Die Redcare Pharmacy Aktie ist am Mittwoch um 18,6 Prozent auf 48,40 Euro abgestürzt – der tiefste Stand seit Anfang 2023. Damit hat sich der Jahresverlust auf über ein Viertel ausgeweitet. Vom Zwischenhoch bei 171 Euro im November 2024 hat der Titel inzwischen rund 70 Prozent verloren. Anleger, die in der Corona-Hochphase Anfang 2021 zum Rekord bei 249 Euro einstiegen, sitzen auf noch dramatischeren Verlusten.

Der Grund für den Kursrutsch: Die Online-Apotheke enttäuschte auf ganzer Linie. Sowohl die Quartalszahlen als auch der Ausblick für 2026 blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück.

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Schwache Marge und verhaltene Prognose

Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg 2025 zwar um 72 Prozent auf 57 Millionen Euro, blieb aber unter den Analystenschätzungen. Die EBITDA-Marge erreichte lediglich 2,0 Prozent – am unteren Ende der eigenen Ziele. Im vierten Quartal lag die Marge mit 1,6 Prozent sogar 50 Basispunkte unter dem Konsens.

Besonders bitter: Das starke Wachstum bei verschreibungsfreien Produkten ging offenbar zulasten der Profitabilität. Jefferies-Analyst Martin Comtesse bemängelte, dass die Ziele für 2026 über alle Kennziffern hinweg enttäuschten und fast ein Fünftel unter dem Marktkonsens lägen.

Für das laufende Jahr rechnet Redcare mit einem Umsatzplus von lediglich 13 bis 15 Prozent – deutlich schwächer als die rund 25 Prozent in 2025. Der Erlös dürfte damit maximal 3,4 Milliarden Euro erreichen. Die bereinigte EBITDA-Marge soll auf mindestens 2,5 Prozent steigen.

Langfristziel kassiert

Noch schmerzhafter für Anleger: Das mittelfristige Margenziel wurde von 8 auf 5 Prozent gesenkt. Langfristig peilt das Management nun eine Profitabilität von über 8 Prozent an – ohne konkreten Zeitrahmen.

Analysten sehen vor allem im Deutschland-Geschäft Probleme. Das Wachstum bei rezeptpflichtigen Medikamenten falle deutlich schwächer aus als erhofft, so Baader-Experte Volker Bosse. Sarah Roberts von Barclays verwies zudem auf enttäuschende Umsätze mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten. Dies untermauere die Bedenken hinsichtlich des verschärften Wettbewerbs in Deutschland.

Hinzu kommt ein Führungswechsel: Im Aufsichtsrat werden bei der Hauptversammlung am 15. April Anja Hendel, Max Müller und Peter Schmid von Linstow als neue Mitglieder nominiert. Michael Köhler übernimmt den Vorsitz von Björn Söder, der das Gremium seit 2021 leitete.

Die Bären haben bei Redcare Pharmacy klar das Kommando übernommen. Der Titel befindet sich in einem intakten Abwärtstrend, und die Aussichten auf eine baldige Trendwende sind nach diesem Zahlenwerk deutlich getrübt.

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