Plug Power gerät zum Wochenschluss erneut unter Druck. Auslöser ist diesmal kein neues Zahlenwerk, sondern ein klarer Stimmungsumschwung bei einem bislang optimistischen Analysehaus. Entscheidend ist dabei weniger die Einstufung an sich, sondern das, was sie über die Erwartungen an die gesamte Wasserstoffbranche verrät.

TD Cowen kippt die Kaufempfehlung

Im Mittelpunkt steht eine Studie von TD Cowen vom Freitagmorgen. Die Bank hat Plug Power von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft und das Kursziel deutlich von 4,00 auf 2,00 US‑Dollar gesenkt. Damit liegt das neue Ziel sogar leicht unter dem aktuellen Kursniveau von 2,19 US‑Dollar und signalisiert aus Sicht der Analysten eher begrenztes Potenzial – trotz des bereits deutlichen Rückgangs der vergangenen Monate.

Begründet wird der Schritt nicht primär mit einem Einzelfehler von Plug Power, sondern mit einem schwierigeren Umfeld für den gesamten Wasserstoffsektor. TD Cowen verweist unter anderem auf eine Einschätzung von Wood Mackenzie, die 2026 als „Jahr der Abrechnung“ für die Branche bezeichnet. Gemeint ist damit vor allem der Druck, endlich belastbare Fortschritte auf dem Weg zur Profitabilität zu liefern und Geschäftsmodelle zu beweisen, statt nur Visionen zu verkaufen.

Die Folge: Plug-Power-Aktien gaben am Freitag im Tagesverlauf zeitweise deutlich nach und schlossen letztlich 5,60 % im Minus bei 2,19 US‑Dollar. Auf Wochensicht fällt der Rückgang damit moderat aus, aber der negative Impuls vom Freitag dominiert klar die kurzfristige Stimmung.

Widersprüchliche Signale von Analysten

Interessant ist der Kontrast zu einer Entscheidung nur eine Woche zuvor. Da hatte Clear Street den Titel noch auf „Strong Buy“ hochgestuft – allerdings bei einem Kursziel von 3,00 US‑Dollar, also ebenfalls deutlich unter früheren Erwartungen. Beide Häuser senden damit zwar unterschiedliche Signale zur Einstufung, aber ein gemeinsames Bild zur Bewertung: Die Euphorie ist raus, das Chance-Risiko-Verhältnis wird deutlich nüchterner gesehen.

Der jüngste Schritt von TD Cowen wiegt vor allem deshalb schwer, weil er die Sorgen um Zeitplan und Umsetzbarkeit der Wachstumspläne verstärkt. Die Analysten verweisen explizit auf:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Plug Power?

  • eine unsichere Aussicht für die Wasserstoffindustrie insgesamt
  • erhebliche Risiken bei der operativen Umsetzung großer Projekte
  • Verzögerungen auf dem Weg zu nachhaltig positiven Margen

Damit rückt weniger der nächsten Auftrag in den Fokus, sondern die Grundfrage, wann die Branche strukturell Geld verdient.

Operative Fortschritte treffen auf Skepsis

Operativ versucht Plug Power, genau diese Zweifel mit neuen Verträgen zu kontern. Ende Dezember meldete das Unternehmen einen 15‑jährigen Lizenzdeal mit Walmart für GenKey-Systemmaterialien. Ein solch langfristiger Vertrag mit einem Großkunden unterstreicht, dass die Technologie im Markt ankommt und Partnerschaften mit namhaften Abnehmern bestehen.

Trotzdem überlagern derzeit andere Themen die positiven Schlagzeilen. Zum einen bleibt die Finanzlage angespannt: Im dritten Quartal 2025 lag der Verlust je Aktie bei -0,12 US‑Dollar. Das war zwar leicht besser als erwartet, doch auf der Umsatzseite verfehlte Plug Power mit 177,06 Millionen US‑Dollar die Konsensschätzung von 185,41 Millionen US‑Dollar. Zum anderen sorgen makroökonomische Gegenwinde – höhere Finanzierungskosten, geringere Risikobereitschaft der Investoren – für zusätzliche Zurückhaltung bei kapitalintensiven Zukunftsprojekten.

Charttechnisch spiegelt der Kurs diese Gemengelage wider. Mit 2,19 US‑Dollar notiert die Aktie deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 3,51 US‑Dollar, gleichzeitig aber weit über dem Zwischentief von 0,63 US‑Dollar. Der Abstand von knapp 38 % zum Hoch und mehr als 200 % zum Tief zeigt, wie schwankungsanfällig der Titel geblieben ist. Auch der 30‑Tage-Volatilitätswert von rund 74 % unterstreicht, wie nervös der Markt auf neue Informationen reagiert.

Bewertung und technische Lage

Die aktuelle Kursregion wirkt wie ein Spannungsfeld zwischen Hoffnung und Skepsis. Der Schlusskurs liegt zwar über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 1,94 US‑Dollar und deutlich über der 200‑Tage-Linie bei 1,60 US‑Dollar, was technisch betrachtet eher eine Zwischen-Erholung signalisiert. Gleichzeitig bewegt sich der Titel in der Nähe der von TD Cowen ausgerufenen Zielmarke von 2,00 US‑Dollar – ein Niveau, das nun als psychologisch wichtige Unterstützung gelten dürfte.

Der RSI (14 Tage) von 48,7 liegt nahe der Neutralzone und deutet weder auf eine überkaufte noch auf eine überverkaufte Situation hin. Das passt zur insgesamt gemischten Analystenlage: Die Konsensbewertung liegt bei „Hold“, die durchschnittlichen Kursziele bewegen sich nach jüngsten Anpassungen grob in einer Spanne von 2,10 bis 2,73 US‑Dollar. Viel Spielraum nach oben kalkuliert der Markt damit kurzfristig nicht ein.

Ausblick: Marching Order kommt im März

Entscheidend für die weitere Entwicklung dürften die nächsten Quartalszahlen Anfang März sein. Für den anstehenden Berichtstermin am 2. März 2026 erwarten Analysten derzeit Erlöse von rund 218 Millionen US‑Dollar. Ob Plug Power diese Marke erreicht oder verfehlt, wird direkt als Test dafür gelten, wie realistisch die Wachstumsstory im „Jahr der Abrechnung“ tatsächlich ist.

Bis dahin bleibt die Aktie im Spannungsfeld zwischen operativen Fortschritten wie dem Walmart-Deal und anhaltender Skepsis bezüglich Cash-Burn und Profitabilitätspfad. Die Kombination aus gesenkten Kurszielen, hoher Volatilität und dem nahen Termin für neue Zahlen sorgt dafür, dass der März-Bericht zum zentralen Referenzpunkt für die Bewertung von Plug Power in diesem Jahr werden dürfte.

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