Renault Aktie: Strategische Kehrtwende
Der französische Autobauer Renault vollzieht eine fundamentale strategische Kehrtwende. Nur zwei Jahre nach der Gründung löst Konzernchef François Provost die eigenständige Elektro-Sparte Ampere wieder auf und integriert sie zurück in den Hauptkonzern. Dieser überraschende Schritt stellt die bisherige E-Mobilitätsstrategie infrage und belastet die Stimmung bei Investoren – trotz solider Absatzzahlen für 2025.
Ampere-Aus als Eingeständnis
Die Entscheidung, die auf Elektrofahrzeuge und Software spezialisierte Holding Ampere aufzulösen, signalisiert einen harten Sparkurs. Ziel ist es, die organisatorische Komplexität zu reduzieren und operative Kosten zu senken. Marktbeobachter werten diesen Schritt als klares Eingeständnis, dass die Profitabilität der reinen E-Mobilität hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben ist. Damit macht der Konzern eine Kerninitiative des ehemaligen Chefs Luca de Meo rückgängig und erhöht die Unsicherheit über die künftige Ausrichtung.
Solider Absatz trifft auf skeptische Analysten
Die aktuellen Verkaufszahlen bieten auf den ersten Blick einen positiven Kontrast. Renault steigerte den weltweiten Absatz im dritten Jahr in Folge.
- Gesamtabsatz 2025: 2,34 Millionen Fahrzeuge (+3,2 %)
- Kernmarke Renault: 1,63 Millionen Einheiten (+3,2 %)
- Sportwagenmarke Alpine: Absatzplus von über 139 %
Trotz dieser Wachstumszahlen bleibt die fundamentale Bewertung angespannt. Die Schweizer Großbank UBS bekräftigte zuletzt ihre Verkaufsempfehlung („Sell“) mit einem Kursziel von 28,00 Euro. Analysten warnen vor einer weiteren Normalisierung der Margen im laufenden Jahr, was den Spielraum für Kursgewinne deutlich einschränken könnte.
Diversifikation in neue Geschäftsfelder
Parallel zur Neuordnung der E-Mobilität versucht Renault, sein Geschäftsmodell breiter aufzustellen. Ein markanter Schritt ist der geplante Einstieg in die französische Rüstungsindustrie, wo Kapazitäten für die Produktion von Militärdrohnen aufgebaut werden sollen. Diese Diversifikation soll die Abhängigkeit vom zyklischen PKW-Markt verringern und stabilere langfristige Aufträge bringen. Die Börse bewertet diesen Vorstoß jedoch als risikoreich, da die Integration rüstungsspezifischer Anforderungen hohe Investitionen erfordert.
Die Aktie notierte zuletzt bei 32,34 Euro und setzt damit ihren Abwärtstrend fort. Seit dem Jahresbeginn 2026 verzeichnet der Titel ein Minus von über sieben Prozent und notiert nur knapp drei Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Solange keine überzeugenden Details zum Kosteneinsparungspotenzial durch die Ampere-Reintegration vorliegen und die Margen unter Druck bleiben, dürfte die Skepsis der Anleger anhalten. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der strategische Richtungswechsel erste Früchte trägt.
Renault-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Renault-Analyse vom 24. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Renault-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Renault-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Renault: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








