinkenden Endkundenpreisen für Strom treffen auf einen Markt, der nach der starken Rally der vergangenen Wochen ohnehin reif für Gewinnmitnahmen war. Im Mittelpunkt steht die Frage: Handelt es sich um den Beginn einer Trendwende oder um eine normale Konsolidierung nach dem jüngsten Anstieg?
Die Fakten im Überblick
- Jüngst neues Fünf-Jahres-Hoch mit Schlusskurs von 46,91 Euro am Freitag
- Heute nur minimale Tagesveränderung von 0,06 % auf 46,86 Euro
- Auf Wochensicht ein Plus von 4,02 %, in den letzten 30 Tagen sogar 8,90 %
- Auf 12-Monats-Sicht liegt die Aktie rund 55 % im Plus
- Deutlicher Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von gut 23 %, Trend damit klar aufwärts
- RSI um 60 signalisiert ein fortgeschrittenes, aber noch nicht überdehntes Momentum
Trotz der leichten Verschnaufpause bleibt das Papier damit klar über allen relevanten Durchschnittslinien und hält den mittelfristigen Aufwärtstrend intakt.
Krebbers Strompreis-Aussagen als Auslöser
Ausgangspunkt der heutigen Marktreaktion sind neue Aussagen von RWE-Chef Markus Krebber zur Strompreisentwicklung im laufenden Jahr. Krebber stellt für 2026 eine Entlastung für viele Haushalte in Aussicht. Die Großhandelspreise für Strom dürften zwar stabil bleiben, insgesamt sollen die Rechnungen für Endkunden aber sinken.
Der zentrale Hebel dabei sind staatliche Zuschüsse zu den Netzentgelten. Krebber verweist darauf, dass diese Subventionen die Belastung der Verbraucher dämpfen und so trotz stabiler Großhandelspreise für niedrigere Endkundenpreise sorgen können. Für RWE als Erzeuger bedeutet das: kein unmittelbarer Preisschub von der Großhandelsseite, dafür aber ein Umfeld, in dem die politische Komponente der Stromrechnung stärker in den Vordergrund rückt.
Kurzfristig liefern diese Aussagen keinen zusätzlichen Treiber für höhere Margen. In Kombination mit dem starken Kursanstieg der vergangenen Wochen nutzten einige Anleger die Gelegenheit, um Kasse zu machen. Die heutige, sehr moderate Kursreaktion deutet dabei eher auf gesunde Gewinnmitnahmen als auf einen Stimmungsumschwung hin.
Technisches Bild: Korrektur im Aufwärtstrend
Charttechnisch bleibt das Bild konstruktiv. Nach dem Ausbruch über die Marke von 46 Euro am Freitag wird diese Zone nun erstmals getestet. Der aktuelle Kurs von 46,86 Euro liegt weiterhin:
- klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 44,56 Euro
- deutlich über dem 100-Tage-Durchschnitt von 41,41 Euro
- weit oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 37,99 Euro
Der starke Abstand zu den längerfristigen Durchschnitten unterstreicht die Dynamik der vergangenen Monate, signalisiert aber auch, dass Rücksetzer jederzeit möglich sind. Mit knapp 12 % Distanz zum 52-Wochen-Hoch bei 53,42 Euro ist noch Luft nach oben, ohne dass der Markt bereits in eine Übertreibungsphase geraten wäre. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 74 % macht allerdings klar, dass der Weg dorthin nicht ohne Schwankungen verlaufen dürfte.
Die im Ausgangstext genannte Unterstützungszone um 46,00 Euro bleibt kurzfristig eine wichtige Marke. Hält dieser Bereich, spricht vieles dafür, dass die jüngste Aufwärtsbewegung fortgesetzt werden kann. Ein nachhaltiger Bruch würde den Blick eher auf tiefere Niveaus lenken, die im Quelltext mit rund 45,20 Euro umrissen wurden.
Sektorumfeld und Energiewende-Druck
Die Stimmung im Energiesektor wird zusätzlich von neuen Zahlen zur Stromerzeugung in Deutschland geprägt. Demnach deckte Solarenergie im vergangenen Jahr rund 18 % des Stromverbrauchs – ein Rekordwert. Das erhöht den Druck auf klassische Erzeugungsmodelle und verschärft den Wettbewerb im Markt.
RWE ist von dieser Entwicklung doppelt betroffen: Einerseits steigen die Anforderungen im traditionellen Geschäft, andererseits investiert der Konzern selbst massiv in erneuerbare Energien und profitiert damit mittelfristig von genau diesem Strukturwandel. Der Kapitalmarkt honoriert diese strategische Neuausrichtung weiterhin, was sich in der robusten Kursentwicklung widerspiegelt.
Gleichzeitig begrenzen stabilisierte Großhandelspreise kurzfristig die Fantasie für stark steigende Margen. Krebbers Hinweise auf Versorgungssicherheit und gut gefüllte Gasspeicher unterstreichen jedoch, dass operativ kein Stresstest ansteht. Im Branchenvergleich zeigt sich die Aktie trotz der heutigen leichten Schwäche solider als Wettbewerber, die stärker von Rohstoffpreissprüngen abhängig sind.
Fazit und Ausblick
Unterm Strich fügt sich die heutige Entwicklung stimmig in das Bild der vergangenen Wochen ein: Ein Titel mit klar aufwärtsgerichtetem Trend, der nach einem kräftigen Anstieg eine technisch saubere Verschnaufpause einlegt. Ausschlaggebend sind weniger die Aussagen zur Strompreis-Entlastung selbst, sondern deren Zusammenspiel mit der bereits gelaufenen Rally.
Konkrete Impulse für eine Neubewertung dürften vor allem von zwei Seiten kommen: Zum einen von möglichen Anpassungen der Analystenmodelle an die nun präziser skizzierten Preiserwartungen für 2026, zum anderen von den anstehenden Quartalszahlen. Diese werden zeigen, wie ertragsstark RWE im aktuellen Preisgefüge tatsächlich agiert. Bis dahin bleibt entscheidend, ob die Zone um 46 Euro verteidigt werden kann – hält sie, spricht das klar für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends.
Rwe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rwe-Analyse vom 06. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Rwe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rwe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rwe: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








