Redcare Pharmacy Aktie: Achtsamkeit gefragt!
Europas größte Online-Apotheke hat das Rezept-Geschäft 2025 massiv ausgebaut und erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten erzielt. Doch statt Euphorie folgte am Donnerstag ein Kurseinbruch: Der Ausblick für 2026 enttäuschte auf ganzer Linie, und ausgerechnet das hochmargige Geschäft mit rezeptfreien Produkten schwächelt.
Rekorderlöse bei Rezepten, Verlust bleibt
Redcare legte am 4. März 2026 die Jahreszahlen für 2025 vor. Der Konzernumsatz stieg um 24,1 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro, getrieben vom E-Rezept-Boom in Deutschland. Dort verdoppelte sich der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten nahezu auf 503 Millionen Euro. Im vierten Quartal allein lag das Plus bei 60 Prozent auf 155 Millionen Euro – knapp über den Prognosen. Die aktive Kundenbasis wuchs binnen Jahresfrist um 1,4 Millionen auf 13,9 Millionen Nutzer.
Trotz der Umsatzexplosion bleibt Redcare tief in den roten Zahlen. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich zwar um 72,3 Prozent auf 57,4 Millionen Euro, lag aber am unteren Ende der eigenen Prognose und deutlich unter der Analystenschätzung von 61,6 Millionen Euro. Der Nettoverlust verringerte sich immerhin um 17,1 Prozent auf 37,7 Millionen Euro.
OTC-Geschäft bricht ein
Während die Rezeptumsätze boomen, schwächelt das Kerngeschäft mit rezeptfreien Produkten dramatisch. Im vierten Quartal wuchsen die OTC-Erlöse nur noch um 9,2 Prozent – nach 17 Prozent im Quartal zuvor. Im wichtigen DACH-Segment (Deutschland, Österreich, Schweiz) stiegen die Non-Rx-Umsätze sogar nur um 6,1 Prozent auf 345 Millionen Euro. Die Bruttomarge sank von 22,3 auf 21,3 Prozent, weil die margenschwachen Rezeptumsätze stärker ins Gewicht fallen. Der Quartalsumsatz lag rund drei Prozent unter den Erwartungen – hauptverantwortlich war das schwache OTC-Segment.
Ausblick schockt Analysten
Einen Tag vor den Jahlreszahlen hatte Redcare bereits die Prognose für 2026 veröffentlicht – und die fiel ernüchternd aus. Das Umsatzwachstum soll nur noch 13 bis 15 Prozent betragen, beim Non-Rx-Geschäft werden 8 bis 10 Prozent erwartet. Analysten hatten mit rund 17,5 Prozent gerechnet. Die bereinigte EBITDA-Marge soll mindestens 2,5 Prozent erreichen – Konsens lag bei 2,9 bis 3,0 Prozent. Redcare bezeichnete 2025 und 2026 als „Investitionshöhepunkt" und kündigte an, die Ausgabenintensität danach auf etwa zwei Prozent vom Umsatz zu senken.
Noch drastischer fiel die Anpassung der mittelfristigen Margenziele aus: Statt der bisher avisierten acht Prozent peilt CFO Hendrik Krampe nun nur noch „über fünf Prozent" an – eine deutliche Zurücknahme der Erwartungen.
Aktie unter Druck
Die Reaktion der Anleger war eindeutig. Die an der Xetra notierte Aktie brach auf rund 47 Euro ein. Das Handelsvolumen explodierte auf 896.005 Aktien – knapp das Zehnfache des Durchschnitts von 91.665 Stück. Analysten werteten dies als schnelle Umschichtung enttäuschter Investoren.
Die Redcare-Aktie verlor seit dem Jahreshoch bei 138,40 Euro im März 2025 mehr als zwei Drittel an Wert. Mit einem Minus von 37 Prozent seit Jahresbeginn und 66 Prozent auf Zwölfmonatssicht gehört der Titel zu den schwächsten Werten im Segment.
Automation soll Wende bringen
Redcare setzt auf Automatisierung, um die Kostenstruktur zu verbessern. Im November 2025 ging ein neues Logistikzentrum in Pilsen (Tschechien) in Betrieb, das Kapazität und Liefergeschwindigkeit erhöhen soll. Am Hauptstandort Sevenum wird eine neue Generation der Intralogistik installiert, deren Inbetriebnahme für das vierte Quartal 2026 geplant ist. Das Unternehmen erwartet dadurch deutlich höheren Durchsatz und sinkende Kosten pro Bestellung. 2025 investierte Redcare 118,6 Millionen Euro, vor allem in Automation und Logistik.
Die Spannung bleibt: Kann Redcare das enorme Umsatzwachstum bei E-Rezepten in nachhaltige Gewinne verwandeln? Die Antwort hängt davon ab, ob sich die Millionen-Investitionen in Automation auszahlen und das OTC-Geschäft stabilisiert. Bis dahin dürfte die Aktie volatil bleiben.
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