Puma Aktie: Hoffnungen trügen?
Ein Milliardenpoker um einen großen Anteilsposten heizt die Spekulationen rund um Puma an. Im Mittelpunkt steht das 29-Prozent-Paket der Eigentümerfamilie Pinault, für das der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports Interesse angemeldet haben soll. Die von den Verkäufern kolportierte Preisvorstellung liegt jedoch weit über dem, was der Markt aktuell zahlt – und genau dieser Gegensatz bestimmt die Lage der Aktie.
Machtkampf um den Preis
Der Kernkonflikt ist klar: Während Puma am Markt heute bei rund 22,33 Euro je Aktie gehandelt wird, sollen die Großaktionäre für ihr Paket einen Preis von mehr als 40 Euro verlangen. Das wäre ein Aufschlag von fast 75 Prozent auf das aktuelle Kursniveau.
Anta Sports, einer der größten Sportartikelhersteller Chinas, wird als potenzieller Käufer genannt. Die Holding Artémis der Familie Pinault gilt demnach als verkaufsbereit, will sich jedoch nicht unter Wert von ihrem Paket trennen. Solange diese Bewertungslücke besteht, erscheint ein schneller Abschluss wenig realistisch.
Die wesentlichen Punkte im Überblick:
- Käuferseite: Anta Sports mit Expansionsambitionen im globalen Sportartikelmarkt
- Verkäuferseite: Artémis (Pinault-Familie) mit klarer Preisuntergrenze
- Marktpreis: ca. 22,33 Euro je Aktie (heute)
- Geforderter Preis: über 40 Euro je Aktie
Der Kurs selbst pendelt zuletzt in einer engen Spanne und zeigt nur moderate Tagesbewegungen (heute etwa unverändert). Im größeren Bild ist der Absturz der vergangenen zwölf Monate jedoch deutlich: Gegenüber dem 52‑Wochen‑Hoch von 41,81 Euro hat die Aktie rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt.
Analysten sehen Spielraum nach oben
Rückendeckung für die hohen Preisforderungen kommt aktuell von Analystenseite. Die Privatbank Berenberg hat ihre Einstufung auf „Buy“ bestätigt und das Kursziel bei 40 Euro belassen. Analyst Nick Anderson verweist auf einen erheblichen Markenwert, der im aktuellen Kurs aus seiner Sicht nicht ausreichend reflektiert ist.
Diese Einschätzung verstärkt die Wahrnehmung einer fundamentalen Unterbewertung, zumindest wenn man den langfristigen Markennamen und die Positionierung von Puma im globalen Sport- und Lifestylegeschäft in den Vordergrund stellt. Kurzfristig wirken allerdings schwächere operative Kennziffern bremsend, was den Abstand zwischen Börsenkurs und Wunschpreis der Großaktionäre erklärt.
Charttechnisch notiert die Aktie knapp über wichtigen Durchschnittslinien: Der Kurs liegt rund 6 % über dem 200‑Tage‑Durchschnitt von 21,02 Euro und etwa 8 % über dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 20,71 Euro. Ein RSI von 73,2 signalisiert zudem ein bereits heiß gelaufenes Niveau, zumindest aus technischer Sicht.
Restrukturierung, Stellenabbau und Shortdruck
Parallel zur Übernahmediskussion läuft im Unternehmen ein tiefgreifender Umbau. CEO Arthur Hoeld hat 2025 als „Reset-Jahr“ ausgerufen. Bis Ende 2026 sollen rund 900 Stellen wegfallen. Der Hintergrund sind schwächere Umsätze und eine insgesamt angespannte operative Entwicklung, die das Gewinnprofil belastet.
Diese Gemengelage aus Restrukturierung, unsicheren Perspektiven und offener Eigentümerfrage zieht auch Shortseller an. Rund 6,5 Prozent des Aktienkapitals sind über meldepflichtige Netto-Leerverkaufspositionen abgesichert – ein für deutsche Verhältnisse hoher Wert. Hedgefonds setzen damit entweder auf weiter rückläufige Kurse oder darauf, dass die Übernahmeverhandlungen scheitern oder sich deutlich hinziehen.
Kommt es hingegen zu einer Einigung zwischen Artémis und Anta Sports zu einem deutlich höheren Preis, könnte dieser Shortdruck schnell zum Risiko für die Spekulanten werden. In einem solchen Szenario wäre ein sogenannter Short Squeeze möglich, bei dem Eindeckungskäufe die Kurse zusätzlich antreiben.
Fazit: Zwischen Fantasie und Gegenwind
Puma steckt in einem Spannungsfeld aus operativem Gegenwind und hoher Übernahmefantasie. Auf der einen Seite stehen Umsatzrückgänge, Restrukturierung und ein bemerkenswert hohes Short-Interesse. Auf der anderen Seite steht die Aussicht auf eine mögliche Übernahmeprämie, gestützt durch Analystenkursziele um 40 Euro und die klaren Preisvorstellungen der Pinault-Familie.
Solange die Diskrepanz zwischen dem Börsenkurs im Bereich um 22 Euro und den geforderten über 40 Euro je Aktie nicht überbrückt wird, bleibt die Aktie ein Spielball spekulativer Kräfte. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob sich Käufer und Verkäufer bei der Bewertung annähern und ob das Restrukturierungsprogramm bis 2026 die operative Basis spürbar stabilisiert.
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