D-Wave Aktie: Ausbaukurs
D-Wave treibt seine Expansion Anfang 2026 auf mehreren Ebenen voran: Eine große Übernahme ist bereits abgeschlossen, parallel sucht das Unternehmen den Schulterschluss mit Partnern aus Industrie, Forschung und dem öffentlichen Sektor. Dazu kommen Quartalszahlen, die beim Blick aufs einzelne Vierteljahr enttäuschten, im Gesamtjahr aber starkes Wachstum zeigen. Entscheidend wird nun, ob der prall gefüllte Auftragseingang tatsächlich als Umsatz ankommt.
Neue Allianz im Südosten
Heute vor knapp zwei Wochen meldete D-Wave den Beitritt zum neu gegründeten Southeastern Quantum Collaborative (SQC). Zu den weiteren Gründungsmitgliedern zählen unter anderem die University of Alabama in Huntsville, Davidson Technologies, IBM und die Alabama A&M University.
Das Netzwerk will Wissenschaft, Wirtschaft und staatliche Stellen zusammenbringen, um Quanten-Technologie in der Region schneller in Anwendungen zu bringen. Ein Schwerpunkt ist der Aufbau von Fachkräften, die für eine breitere Kommerzialisierung nötig sind. Für D-Wave passt das auch operativ: Bei Davidson in Huntsville steht bereits ein D-Wave Advantage2™-System, was die Rolle des Unternehmens bei Ausbildungs- und Entwicklungsprojekten stützt.
Quartalszahlen verfehlen Erwartungen – Jahreswachstum bleibt stark
Die Zahlen für das 4. Quartal 2025 kamen heute vor einer Woche vor US-Börsenstart. Gemeldet wurden 2,8 Mio. US-Dollar Umsatz und ein Non-GAAP-Verlust von 0,09 US-Dollar je Aktie. Der Markt hatte mit einem geringeren Verlust von 0,06 US-Dollar je Aktie bei rund 3,7 Mio. US-Dollar Umsatz gerechnet.
Auf Jahressicht fällt das Bild deutlich besser aus: Der Umsatz legte 2025 laut Unternehmen um 179% zu, getragen von größeren kommerziellen Abschlüssen und einer Übernahme. Der Bruttogewinn stieg um 265%, und D-Wave beendete 2025 mit der höchsten Liquidität der Unternehmensgeschichte von über 884 Mio. US-Dollar.
Gleichzeitig zeigte sich aber auch Gegenwind bei den Annual Bookings (als Vorläufer künftiger Umsätze): Sie sanken um 22% auf 18,7 Mio. US-Dollar. Unterm Strich stand für 2025 ein Verlust von 1,11 US-Dollar je Aktie (48% höher als im Vorjahr) sowie ein negativer Free Cashflow von 75,8 Mio. US-Dollar. Der Cash-Verbrauch lag damit 69% über dem Niveau von 2024.
Beim finanziellen Polster bleibt D-Wave dennoch komfortabel: 635,3 Mio. US-Dollar lagen als Cash und Cash-Äquivalente vor, plus 249,1 Mio. US-Dollar an handelbaren Wertpapieren.
Ein wichtiger Stimmungsfaktor kam aus dem laufenden Jahr: Das Management verwies auf mehr als 30 Mio. US-Dollar Bookings allein im Januar. Bis gestern (Stichtag 25. Februar) lagen die Bookings im 1. Quartal bislang bei über 32,8 Mio. US-Dollar. Die Aussicht auf stärkeres Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2026 stützte nach der Veröffentlichung den Optimismus rund um die Aktie.
Quantum Circuits: Übernahme und Regierungsfokus
Bereits Anfang Januar kündigte D-Wave eine Übernahmevereinbarung für Quantum Circuits Inc. an. Der Kaufpreis lag bei 550 Mio. US-Dollar: 300 Mio. US-Dollar in D-Wave-Aktien und 250 Mio. US-Dollar in bar. Heute vor gut sechs Wochen meldete das Unternehmen dann den Abschluss der Transaktion.
Strategisch zielt D-Wave damit auf eine Dual-Plattform-Ausrichtung: Die eigene Steuerungs- und Cloud-Plattform trifft auf die Gate-Model-Technologie von Quantum Circuits, die auf fehlerkorrigierte supraleitende Systeme setzt. Als erstes Produkt der beschleunigten Roadmap ist ein Dual-Rail-System geplant, das 2026 allgemein verfügbar sein soll.
In den gleichen Kurs passt auch der bereits Ende 2025 gesetzte organisatorische Rahmen: D-Wave gründete gestern vor drei Monaten (2. Dezember 2025) eine eigene Geschäftseinheit für das US-Regierungsgeschäft. Die Einheit wird von Jack Sears Jr. geführt, der laut Unternehmen mehr als 25 Jahre Erfahrung in Wachstumsstrategien für Anbieter im Verteidigungs- und Luftfahrtumfeld mitbringt.
Marktreaktion und Bewertung
Nach den Q4-Zahlen schloss die Aktie die folgende Woche trotz eines deutlichen Rücksetzers am Freitag insgesamt 4% höher. Im selben Zeitraum fiel der S&P 500 um 0,4%, der Nasdaq Composite um 1%.
Auf der Analystenseite senkten Evercore ISI und Mizuho nach dem Bericht ihre Kursziele, was als Belastungsfaktor für den Abverkauf am Freitag genannt wurde. Über die vergangenen 52 Wochen bewegte sich die Aktie zwischen 4,45 und 46,75 US-Dollar.
Auffällig bleibt die Relation zwischen Bewertung und Umsatz: Bei einer Marktkapitalisierung von rund 6,7 Mrd. US-Dollar standen 2025 nur 24,6 Mio. US-Dollar Erlöse, was einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 260 entspricht. Rückenwind für den Sektor kam laut Text zudem von IonQ, dessen Quartalsergebnisse besser als erwartet ausfielen und Käufe bei Quanten-Aktien insgesamt unterstützten.
Zum Kernpunkt: Kann D-Wave die starken Bookings aus dem Jahresstart 2026 in tatsächlich verbuchte Umsätze umwandeln? Genau daran wird sich messen lassen, ob die Dual-Plattform-Strategie die hohe Bewertung tragen kann.
Der nächste operative Prüfstein liegt damit weniger in neuen Ankündigungen, sondern in der Umsetzung: Das Unternehmen hat für 2026 einen frühen Schub bei den Bookings gemeldet und zugleich ein erstes Dual-Rail-System für dieses Jahr in Aussicht gestellt – beides muss sich in den kommenden Quartalen in nachvollziehbaren Umsätzen und einer Verbesserung des Cashflows widerspiegeln.
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