Zuffenhausen steht womöglich vor einer radikalen Kurskorrektur. Einem aktuellen Medienbericht zufolge erwägt der neue Vorstandschef Michael Leiters, die elektrischen Versionen der Erfolgsmodelle 718 Boxster und Cayman komplett zu streichen. Nach dem dramatischen Gewinneinbruch im Vorjahr könnte dies die notwendige Notbremse sein, um die Kosten in den Griff zu bekommen.

Die wichtigsten Fakten:

  • Strategiewechsel: CEO Michael Leiters prüft laut Bloomberg das Ende der elektrischen 718-Reihe.
  • Finanzlage: Die operative Marge brach in den ersten neun Monaten 2025 auf 0,2 Prozent ein.
  • Aktienkurs: Das Papier notiert mit 40,85 Euro in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Tief.
  • Nächster Termin: Der Geschäftsbericht am 11. März 2026 bringt Klarheit.

Kostenexplosion erzwingt Umdenken

Die Elektrifizierungsstrategie des Sportwagenbauers gerät ins Wanken. Laut Bloomberg, das sich auf interne Quellen beruft, sorgen Entwicklungsverzögerungen und explodierende Kosten für ein Umdenken in der Chefetage. Ursprünglich sollten die elektrischen Nachfolger der Mittelmotor-Sportwagen bereits 2025 auf den Markt kommen.

Dass die Pläne wackeln, deutete sich bereits an: Nachdem Porsche Ende 2025 die Bestellannahme für Verbrenner-Modelle in den USA gestoppt hatte, kündigte das Unternehmen später an, die eigentlich rein elektrische Plattform wieder für Verbrennungsmotoren zu öffnen. Nun steht offenbar das gesamte Elektro-Projekt der Baureihe zur Disposition.

Einstand nach Maß für Leiters?

Der Kurswechsel trägt die Handschrift des neuen CEO Michael Leiters. Er übernahm den Posten zum 1. Januar 2026 von Oliver Blume, der sich nun auf die Führung des Volkswagen-Konzerns konzentriert. Leiters, der Erfahrung von Ferrari und McLaren mitbringt, scheint gewillt, alte Zöpfe abzuschneiden, wenn die Rentabilität nicht stimmt.

Der Handlungsdruck ist enorm. Die am 24. Oktober 2025 veröffentlichten Zahlen für die ersten neun Monate offenbarten das ganze Ausmaß der Krise:
* Der operative Gewinn schrumpfte auf magere 40 Millionen Euro.
* Die Umsatzrendite kollabierte von 14,1 Prozent im Vorjahr auf 0,2 Prozent.
* Sonderbelastungen von 2,7 Milliarden Euro für die strategische Neuausrichtung drückten das Ergebnis.

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An der Börse spiegelt sich diese Misere deutlich wider. Mit aktuell 40,85 Euro notiert die Aktie nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 39,81 Euro und hat auf Jahressicht fast 32 Prozent an Wert verloren.

Mehrfachbelastung drückt auf die Stimmung

Neben den hausgemachten Problemen kämpft Porsche mit einem toxischen Marktumfeld. Der Absatz im einstigen Wachstumsmotor China ist deutlich zurückgegangen, während in Nordamerika Importzölle die Margen fressen. Zudem verläuft die Transformation zur Elektromobilität im gesamten Sektor schleppender als prognostiziert.

Das Management hat bereits reagiert: Bis 2029 sollen rund 3.900 Stellen abgebaut werden. Gleichzeitig wird das Portfolio wieder stärker für Verbrenner und Hybride geöffnet – eine pragmatische Abkehr von der reinen Elektro-Doktrin.

Entscheidung steht aus

Ob der elektrische 718 tatsächlich Geschichte ist, bevor er überhaupt auf der Straße war, ist noch nicht final entschieden. Investoren blicken nun gespannt auf den 11. März 2026. Die Vorlage des Geschäftsberichts wird zeigen, wie teuer die Aufräumarbeiten im Jahr 2025 unter dem Strich wirklich waren und welche strategische Route Michael Leiters für die kommenden Jahre einschlägt.

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