Der Online-Apotheke Redcare Pharmacy weht ein rauer Wind entgegen. Während Drogerieketten wie Rossmann und dm in den digitalen Gesundheitsmarkt drängen, zwingen schwächere Profitabilitätsaussichten das Management zu schmerzhaften Zugeständnissen. Diese Kombination aus steigendem Wettbewerbsdruck und gekappten Margenzielen drückt die Bewertung des Unternehmens derzeit massiv.

Auslöser für den jüngsten Abverkauf war die Präsentation der Jahreszahlen Anfang März. Das Unternehmen senkte sein mittelfristiges Ziel für die bereinigte EBITDA-Marge überraschend von über acht auf nur noch über fünf Prozent. Da auch das vierte Quartal mit einer Marge von lediglich 1,6 Prozent die Markterwartungen deutlich verfehlte, zogen Investoren Kapital ab. Die Quittung folgte an der Börse: Am Freitag rutschte der Kurs auf ein neues Fünfjahrestief von 33,54 Euro ab, was einem Wertverlust von rund 50 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.

Neue Konkurrenz im Nacken

Verschärft wird die Marktlage durch neue Wettbewerber. Nach dm plant nun auch Rossmann für 2026 eine eigene Online-Apotheke, die aus den Niederlanden heraus operieren soll. Mit rund 11 Millionen App-Nutzern bringt der Konkurrent eine enorme Reichweite in den Heimatmarkt von Redcare mit.

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Allerdings gibt es eine entscheidende Einschränkung, die das Geschäftsmodell von Redcare schützt: Rossmann wird keine rezeptpflichtigen Medikamente (Rx) anbieten. Genau hier liegt der aktuelle Wachstumstreiber der Online-Apotheke. Im vergangenen Jahr verdoppelte sich der Rx-Umsatz in Deutschland nahezu auf 503 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet das Management dank E-Rezept und GesundheitsID mit rezeptpflichtigen Erlösen von über 670 Millionen Euro.

Lichtblicke im Kerngeschäft

Trotz der angespannten Lage deuten erste Signale auf eine Beruhigung hin. Daten des Analysehauses Hazeltree zeigen, dass institutionelle Leerverkäufer ihre Short-Positionen zuletzt um mehr als zehn Prozent abgebaut haben. Operativ rüstet sich das Unternehmen derweil für weiteres Volumen. Ein neues Logistikzentrum im tschechischen Pilsen erhöht die Versandkapazität für rezeptfreie Artikel um bis zu 15 Millionen Pakete jährlich.

Zusätzlicher Rückenwind könnte aus der Politik kommen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant, die Pauschale pro E-Rezept auf 9,50 Euro anzuheben. Eine solche Maßnahme würde bei Redcare fast eins zu eins in den operativen Gewinn fließen.

Die nächsten Wochen bringen zwei konkrete Termine, die für die strategische Ausrichtung maßgeblich sind. Auf der Hauptversammlung am 15. April 2026 stimmt das Gremium über einen personellen Umbau des Aufsichtsrats ab, bei dem drei langjährige Mitglieder durch neue Kandidaten ersetzt werden sollen. Die finanzielle Entwicklung rückt am 6. Mai in den Fokus. Die Quartalszahlen werden belegen, ob die Dynamik im wichtigen Rezeptgeschäft anhält und die angepassten Margenziele für das laufende Jahr auf Kurs sind.

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