Ein tödlicher Unfall, ein Milliarden-Finanzierungsdeal und ein strategischer Vorstoß in kritische Mineralien — Rio Tinto steht in dieser Woche gleich auf mehreren Fronten im Fokus. Dabei bildet ein starkes Geschäftsjahr 2025 den Hintergrund für eine Reihe von Ereignissen, die das Bild des Konzerns nachhaltig prägen könnten.

Kennecott: Betrieb nach Todesfall ausgesetzt

Am 12. März kam es am Bingham Canyon Mine in Utah zu einem schweren Unfall. Brian Cameli, ein 37-jähriger Mitarbeiter eines Subunternehmens, wurde von einem herabfallenden Ausleger schwerer Baumaschinen getroffen und starb. Rio Tinto hat den gesamten Bergbaubetrieb am Kennecott-Standort vorübergehend eingestellt. CEO Simon Trott reiste persönlich vor Ort.

Es ist nicht der erste Todesfall in kurzer Zeit. Bereits im Februar starb ein Vertragsarbeiter am SimFer-Projekt im Rahmen des Simandou-Eisenerzvorhabens in Guinea. Ob die Behörden die Sicherheitspraktiken des Konzerns nun stärker unter die Lupe nehmen, dürfte die Märkte in den kommenden Wochen beschäftigen.

Kennecott ist kein kleiner Standort: Die Mine produziert jährlich rund 275.000 Tonnen Kupfer, 400.000 Unzen Gold sowie erhebliche Mengen Silber und Molybdän. Eine längere Betriebsunterbrechung würde die Kupferproduktionsziele des Konzerns spürbar belasten.

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Lithium und Gallium: Strategische Weichenstellungen

Parallel dazu hat Rio Tinto eine Finanzierung in Höhe von 1,175 Milliarden US-Dollar für das Rincon-Lithiumprojekt in der argentinischen Provinz Salta gesichert. Die Mittel kommen von vier internationalen Geldgebern, darunter die International Finance Corporation und die Japan Bank for International Cooperation. Das Gesamtprojekt ist auf 2,5 Milliarden US-Dollar veranschlagt und soll ab 2028 jährlich rund 60.000 Tonnen batteriefähiges Lithiumcarbonat produzieren — mit einer geplanten Minenlebensdauer von 40 Jahren.

Ebenfalls bemerkenswert: In Quebec treibt Rio Tinto ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur Galliumgewinnung voran. Gallium wird in Halbleitern und Verteidigungstechnologien eingesetzt, wird aber bislang ausschließlich außerhalb Nordamerikas produziert. Nach einem ersten erfolgreichen Extraktionsversuch im Mai 2025 soll 2027 eine Pilotanlage am Complexe Jonquière in Betrieb gehen. Kanada steuert bis zu 18,95 Millionen kanadische Dollar bei, Québec weitere 7 Millionen. Bei voller Auslastung könnte Rio Tinto rund 5 Prozent der globalen Galliumproduktion abdecken.

Starkes Geschäftsjahr als Fundament

Das Geschäftsjahr 2025 lieferte solide Zahlen. Der Umsatz stieg um rund 7 Prozent auf 57,6 Milliarden US-Dollar, das bereinigte EBITDA legte um 9 Prozent auf 25,4 Milliarden US-Dollar zu. Treiber waren vor allem der Hochlauf der Oyu-Tolgoi-Untertagmine sowie Rekordlieferungen aus den Pilbara-Eisenerzoperationen. Der Nettogewinn erreichte 10 Milliarden US-Dollar; die ordentliche Dividende von 6,5 Milliarden US-Dollar entspricht einer Ausschüttungsquote von 60 Prozent — zum zehnten Mal in Folge am oberen Ende der Zielspanne.

Die Aktie notiert aktuell rund 10 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs, während Analysten die Konsensschätzung für 2026 zuletzt um knapp 5 Prozent angehoben haben. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,7 liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 14,7 — ein Bewertungsabschlag, der die bestehenden Risiken rund um Sicherheitsvorfälle, Wartungsarbeiten und Inflationsdruck widerspiegelt.

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