Puma Aktie: Analysetreffen dokumentiert
Ein DAX-Titel mit starker Marke, aber schwacher Kursbilanz: Die Puma Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten fast die Hälfte ihres Werts eingebüßt, gleichzeitig mehren sich nun aggressive Kursziele und Übernahmespekulationen. Im Zentrum steht der mögliche Verkauf eines Großpakets sowie die Frage, wie viel ungehobenes Potenzial tatsächlich im Markenimage steckt. Genau diese Spannbreite zwischen Skepsis und Hoffnung prägt aktuell die Story.
Die Fakten im Überblick
- Aktueller Kurs: 22,34 Euro
- Verlust in 12 Monaten: rund -47 %, deutlich unter 52‑Wochen-Hoch von 41,81 Euro
- Analysten-Kursziele reichen von 20 bis 40 Euro
- Artemis (Familie Pinault) prüft Verkauf ihres 29‑%-Pakets
- Chinesischer Sportartikelkonzern Anta Sports als möglicher Käufer im Gespräch
Berenberg setzt auf Markenstärke
Trotz schwacher Kursentwicklung bleibt die Privatbank Berenberg klar optimistisch. Analyst Nick Anderson bestätigte am 14. Januar 2026 sein „Buy“-Rating und ein Kursziel von 40 Euro. Vom aktuellen Niveau aus entspräche das einem Aufwärtspotenzial von fast 80 Prozent.
Die Begründung ist vor allem strategischer Natur. Anderson verweist auf einen „immensen latenten Markenwert“, der derzeit im Kurs nicht annähernd eingepreist sei. Als Argumente führt er an:
- eine steigende Sichtbarkeit in Google-Suchanfragen,
- neue Produktinitiativen, die das operative Geschäft beleben sollen,
- sowie das Potenzial des neuen Managements, diesen Markenwert mittelfristig besser zu monetarisieren.
Damit zeichnet Berenberg ein Bild, in dem die aktuelle Schwäche eher als Bewertungschance denn als strukturelles Problem interpretiert wird.
Übernahmespekulationen um Artemis-Paket
Deutlich unmittelbarer für den Kurs wirkt der mögliche Verkauf des 29‑Prozent-Anteils der Großaktionärin Artemis, der Beteiligungsgesellschaft der Familie Pinault. Laut Marktberichten zeigt Anta Sports aus China konkretes Interesse an diesem Paket.
Die zentrale Spannung: Zwischen dem Börsenkurs um 22 Euro und den kolportierten Preisvorstellungen der Verkäuferseite liegt eine spürbare Lücke. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Artemis nur zu einem Preis deutlich über dem aktuellen Kurs verhandlungsbereit wäre. Diese Differenz sorgt für Fantasie – aber auch für Risiko.
Ein erfolgreicher Deal könnte gleich doppelt wirken: durch eine Übernahmeprämie und durch ein klareres Eigentümerbild. Scheitern dagegen die Gespräche oder reduzieren sich die Erwartungen, fiele diese spekulative Komponente weg. Genau diese Übernahmeprämie gilt derzeit als wichtige Stütze für den Kurs.
Große Spanne bei Analystenzielen
Wie unterschiedlich die Lage eingeschätzt wird, zeigt der Blick auf die jüngsten Analystenkommentare. Die Bewertungen decken eine breite Spanne ab:
- Berenberg: „Buy“, Kursziel 40 Euro
- Bernstein Research: „Outperform“, Kursziel 24 Euro – mit Verweis auf eine schwache Verbrauchernachfrage in Europa
- RBC: „Sector Perform“, Kursziel 20 Euro
Während Berenberg stark auf die Markendynamik und Managementchancen setzt, bleibt RBC zurückhaltender. Dort heißt es, ein möglicher Verkauf des Artemis-Pakets sei zwar grundsätzlich positiv, weil er die Eigentümerstruktur ordnen könnte. Das derzeitige Marktumfeld im Einzelhandel rechtfertige aber keine deutlich höheren Bewertungen.
Damit prallen zwei Sichtweisen aufeinander: strukturelle Stärke der Marke und potenzielle Übernahmeprämie auf der einen Seite, ein schwieriges Konsumumfeld und begrenzte Margenfantasie auf der anderen.
Chartbild zwischen Erholung und Belastung
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt, aber nicht aussichtslos. Der Kurs liegt mit 22,34 Euro deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 41,81 Euro, aber klar über dem Tief von 15,48 Euro. Gegenüber dem 50‑Tage-Durchschnitt von 20,83 Euro notiert die Aktie leicht im Plus, was auf eine gewisse Erholung der letzten Wochen hindeutet.
Auffällig ist der hohe Relative-Stärke-Index (RSI) von 73,2. Aus technischer Sicht deutet das auf einen bereits überkauften Zustand hin, also auf eine Phase, in der kurzfristige Rücksetzer statistisch wahrscheinlicher werden. Hinzu kommt eine annualisierte 30‑Tage-Volatilität von über 76 Prozent – ein klarer Hinweis auf nervöse, stark schwankende Kurse.
Vor diesem Hintergrund gewinnt der Bereich um 20 Euro an Bedeutung. Dort verläuft nicht nur der 50‑ und in der Nähe auch der 100‑Tage-Durchschnitt, sondern auch eine psychologisch wichtige Zone, in der sich zuletzt Käufer fanden. Kühlt die Übernahmefantasie ab oder setzen sich die vorsichtigen Stimmen durch, könnte diese Region erneut getestet werden.
Fazit: Spagat zwischen Fantasie und Realität
Die Puma Aktie steckt zwischen zwei Polen: Auf der einen Seite ein deutlich gefallener Kurs, der langfristige Markenstärke und Managementpotenzial nach Ansicht von Berenberg nicht widerspiegelt. Auf der anderen Seite ein Konsumumfeld, in dem konservativere Analysten wie RBC aktuell keinen Raum für hohe Neubewertungen sehen.
Kurzfristig dürfte der mögliche Verkauf des Artemis-Pakets an Anta Sports den Takt vorgeben. Kommt ein Deal zu einem klar über dem Markt liegenden Preis zustande, wäre das ein sichtbares Signal für den inneren Wert der Beteiligung. Bleibt es dagegen bei Gerüchten oder platzen die Gespräche, rückt wieder stärker das operative Umfeld mit seinen Belastungsfaktoren in den Vordergrund – und damit die Frage, ob der aktuelle Kurs eher Unter- oder Obergrenze einer neuen Handelsspanne markiert.
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