Voestalpine hat die Erwartungen im dritten Quartal verfehlt. Das bereinigte EBITDA lag mit 315 Millionen Euro rund 5 Prozent unter dem Konsens von 331 Millionen Euro. Dennoch reagierte die Aktie positiv – getragen von einer angehobenen Free-Cashflow-Prognose und der bestätigten Jahresguidance. Der österreichische Stahl- und Technologiekonzern zeigt sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen widerstandsfähig.

Die wichtigsten Fakten:

  • EBITDA Q3: 315 Mio. € (Konsens: 331 Mio. €)
  • Free Cashflow überrascht mit 72 Mio. €
  • Nettoverschuldung sinkt auf 1,42 Mrd. €
  • FCF-Prognose angehoben auf 350-400 Mio. €
  • EBITDA-Guidance bestätigt: 1,40-1,55 Mrd. €

Schwache Sparten belasten das Ergebnis

Der Ergebnisrückstand geht vor allem auf die Divisionen High Performance Metals und Metal Engineering zurück. Saisonale Effekte und ein kalter Winter belasteten insbesondere das Schienengeschäft. Auch die Segmente Wire und Tubulars schwächelten.

Die Stahldivision entwickelte sich solider und konnte die Schwächen teilweise ausgleichen. Allerdings wirkten sich frühere Produktionsstopps bei Automobilkunden negativ auf die Volumina aus, obwohl die Rohstahlproduktion im Vorquartal stark ausgefallen war.

Cashflow als Stärke

Der Free Cashflow von 72 Millionen Euro übertraf die Erwartungen deutlich. Treiber war die Freisetzung von Working Capital, da schwächere Auslieferungen und Kundenstillstände die Forderungen begrenzten. Die Nettoverschuldung sank von 1,47 Milliarden Euro auf 1,42 Milliarden Euro.

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Das Management hob daraufhin die Free-Cashflow-Prognose für das Gesamtjahr auf 350 bis 400 Millionen Euro an. Zuvor lag das Ziel bei etwa 350 Millionen Euro. Für das vierte Quartal erwartet Voestalpine eine weitere Working-Capital-Freisetzung, die jedoch durch höhere Investitionen teilweise aufgezehrt wird.

Prognose hängt von Verkauf ab

Voestalpine bekräftigte die EBITDA-Guidance für das Geschäftsjahr 2025/26 zwischen 1,40 und 1,55 Milliarden Euro. Für das vierte Quartal impliziert dies ein EBITDA von 362 bis 512 Millionen Euro.

Die Bandbreite berücksichtigt den möglichen Abschluss eines Unternehmensverkaufs in der HPM-Division. Bei Vollzug der Transaktion würde sich das Ergebnis eher am oberen Ende der Spanne bewegen.

Marktumfeld mit Licht und Schatten

Während Maschinenbau, Bau und Konsumgüter stabil bleiben, zeigen Energie, Schiene, Luftfahrt und Lagerlösungen weiterhin Stärke. Der Automobilsektor bleibt hingegen schwach.

Positive Effekte aus den EU-Schutzmaßnahmen für die europäische Stahlindustrie dürften nach Einschätzung des Managements erst im Geschäftsjahr 2027 spürbar werden. Die Steel Division erreichte trotz schwieriger Bedingungen eine EBITDA-Marge von über 13 Prozent. High Performance Metals leidet unter schwacher Konjunktur und hohem Importdruck, während das Aerospace-Segment stark wächst.

Die Bilanzstruktur bleibt solide: Die Eigenkapitalquote liegt bei 50 Prozent, das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA verbesserte sich auf 1,0x. Der Gearing-Wert sank auf 19 Prozent. Das Management betonte die Bedeutung einer robusten Bilanz angesichts geplanter Großprojekte und Wachstumsinitiativen. Die Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr steht noch aus.

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