Rheinmetall Aktie: Kriegsschiffe und Kürzungen
Rheinmetall wächst weiter – und steht gleichzeitig unter Druck. Die vollzogene Übernahme der Naval Vessels Lürssen macht den Konzern zum Kriegsschiff-Hersteller. Doch parallel dazu kürzt der Bundestag das Drohnen-Budget drastisch. Der Markt reagiert verhalten auf die gegenläufigen Signale.
Von der Munition zur Marine: NVL-Deal abgeschlossen
Mit Wirkung zum 1. März hat Rheinmetall die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) abgeschlossen. Der Düsseldorfer Konzern integriert damit vier norddeutsche Werften – darunter das traditionsreiche Blohm+Voss in Hamburg – und rund 2.100 Mitarbeiter. Die neue Division „Naval Systems" unter Leitung von Tim Wagner, dem bisherigen NVL-Chef, erweitert das Portfolio fundamental: Rheinmetall kann künftig als Hauptauftragnehmer vollständige Kriegsschiffe wie Korvetten und Fregatten liefern.
Dieser Schritt katapultiert das Unternehmen in den milliardenschweren Markt für Marinetechnik. Der Konzern wandelt sich vom Zulieferer zum Full-Spectrum-Anbieter – zu Lande, in der Luft und nun auch auf See. Für 2026 soll die Marinesparte 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro Umsatz beisteuern und könnte mittelfristig Aufträge im Volumen von 12 bis 13 Milliarden Euro einbringen.
Politischer Rückschlag beim Drohnen-Programm
Der Haushaltsausschuss des Bundestags genehmigte für eine Kamikaze-Drohnen-Initiative lediglich 2 Milliarden Euro – weniger als die Hälfte der vom Verteidigungsministerium beantragten 4,4 Milliarden Euro. Rheinmetall soll voraussichtlich im April als dritter Lieferant in das Projekt einsteigen, das erwartete Auftragsvolumen von rund 269 Millionen Euro unterliegt nun aber strengen parlamentarischen Auflagen.
Die Kürzung verringert die Planungssicherheit erheblich und zeigt, wie sensibel der Markt auf haushaltspolitische Entscheidungen reagiert. Ein Lichtblick: Die Tochtergesellschaft Rheinmetall Mobile Systeme sicherte sich einen Auftrag aus Dänemark über fünf mobile Feldlazarette mit einem Volumen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Zahlen und Ziele: Was vom Wachstumskurs bleibt
Das Management peilt für 2026 einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden Euro an, die operative Marge soll zwischen 18 und 20 Prozent liegen. In Aussicht gestellt wurden deutsche Auftragseingänge von rund 67 Milliarden Euro über die kommenden vier Quartale. Der gesamte Auftragsbestand könnte bis Jahresende auf geschätzte 135 Milliarden Euro steigen.
Das Eigenkapital legte zuletzt um 22 Prozent auf 4,05 Milliarden Euro zu. Die Aktie steht nach den jüngsten Entwicklungen bei 1.645 Euro und hat damit in den vergangenen 30 Tagen knapp 7 Prozent verloren.
Analystenkonferenz als Wegweiser
Am 11. März veröffentlicht Rheinmetall die Jahreszahlen. Die anschließende Analystenkonferenz wird zeigen, wie das Management die reduzierten Programmbudgets kompensieren und die NVL-Integration umsetzen will. Die erfolgreiche Realisierung der angekündigten Synergien wird entscheidend dafür sein, ob der Konzern die projizierte Auftragsentwicklung erreicht und die Aktie wieder in Richtung ihrer früheren Höchststände laufen kann.
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