Rio Tinto Aktie: Kupfer trägt
Rio Tinto baut sein Geschäft gerade sichtbar um. Während das klassische Eisenerzgeschäft schwächelt, schiebt sich Kupfer als neuer Ergebnistreiber nach vorn – und ein Lithium-Deal in Kanada passt genau in dieses Bild. Doch wie robust ist dieser Umbau, wenn ausgerechnet das Kerngeschäft mit steigenden Kosten kämpft?
Eisenerz bremst, Kupfer gleicht aus
Für das Gesamtjahr 2025 meldete Rio Tinto einen praktisch unveränderten „Underlying“-Gewinn von 10,87 Mrd. US-Dollar. Damit lag das Unternehmen leicht unter der Markterwartung (11,03 Mrd. US-Dollar). Unterm Strich fiel der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn um 14% auf 9,97 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig stiegen Umsatz (+7% auf 57,64 Mrd. US-Dollar) und das zugrunde liegende EBITDA (+9% auf 25,4 Mrd. US-Dollar) – ein Hinweis darauf, dass nicht alles schlecht lief, aber die Ergebnisqualität durch Gegenwind belastet wurde.
Beim wichtigsten Segment, Eisenerz, wurde dieser Gegenwind deutlich: Der Ergebnisbeitrag sank laut Bericht auf rund 60% (nach 70% im Vorjahr). Die Eisenerzgewinne gingen um 7,6% zurück. Dahinter standen leicht niedrigere Auslieferungen aus der Pilbara-Region (−1%) und rund 8% niedrigere realisierte Preise – unter anderem wegen der anhaltenden Schwäche am chinesischen Immobilienmarkt.
Zusätzlich drückt die Kostenseite: Die Pilbara-Stückkosten stiegen um etwa 0,50 US-Dollar je Tonne. Für 2026 stellt Rio Tinto weitere Kostenanstiege auf 23,50 bis 25 US-Dollar je Tonne in Aussicht.
Kupfer wird zum zweiten Motor
Der auffälligste Wechsel im Zahlenwerk: Kupfer gewann massiv an Gewicht. Der zugrunde liegende Kupfergewinn sprang im Jahresvergleich auf 7,4 Mrd. US-Dollar und machte damit rund 30% der Konzernergebnisse aus.
Treiber waren höhere Preise und deutlich mehr Volumen. Die durchschnittlich erzielten Kupferpreise stiegen um 17%, die Produktion legte um 11% zu. Besonders stark war der Effekt aus Oyu Tolgoi in der Mongolei: Dort schoss die Förderung um 61% nach oben, weil die Mine weiter hochgefahren wurde. Das Unternehmen teilte zudem mit, dass das Untertage-Entwicklungsprojekt inzwischen abgeschlossen ist – ein wichtiger operativer Meilenstein.
Lithium-Deal und Verkäufe: Portfolio im Umbau
Nur einen Tag vor den Zahlen wurde zudem bekannt: Rio Tinto hat die Mehrheit an Nemaska Lithium in Quebec übernommen (53,9%), während die Regierung von Quebec 46,1% hält. Das Ziel ist klar umrissen: eine integrierte Lithium-Lieferkette in Nordamerika aufzubauen.
Für Nemaska sind weitere Mittel geplant. Quebec will bis zu 200 Mio. US-Dollar zusätzlich investieren, Rio Tinto plant für 2026 mehr als 300 Mio. US-Dollar für den Ausbau der Lithium-Aktivitäten in der Provinz. Die erste Produktion im Lithiumhydroxid-Werk Becancour wird für 2028 erwartet.
Parallel will das Unternehmen Kapital freisetzen: Rio Tinto peilt 5 bis 10 Mrd. US-Dollar an Barmitteln aus Asset-Verkäufen an. Genannt werden unter anderem Markttests für die Borate- sowie Titandioxid-Geschäfte und die Monetarisierung von Infrastruktur-Assets.
Ausblick 2026: Mehr Eisenerz, weniger Kupfer
Für 2026 plant Rio Tinto beim Eisenerz Absatzmengen von 343 bis 366 Mio. Tonnen (nach 342 Mio. Tonnen 2025). Bei Kupfer fällt die Prognose vorsichtiger aus: Erwartet werden 800 bis 870 Tsd. Tonnen, nach 883 Tsd. Tonnen im Jahr 2025.
An der Börse blieb die Reaktion zuletzt verhalten: Der Kurs schloss am Freitag bei 82,30 Euro und liegt damit knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 83,85 Euro, das diese Woche markiert wurde.
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