Rolls-Royce Aktie: Streit mit United
Ein alter Großauftrag wird plötzlich zum juristischen Zankapfel. United Airlines und Rolls-Royce streiten über Triebwerksverträge – und damit hängt auch die Zukunft einer seit Jahren verschobenen Bestellung von 45 Airbus A350 in der Luft. Für Rolls-Royce kommt das ausgerechnet kurz vor den anstehenden Jahreszahlen.
Worum es im Kern geht
United hat in einem Pflichtdokument bei der US-Börsenaufsicht SEC offengelegt, dass es einen Vertragsstreit mit Rolls-Royce gibt. Brisant: Die Airline hat in ihrer aktuellen Unterlage jeden konkreten Lieferzeitplan für die 45 bestellten A350 gestrichen. In den Büchern tauchen die Jets weiter als geplante Zugänge „nach 2027“ auf – aber ohne Terminleiste.
Der Konflikt trifft einen neuralgischen Punkt, weil Rolls-Royce beim A350 als alleiniger Triebwerkslieferant gesetzt ist (Trent XWB). Wenn sich die Parteien nicht einigen, wächst die Unsicherheit, ob United die Flugzeuge am Ende überhaupt übernimmt.
Der Auslöser: 175 Millionen Dollar im Fokus
Laut SEC-Darstellung reicht der Streit bis zu Verträgen aus dem Jahr 2010 zurück, die Triebwerkskäufe und zugehörige Wartungsleistungen umfassen. 2017 zahlte United demnach eine „Commitment Payment“ in Höhe von 175 Millionen US-Dollar.
United behauptet, Rolls-Royce habe im Dezember 2025 Vertragsbedingungen verletzt. Die Airline fordert deshalb die Rückzahlung der 175 Millionen Dollar – zuzüglich vertraglicher Aufschläge. Rolls-Royce habe nicht gezahlt und stattdessen die Vereinbarungen beendet. Der Hersteller wiederum argumentiert laut Filing, United habe die Verträge gebrochen.
Rolls-Royce äußerte sich über einen Sprecher dahingehend, man sei „über das Thema informiert“ und „zuversichtlich in der eigenen Position“. Gleichzeitig betont das Unternehmen, man wolle das „historische Thema“ lösen und die Partnerschaft stärken – Details nennt Rolls-Royce wegen laufender Verfahren nicht.
Wichtige Fakten im Überblick:
- Offenlegung des Streits: 12. Februar 2026 (SEC-Filing von United)
- Betroffene Bestellung: 45 Airbus A350
- Streitpunkt: 175 Mio. US-Dollar (Zahlung aus 2017)
- Ursprüngliche A350-Order: 2009
- Triebwerke: Rolls-Royce Trent XWB (exklusiv für den A350)
Warum das für Anleger jetzt relevant ist
Der A350-Auftrag gilt als eine der langwierigsten Beschaffungsstories der Branche: seit 2009 mehrfach umgebaut, zwischen Varianten gewechselt und immer wieder verschoben. Dass United nun sogar die Zeitplanung streicht, ist ein Warnsignal für den Prozess – selbst wenn die Flugzeuge formal weiter im Bestand der bestellten Jets auftauchen.
Zusätzlich deutet United an, man prüfe Auswirkungen für „andere Parteien“ – das wirkt wie ein Hinweis auf Airbus. Der Flugzeugbauer kommentiert nicht, führt die Order aber weiterhin im offiziellen Auftragsbestand.
Am Markt dürfte der Streit auch deshalb genauer beobachtet werden, weil bei Rolls-Royce in den kommenden Tagen mehrere Termine zusammenlaufen: Die Aktie notiert aktuell bei 15,02 €. Die vollständigen Jahreszahlen für 2025 will Rolls-Royce am 26. Februar vorlegen. Bereits am 24. Februar soll zudem das laufende Interim-Aktienrückkaufprogramm über 200 Millionen Pfund abgeschlossen werden.
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