Mit Naval Vessels Lürssen integriert Rheinmetall vier norddeutsche Werften und rund 2.100 Mitarbeiter – darunter das traditionsreiche Blohm+Voss in Hamburg. Der Düsseldorfer Konzern positioniert sich damit als Hauptauftragnehmer für komplette Kriegsschiffe statt nur als Zulieferer. Doch der Markt reagiert verhalten: Die Aktie verlor zur Ankündigung 3,5 Prozent und notiert weiterhin deutlich unter ihrem Jahreshoch.

Der strategische Wandel

Die neue Division "Naval Systems" unter Leitung von Tim Wagner erweitert das Portfolio grundlegend. Rheinmetall kann künftig nicht nur Landfahrzeuge und Munition liefern, sondern auch Korvetten und Fregatten – ein milliardenschwerer Markt, in dem das Unternehmen bislang keine Hauptrolle spielte.

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Naval Vessels Lürssen erwirtschaftete zuletzt 1,3 Milliarden Euro Umsatz. Bis 2030 soll dieser Wert auf fünf Milliarden Euro steigen, bei einer angestrebten operativen Marge von 15 Prozent. Zudem erhält Rheinmetall über ein bestehendes Joint Venture Zugang zu Technologien für maritime Überwasserdrohnen.

Ein Schlüsselprojekt ist bereits gesichert: Die neue Sparte spielt eine zentrale Rolle beim Bau der Fregatte F126 für die Bundeswehr.

Kursschwäche trotz Meilenstein

Seit der offiziellen Bekanntgabe am 1. März hat die Aktie merklich nachgegeben. Analysten sprechen von einem klassischen "Sell the News"-Effekt – die Übernahmepläne waren seit September 2025 bekannt. Eine kurze Rally Anfang der Woche, ausgelöst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten, verpuffte rasch.

Der Titel notiert aktuell bei 1.644,50 Euro und liegt damit knapp 18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro. Auch der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 1.744,94 Euro deutlich über dem aktuellen Niveau.

Fokus auf den Jahresbericht

Am 11. März präsentiert Rheinmetall die vollständigen Zahlen für 2025. Der Kapitalmarkt wartet auf konkrete Details zur Umsetzung der ehrgeizigen Wachstumsziele. Für 2026 peilt das Management 15 bis 16 Milliarden Euro Umsatz an – inklusive eines NVL-Beitrags von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. Die operative Marge soll zwischen 18 und 20 Prozent liegen.

Diese Prognose hatte bereits im Vorfeld für Ernüchterung gesorgt. Investoren erwarten nun Klarheit darüber, wie die großen Auftragseingänge – darunter bis zu 67 Milliarden Euro aus deutschen Verteidigungsmitteln – in profitables Wachstum überführt werden.

Ein zusätzlicher Katalysator könnte ein Drohnenauftrag sein: Ende Februar gab der Haushaltsausschuss des Bundestages Erstverträge über jeweils 268 Millionen Euro an die Startups Helsing und Stark Defence frei. Laut Financial Times steht Rheinmetall als dritter Lieferant mit einem ähnlichen Volumen in den Startlöchern.

Integration entscheidet über Kurspotenzial

Die Übernahme ist vollzogen, die Struktur steht – nun muss Rheinmetall liefern. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die Integration der NVL-Werften gelingt und die versprochenen Synergien realisiert werden. Erst dann dürfte der Markt bereit sein, die Aktie wieder in Richtung ihrer früheren Höchststände zu bewerten.

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