Rio Tinto passt das Tempo seiner nordamerikanischen Lithium-Strategie an. Steigende Kosten zwingen den Bergbaukonzern dazu, den Bau der Nemaska-Anlage in Quebec deutlich zu verlangsamen. Gleichzeitig belasten operative Rückschläge in den USA und ein schwaches makroökonomisches Umfeld die Stimmung der Anleger.

Kostenbremse in Kanada

Die zu 70 Prozent fertiggestellte Nemaska-Anlage in Bécancour wird in den kommenden Wochen einen Großteil ihrer Vertragsarbeiter verlieren. Der Grund für den Schritt sind ausufernde Ausgaben. Das ursprüngliche Budget von 2,2 Milliarden US-Dollar steht aktuell auf dem Prüfstand. Trotz der Drosselung hält Rio Tinto am Produktionsstart im Jahr 2028 fest. Der Konzern, der 53,9 Prozent an dem Projekt hält, plant für 2026 weiterhin Investitionen von über 300 Millionen US-Dollar in seine kanadischen Lithium-Aktivitäten.

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Die Baupause nutzt das Management, um die langfristige Rohstoffversorgung der Anlage zu klären. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 soll entschieden werden, ob die Whabouchi-Mine oder das favorisierte Galaxy-Projekt als Hauptquelle für das Spodumen dienen. Die geplante Anlage ist ein wichtiger Baustein für die nordamerikanische Lieferkette von Elektroautos, was ein langfristiger Liefervertrag mit Ford aus dem Jahr 2023 unterstreicht.

Operative Hürden und Marktdruck

Abseits der strategischen Entscheidungen in Kanada kämpft der Konzern in den USA mit akuten Problemen. Nach einem tödlichen Unfall eines Vertragsarbeiters ruht der Betrieb in der Kennecott-Kupfermine in Utah bis auf Weiteres.

Diese Nachrichtenmischung hinterließ Spuren beim Aktienkurs, der am Freitag um 2,66 Prozent auf 76,90 Euro nachgab. Verantwortlich für die Schwäche sind neben den internen Verzögerungen vor allem externe Faktoren. Ein Preisrückgang beim Kupfer, ein starker US-Dollar sowie schwache Industriedaten aus China setzen den gesamten Bergbausektor unter Druck. Auf Jahressicht behauptet das Papier dennoch ein solides Plus von gut 11 Prozent.

Die Anpassungen in Kanada spiegeln die striktere Kapitaldisziplin in der Branche angesichts des inflationären Umfelds wider. Dass die langfristige Ausrichtung auf Batteriematerialien intakt bleibt, belegt ein Blick nach Südamerika. Dort sicherte sich Rio Tinto kürzlich eine Finanzierung über 1,175 Milliarden US-Dollar für das argentinische Rincon-Lithiumprojekt, das ebenfalls planmäßig 2028 in Produktion gehen soll.

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