Porsche prüft offenbar einen heiklen Schnitt bei der Elektrifizierung: Geplante elektrische Sportwagen der 718-Reihe könnten gestrichen werden. Gleichzeitig zeigen die Auslieferungszahlen für 2025 nach unten – vor allem in China. Was steckt hinter der möglichen Kehrtwende bei den E-Modellen?

E-718 wohl auf dem Prüfstand

Laut einem Bloomberg-Bericht vom 2. Februar erwägt Porsche, die geplante elektrische 718-Linie (Boxster und Cayman) nicht weiterzuverfolgen. Als Gründe nennt der Bericht Entwicklungsverzögerungen und steigende Kosten. Die Überlegungen werden dem neuen Vorstandsvorsitzenden zugeschrieben, der seit dem 1. Januar 2026 im Amt ist.

Eine offizielle Stellungnahme von Porsche zu den Bloomberg-Informationen liegt nicht vor. Klar ist aber: Der 718 Cayman mit Verbrennungsmotor wurde bereits im vergangenen Jahr eingestellt – die Modellreihe befindet sich also ohnehin im Umbruch.

Absatzrückgang 2025 – China bremst

Zusätzlich zur Modellfrage belastet die operative Entwicklung: Porsche lieferte 2025 weltweit 279.449 Fahrzeuge aus, zehn Prozent weniger als im Vorjahr (310.718). Besonders deutlich fällt das Minus in China aus – einem Markt, der zuletzt ohnehin schwächer für Premium-Hersteller lief.

Wichtige Punkte aus den veröffentlichten Auslieferungsdaten:

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  • Auslieferungen 2025 gesamt: 279.449 Fahrzeuge (-10% zum Vorjahr)
  • China: 41.938 Auslieferungen (-26%)
  • Nordamerika: 86.229 Auslieferungen (stabil)
  • Europa ohne Deutschland: 66.340 Auslieferungen (-13%)
  • Deutschland: 29.968 Auslieferungen (-16%)

Bei den Modellen zeigt sich ein gemischtes Bild: Der Macan blieb mit 84.328 Auslieferungen die volumenstärkste Reihe. Der 911 erreichte mit 51.583 Einheiten sogar einen Rekord. Der elektrische Taycan hingegen rutschte um 22% auf 16.330 Fahrzeuge ab.

Porsche erklärte die Entwicklung unter anderem mit Angebotslücken beim 718 und beim Macan-Verbrenner, der anhaltend schwächeren Nachfrage nach Premium-Produkten in China sowie einer wertorientierten Angebotssteuerung.

Aktie weiter unter Druck – Terminplan steht

Am Markt spiegelt sich diese Gemengelage aus Modellunsicherheit und Absatzrückgang im Kursverlauf wider. Der Schlusskurs lag gestern (Donnerstag) bei 40,45 Euro. Auf 30 Tage steht ein Minus von 12,65%, auf zwölf Monate sogar 32,09%. Auffällig: Der Kurs notiert mit rund 8,8% klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt (44,36 Euro) – der Trend bleibt damit kurzfristig abwärtsgerichtet.

Neben dem operativen Thema gab es zuletzt auch personelle Bewegung: Porsche meldete am 28. Januar 2026 einen Wechsel an der Designspitze. Tobias Sühlmann übernimmt die Leitung Design von Michael Mauer.

Konkrete nächste Fixpunkte sind bereits terminiert: Der Jahresfinanzbericht 2025 soll am 11. März 2026 erscheinen, der Q1-Bericht 2026 folgt am 29. April 2026. Dort dürfte sich zeigen, wie stark China und die Modelllücken weiter auf die Zahlen drücken – und ob die Produktplanung, inklusive der 718-Zukunft, klarer wird.

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