Rolls-Royce setzt seinen milliardenschweren Aktienrückkauf planmäßig fort — und kämpft gleichzeitig mit einem Ölpreisanstieg, der ausgerechnet den wichtigsten Umsatztreiber des Konzerns unter Druck setzt. Das Zusammenspiel beider Faktoren erklärt, warum die Aktie trotz laufender Kapitalrückführung seit ihrem Februarhoch deutlich nachgegeben hat.

Ölpreis belastet das Kerngeschäft

Am 27. März erwarb Rolls-Royce weitere 2,25 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 1.118 Pence. Das Rückkaufprogramm für 2026 umfasst insgesamt 2,5 Milliarden Pfund — Teil eines Mehrjahresplans von 7 bis 9 Milliarden Pfund für den Zeitraum 2026 bis 2028.

Das Problem: Brent-Rohöl hat die Marke von 115 US-Dollar je Barrel überschritten. Für Rolls-Royce ist das keine abstrakte Makrogröße. Der Konzern verdient einen Großteil seiner Einnahmen über sogenannte „Power-by-the-Hour"-Verträge — Serviceverträge, die direkt an die geflogenen Stunden der Triebwerke gekoppelt sind. Wenn Airlines wegen steigender Treibstoffkosten Kapazitäten kürzen, sinken diese Stunden, und damit auch Rolls-Royces Wartungserlöse.

Jahresziele bleiben bestehen

Trotz des Gegenwinds hält das Unternehmen an seiner Prognose für 2026 fest. Das angestrebte operative Ergebnis liegt zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund, der freie Cashflow soll 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund erreichen.

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Zentrale Voraussetzung dafür ist die Erholung des Weitstreckenmarkts. Rolls-Royce rechnet damit, dass die geflogenen Stunden großer Triebwerke 2026 zwischen 115 und 120 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 erreichen — was eine vollständige Erholung plus Wachstum bedeuten würde. Anhaltend hohe Ölpreise könnten diesen Pfad jedoch verlangsamen.

Bewertung und Analystensicht

Analysten stufen die Aktie im Konsens als moderaten Kauf ein, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 1.286,50 Pence. Gemessen am aktuellen Kurs entspräche das einem Aufwärtspotenzial von rund 16 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei 16, die Dividendenrendite bei knapp unter einem Prozent.

Die Aktie notiert derzeit rund 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 26. Februar — ein Rückgang, der die Unsicherheit über die Entwicklung der Flugstunden im laufenden Jahr widerspiegelt. Ob die Jahresziele erreichbar bleiben, hängt maßgeblich davon ab, wie lange der Ölpreisschock anhält und wie stark Airlines darauf mit Streckenkürzungen reagieren.

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