RWE Aktie: Deals treiben an
RWE legt bei der Energiewende nach – und der Markt honoriert das. Mehrere große Stromliefer- und Ausbauverträge im Wind- und LNG-Geschäft stärken die Position des Konzerns im internationalen Energiesystem. Im Hintergrund läuft zudem ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm, während die Aktie nahe ihrem Jahreshoch notiert.
Die Fakten im Überblick
- Kurs gestern (Donnerstag): 51,30 €
- Performance 12 Monate: +77,14 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (53,42 €): rund 4 %
- Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt (39,32 €): gut 30 %
- RSI (14 Tage): 59,8 (neutral bis leicht erhöht)
Damit spiegelt der Kurs die gestiegene Erwartung an RWEs Rolle als Anbieter von Windstrom und flexibler Gasversorgung wider.
Langfristiger Stromdeal für Rechenzentrum
Ein neuer, achtjähriger Stromliefervertrag mit Global Switch zeigt, wie RWE die wachsende Nachfrage von Rechenzentren und KI-Anwendungen adressiert.
Von Januar 2026 bis 2033 versorgt RWE den Rechenzentrumsbetreiber mit jährlich 70 Gigawattstunden „sauberem“ Strom. Die Energie stammt aus dem Onshore-Windpark Brechfa Forest West in Wales. Dort drehen sich 28 Turbinen mit einer installierten Leistung von 57,4 Megawatt.
Global Switch nutzt den Strom für sein Rechenzentrum in den Londoner Docklands. Der Vertrag bindet damit einen stromhungrigen Großkunden an RWE und stützt planbare Einnahmen aus erneuerbaren Energien.
Rekordvolumen bei britischen Offshore-Windparks
Noch wichtiger für die strategische Perspektive ist der Erfolg in der britischen CfD-Auktionsrunde 7. RWE sicherte sich dort Differenzverträge (Contracts for Difference) für insgesamt 6,9 Gigawatt Offshore-Windkapazität – ein Rekordpaket.
Im Detail umfasst das Portfolio:
- Norfolk Vanguard East und West: 3,1 GW, rund 50 bis 80 Kilometer vor der Küste Norfolks
- Dogger Bank South East und West: 3,0 GW, gemeinsam mit Partner Masdar
- Awel y Môr: 0,8 GW in der Irischen See, gemeinsam mit Stadtwerke München und Siemens
Der vereinbarte Strike-Preis liegt bei 91,20 Pfund pro Megawattstunde, inflationsindexiert auf Basis 2024. Die Inbetriebnahmen sind für den Zeitraum 2029 bis 2032 geplant. Damit wächst RWEs britische Offshore-Wind-Pipeline deutlich und sichert sich frühzeitig attraktive Einspeisebedingungen in einem zentralen Zukunftsmarkt.
KKR als Finanzierungspartner an Bord
Parallel zur CfD-Vergabe hat RWE eine strategische Partnerschaft mit dem Finanzinvestor KKR vereinbart. Der US-Investor übernimmt eine 50‑prozentige Beteiligung an den Norfolk Vanguard-Projekten.
Das Joint Venture soll im Sommer 2026 finalisiert werden – zeitgleich mit der Projektfinanzierung und der finalen Investitionsentscheidung. CEO Markus Krebber spricht von einem „wichtigen Meilenstein“ für die britische Offshore-Wind-Pipeline. Die Beteiligung von KKR verteilt Investitionslast und Risiko und erleichtert die Finanzierung des großen Ausbauprogramms.
LNG-Vertrag sichert Gasvolumen ab
Neben Windkraft stärkt RWE auch die Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG). Mitte Januar wurde ein langfristiger Liefervertrag mit Glenfarne’s Texas LNG geschlossen. Die Eckdaten:
- Laufzeit: 20 Jahre
- Volumen: 1 Million Tonnen LNG pro Jahr
- Entspricht etwa 1,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich
- Geplanter Start der Lieferungen: ab 2030
Es ist RWEs zweiter großer US-LNG-Vertrag nach dem Abkommen mit Sempra Infrastructure von 2022. Die Langfristvereinbarung erweitert die Gasbasis für europäische Märkte und ergänzt das erneuerbare Portfolio um flexible Kapazitäten.
Aktienrückkauf und Kursniveau
Auch an der Börse ist der Konzern aktiv. In der dritten Tranche des Aktienrückkaufprogramms 2024–2026 kaufte RWE zwischen dem 12. und 16. Januar 2026 insgesamt 420.052 eigene Aktien zurück. Der durchschnittliche Kaufpreis stieg dabei von 48,21 Euro zu Wochenbeginn auf 51,31 Euro am Freitag – im Einklang mit der jüngsten Kursentwicklung.
Seit Start der dritten Tranche Anfang Dezember 2025 wurden bereits 2.559.769 Aktien eingezogen. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 51,30 Euro liegt die Aktie nur knapp unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 53,42 Euro und rund 30 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Der RSI von 59,8 signalisiert dabei noch keine klare Überhitzung.
Marktposition und Ausblick
Mit einer installierten Offshore-Windkapazität von 6,2 Gigawatt (RWE-Anteil 3,3 GW) und mehreren Projekten im Bau zählt der Konzern bereits heute zu den global wichtigen Akteuren bei erneuerbaren Energien. Die jetzt zugesagten 6,9 Gigawatt aus der britischen CfD-Runde, die Beteiligung von KKR und der neue LNG-Vertrag in den USA fügen sich zu einer konsequenten Ausbau- und Absicherungsstrategie.
Kurzfristig prägen das laufende Aktienrückkaufprogramm und das hohe Kursniveau das Bild an der Börse. Mittelfristig werden die kommenden Meilensteine – insbesondere die finale Investitionsentscheidung und Finanzierung der Norfolk-Projekte im Sommer 2026 sowie der Fortschritt der Offshore-Bauprogramme bis 2032 – entscheidend dafür sein, ob die starke Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate auf diesem Niveau stabil bleibt.
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