Der Essener Energiekonzern positioniert sich strategisch für die Energiewende – und das gleich an zwei Fronten. Während RWE in Deutschland massiv in Speichertechnologie investiert, trennt sich das Unternehmen gleichzeitig von weniger profitablen Assets in Skandinavien. Parallel fordert CEO Markus Krebber die Bundesregierung zum Handeln auf.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

  • Investitionsentscheidung für 400-MW-Batteriespeicher in Lingen gefallen
  • Verkauf von 172 MW Windkapazität in Schweden an norwegischen Konzern Aneo
  • Krebber drängt auf sofortige Ausschreibung von 12 GW wasserstofffähiger Gaskraftwerke
  • Aktienrückkaufprogramm läuft planmäßig mit bereits 3 Millionen zurückerworbenen Aktien

Größter Batteriespeicher Niedersachsens entsteht

RWE hat am Freitag grünes Licht für den Bau eines Großbatteriespeichers am Kraftwerksstandort Lingen gegeben. Die Anlage wird über eine Leistung von 400 Megawatt und eine Speicherkapazität von 800 Megawattstunden verfügen. Baustart ist bereits für kommende Woche vorgesehen, die kommerzielle Inbetriebnahme soll 2028 erfolgen.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie RWE bestehende Kraftwerksstandorte für die Energiewende nutzbar macht. Flexible Speichertechnologien werden zunehmend unverzichtbar, um die schwankende Einspeisung aus Wind und Solar auszugleichen. Am bayerischen Standort Gundremmingen entsteht parallel ein ähnlich dimensionierter Speicher.

Portfoliobereinigung in Skandinavien

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Gleichzeitig veräußert der Konzern sein schwedisches Windkraft-Portfolio an den norwegischen Erneuerbare-Energien-Spezialisten Aneo. Die Transaktion umfasst Assets mit einer Gesamtkapazität von 172 MW: elf Onshore-Windparks mit 124 MW sowie den Nearshore-Windpark Kårehamn mit 48 MW. Die Anlagen erzeugen jährlich rund 500 Gigawattstunden Strom.

Katja Wünschel, CEO von RWE Renewables Europe & Australia, begründete den Schritt mit der strategischen Fokussierung auf Kernmärkte. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Druck auf die Politik wächst

Neben den operativen Entscheidungen meldete sich Konzernchef Krebber zur energiepolitischen Lage zu Wort. Nach der jüngsten EU-Genehmigung für den deutschen Kapazitätsmechanismus forderte er die unverzügliche Umsetzung der Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke. Es geht um ein Volumen von rund 12 Gigawatt wasserstofffähiger Backup-Kapazitäten, die für die Versorgungssicherheit im deutschen Stromnetz benötigt werden.

Der Konzern treibt zudem sein Aktienrückkaufprogramm konsequent voran. In der Woche vom 19. bis 23. Januar erwarb das Unternehmen weitere 402.551 Aktien. Seit Programmstart im Dezember 2025 summiert sich das Volumen auf knapp 3 Millionen Papiere. Die koordinierte Strategie aus gezielten Investitionen, Portfoliostraffung und Kapitalrückführung wird vom Markt honoriert: Die Aktie notiert aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Hoch.

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