Starke Jahreszahlen, ein milliardenschweres Rückkaufprogramm, eine neue Atomkraft-Partnerschaft — und trotzdem verlor die Rolls-Royce-Aktie in den vergangenen zwei Wochen rund 15 Prozent. Der Auslöser: Der eskalierte Konflikt im Nahen Osten und steigende Kerosinpreise haben die Stimmung gegenüber dem zivilen Luftfahrtsektor merklich eingetrübt.

Warum die Zivile Luftfahrt das Problem ist

Das Kernproblem liegt in der Struktur des Geschäftsmodells. Rolls-Royce verdient einen erheblichen Teil seiner Einnahmen über sogenannte Engine Flying Hours — Serviceverträge, die direkt an die Flugstunden der eingebauten Triebwerke gekoppelt sind. Werden Flugrouten gesperrt oder der internationale Luftverkehr durch einen wirtschaftlichen Abschwung gedämpft, sinken diese Einnahmen unmittelbar.

Das Rüstungsgeschäft profitiert in Krisenzeiten zwar tendenziell von steigender Nachfrage. Für den Gesamtkurs ist das jedoch nur ein teilweiser Ausgleich, solange die Zivile Luftfahrt das größere Segment bleibt.

Solide Zahlen als Gegengewicht

Die jüngsten Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2025 zeigen ein Unternehmen in operativer Hochform. Der operative Gewinn lag mit 3,46 Milliarden Pfund deutlich über dem Analystenkonsens von 3,27 Milliarden Pfund. Die operative Marge verbesserte sich auf 17,3 Prozent, nach 13,8 Prozent im Vorjahr. Der freie Cashflow erreichte 3,3 Milliarden Pfund — stark genug, um erstmals wieder eine Dividende auszuschütten: 9,5 Pence je Aktie für das Gesamtjahr.

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Für 2026 plant das Unternehmen Aktienrückkäufe im Volumen von rund 2,5 Milliarden Pfund. Bis 2028 sollen insgesamt zwischen 7 und 9 Milliarden Pfund an die Aktionäre zurückfließen.

Neue Standbeine jenseits der Luftfahrt

Abseits des Kerngeschäfts gewinnt Rolls-Royce an strategischer Breite. Der tschechische Staatskonzern CEZ hat sich mit einem Anteil von 20 Prozent am SMR-Geschäft (Small Modular Reactors) beteiligt. Ziel ist der Bau von bis zu 3 Gigawatt Atomkraftkapazität in Tschechien auf Basis des 470-Megawatt-Reaktordesigns. Zudem wächst die Power-Systems-Sparte durch die steigende Nachfrage nach Notstromlösungen für KI-Rechenzentren.

Die Frage, ob der aktuelle Kursrücksetzer eine Kaufgelegenheit darstellt oder eine fundamentale Neubewertung einleitet, hängt letztlich davon ab, wie lange der geopolitische Druck auf den Luftverkehr anhält. Die internen Kennzahlen sprechen eine klare Sprache — das externe Umfeld noch nicht.

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