Rheinmetall steigt mit der Übernahme von Naval Vessels Lürssen zum Kriegsschiffbauer auf – doch ausgerechnet jetzt kürzt der Bundestag das Drohnenbudget drastisch. Kann der Marinesprung die Budgetschlappe wettmachen?

Vom Zulieferer zum Kriegsschiffbauer

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern hat am 1. März 2026 die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) abgeschlossen und betritt damit den Markt für komplette Kriegsschiffe. Mit der Transaktion übernimmt Rheinmetall vier norddeutsche Werften, darunter Blohm+Voss in Hamburg und die Peene-Werft in Wolgast. Rund 2.100 Mitarbeiter wechseln in die neue Division "Naval Systems".

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Der strategische Schritt verändert Rheinmetalls Position grundlegend: Statt nur Waffensysteme und Elektronik zu liefern, kann der Konzern nun als Hauptauftragnehmer vollständige Korvetten und Fregatten bauen. Für 2026 plant das Management einen NVL-Beitrag von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz von 15 bis 16 Milliarden Euro. Die operative Marge soll zwischen 18 und 20 Prozent liegen.

Die neue Marinesparte könnte zudem Auftragseingänge von 12 bis 13 Milliarden Euro bringen. Das würde den gesamten Auftragsbestand bis Jahresende auf geschätzte 135 Milliarden Euro treiben.

Bundestag halbiert Drohnenprogramm

Parallel zur Marine-Expansion kassierte Rheinmetall einen empfindlichen Dämpfer: Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte für das geplante Kamikaze-Drohnen-Programm lediglich 2 Milliarden Euro – weniger als die Hälfte der ursprünglich beantragten 4,4 Milliarden Euro.

Das für Rheinmetall erwartete Vertragsvolumen von rund 269 Millionen Euro steht damit unter strengen parlamentarischen Auflagen. Der Einstieg als dritter Lieferant im April bleibt zwar bestehen, die Planungssicherheit ist jedoch erheblich gesunken.

Als Gegengewicht sicherte sich die Tochtergesellschaft Rheinmetall Mobile Systeme einen Auftrag aus Dänemark über fünf mobile Feldlazarette im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Aktie erholt sich nach Rücksetzer

Die Rheinmetall-Aktie schloss gestern bei 1.645 Euro und verliert heute rund 3 Prozent. Nach dem Unterschreiten der 20-Tage-Linie Ende Februar hatte sich der Titel zuletzt stabilisiert. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von gut 30 Prozent zu Buche.

Jahresergebnis als Lackmustest

Am 11. März legt Rheinmetall das Jahresergebnis 2025 vor. Die begleitende Analystenkonferenz dürfte zeigen, wie der Konzern mit den gekürzten Programmbudgets umgeht und welche konkreten Synergien aus der NVL-Integration fließen. Die erfolgreiche Eingliederung der Werften und die Realisierung der prognostizierten Auftragsvolumina werden entscheidend dafür sein, ob die Aktie an frühere Rekordniveaus anknüpfen kann.

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