Die Rally der Rheinmetall-Aktie bekommt neuen Rückenwind von der Analystenseite. Während Goldman Sachs das Kursziel weiter anhebt, passt Berenberg seine Schätzungen nach einer Konzernumbau-Maßnahme an – bleibt aber klar positiv. Wie robust ist die Investmentstory im Verteidigungssektor wirklich?

Goldman Sachs hebt Kursziel an

Goldman-Sachs-Analyst Sam Burgess hat sein Kursziel für Rheinmetall von 2.200 auf 2.300 Euro erhöht und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Er stellt dabei vor allem die mittelfristige Ertragsdynamik in den Vordergrund.

Im Fokus seiner Argumentation stehen:

  • erwartete Meilensteinzahlungen in den Geschäftsjahren 2025 und 2026
  • ein kräftiger Barmittelzufluss (Cashflow) in diesem Zeitraum
  • ein aus seiner Sicht sehr niedriges Risiko, dass geplante deutsche Aufrüstungsprogramme gekürzt werden

Damit stützt Burgess explizit die Annahme, dass die langfristig höheren Verteidigungsausgaben keine kurzfristige Modeerscheinung sind, sondern eine tragfähige Grundlage für die aktuelle Bewertung darstellen.

Berenberg: Zielsenkung trotz Kaufempfehlung

Ein etwas anderes, aber nicht grundsätzlich skeptisches Bild zeichnet Berenberg. Das Haus senkt sein Kursziel von 2.340 auf 2.200 Euro, hält aber ebenfalls an „Buy“ fest.

Auslöser ist der Verkauf des zivilen Geschäftsbereichs, der die Ergebnisstruktur verändert. In der Folge nimmt Berenberg die Gewinnschätzungen je Aktie zurück:

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  • EPS-Prognose 2025: -9,1 %
  • EPS-Prognose 2026: -3,5 %

Diese Anpassung ist damit weniger ein Stimmungsumschwung, sondern eine Reaktion auf die neue Konzernstruktur. Trotz der reduzierten Prognosen bleibt der Blick nach vorne sehr zuversichtlich: Berenberg rechnet im europäischen Verteidigungsmarkt bis 2030 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 29 Prozent – ein deutliches Signal, dass das Umfeld für Rüstungswerte strukturell attraktiv eingeschätzt wird.

Breiter Konsens im Markt

Rheinmetall bewegt sich damit in einem Umfeld bemerkenswerter Analysten-Einigkeit. Mehrere große Häuser sehen den fairen Wert klar über dem aktuellen Kursniveau.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Schlusskurs heute: 1.910,50 Euro
  • Performance 12 Monate: +179,80 %
  • Goldman Sachs: 2.300 Euro (Buy)
  • JPMorgan: 2.250 Euro (Overweight)
  • Deutsche Bank: 2.100 Euro (Buy)

Die Aktie notiert damit unter nahezu allen relevanten Kurszielen, was rechnerisch ein spürbares Aufwärtspotenzial signalisiert. JPMorgan bestätigt seine „Overweight“-Einstufung mit Ziel 2.250 Euro, die Deutsche Bank bleibt bei „Buy“ und sieht 2.100 Euro.

Auch die technische Seite spiegelt den starken Lauf wider: Der Titel liegt rund 17 % über dem 50-Tage-Durchschnitt und knapp 11 % über der 200-Tage-Linie. Ein RSI von 83,7 und eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 80 % zeigen allerdings, dass der Wert klar in einer überhitzten und schwankungsanfälligen Phase angekommen ist.

Ausblick: Hohe Erwartungen, klarer Prüfstein

Trotz leichter Rücksetzer bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Mit knapp 180 % Plus auf Zwölfmonatssicht gehört Rheinmetall weiterhin zu den stärksten Werten am Markt. Die Kombination aus vollen Auftragsbüchern, politischem Rückenwind und angehobenen Kurszielen großer Investmentbanken legt die Messlatte jedoch hoch.

In den kommenden Quartalen wird entscheidend sein, ob die von Goldman Sachs erwarteten Meilensteinzahlungen und Cashflows im Kerngeschäft tatsächlich realisiert werden. Gelingt dies, wären die aktuellen Bewertungsniveaus aus Analystensicht weiterhin gut untermauert.

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