Der Essener Energieversorger überrascht den Kapitalmarkt mit einer offensiven Doppelstrategie aus futuristischer Technologie und operativem Wachstum. Während in Italien die Kapazitäten für Erneuerbare Energien massiv ausgebaut werden, wagt der Konzern gleichzeitig den Einstieg in die Kernfusion. Investoren stehen nun vor der spannenden Frage: Ist dieser Mix aus solider Substanz und visionärer Wette der Treibstoff für eine langfristige Neubewertung?

Wette auf die unendliche Energie

RWE plant am ehemaligen Kernkraftwerksstandort Gundremmingen den Bau des weltweit ersten kommerziellen Stellarator-Fusionskraftwerks. Dies geht aus einem am heutigen Donnerstag unterzeichneten Memorandum of Understanding mit dem Startup Proxima Fusion, dem Freistaat Bayern und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik hervor. Das Projekt „Stellaris“ soll langfristig saubere Energie liefern, erfordert jedoch zunächst hohe Investitionen.

Als Vorstufe dient der Demonstrationsreaktor „Alpha“ in Garching, der in den 2030er Jahren erstmals eine positive Energiebilanz nachweisen soll. Die Finanzierung dieses Milliardenprojekts ruht auf mehreren Schultern: Neben privaten Investoren bei Proxima Fusion stellt Bayern bis zu 400 Millionen Euro in Aussicht. RWE bringt vor allem die Infrastruktur und Betreiber-Expertise ein. Dieser Schritt signalisiert, dass der Konzern über das klassische Wind- und Solargeschäft hinaus nach langfristigen technologischen Alleinstellungsmerkmalen sucht.

Operatives Wachstum in Italien

Parallel zur Zukunftsmusik liefert RWE im Kerngeschäft Fakten. Der Konzern verdoppelt seine im Bau befindlichen Kapazitäten in Italien auf 235 Megawatt (MW). Nach dem Startschuss für 112 MW im Vorjahr wurden nun weitere 123 MW angestoßen. Dazu gehören der Windpark „Alas“ auf Sardinien sowie mehrere große Solarprojekte in Kampanien und Sizilien.

Diese Projekte sind essenziell, um den Cashflow zu sichern, der wiederum Dividenden und Zukunftsinvestitionen finanziert. Insgesamt befinden sich aktuell 26 Windturbinen und 127.000 Solarmodule in der Umsetzung, die nach Fertigstellung über 190.000 Haushalte versorgen sollen.

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Sektor im KI-Fieber

Die strategischen Weichenstellungen fallen in eine Phase, in der Versorger an der Börse wieder gefragt sind. Ein wesentlicher Treiber ist der immense Energiehunger durch den Ausbau von KI-Rechenzentren. Hyperscaler wie Microsoft und Amazon benötigen verlässliche, grüne Energiequellen, was Unternehmen wie RWE in eine starke Verhandlungsposition bringt.

Dies spiegelt sich im Kursverlauf wider: Seit Jahresanfang legte das Papier um 15,05 Prozent zu. Auch wenn die Aktie heute im allgemeinen Marktumfeld leicht um 1,10 Prozent auf 53,90 Euro korrigiert, bleibt das technische Bild konstruktiv. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt komfortable 29,22 Prozent, was den übergeordneten Aufwärtstrend untermauert.

Zusätzliche Stabilität verleiht das laufende Aktienrückkaufprogramm. Allein in der vergangenen Woche kaufte RWE über 400.000 eigene Anteile zurück und stützt damit den Kurs aktiv.

Fazit

RWE gelingt derzeit der Spagat zwischen klassischem Infrastrukturausbau und technologischer Vision. Der Einstieg in die Kernfusion ist risikobehaftet, bietet aber enorme Fantasie, während das Italien-Geschäft und der Vestas-Deal in Großbritannien die Bücher füllen. Der nächste Realitätscheck folgt am 18. März 2026: Dann werden die Jahreszahlen zeigen, ob die bilanzielle Stärke ausreicht, um diese ambitionierten Parallelstrategien dauerhaft zu tragen.

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