Nach dem heftigsten Ausverkauf bei Softwarewerten seit Jahren suchen Anleger nach Orientierung. Auslöser waren neue KI-Modelle, die die Spielregeln für klassische Unternehmenssoftware infrage stellen. Und mittendrin: Palantir – mit starken Zahlen im Rücken, aber trotzdem unter Verkaufsdruck. Was steckt hinter dieser widersprüchlichen Gemengelage?

KI-Fortschritte setzen Softwarewerte unter Druck

Der Abwärtsstrudel dieser Woche begann, nachdem Anthropic am 5. Februar sein neues Modell Claude Opus 4.6 vorgestellt und zusätzliche Funktionen für „Claude Cowork“ präsentiert hatte. Laut Reuters lösten die Fortschritte eine Neubewertung aus: Investoren fragten sich plötzlich, wie gut traditionelle Softwareanbieter ihre Position verteidigen können, wenn KI immer mehr Aufgaben direkt übernimmt.

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Besonders brisant: Anthropic betont verbesserte Coding-Fähigkeiten, inklusive einer Funktion, die Codebasen eigenständig prüfen und reparieren kann. Das trifft einen Nerv – denn genau hier liegt die Angst vieler Marktteilnehmer: Wenn KI Programmierung, Wartung und Migration automatisiert, könnten etablierte Softwareumsätze schneller unter Druck geraten als bislang gedacht.

Zusätzliche Unruhe kam ausgerechnet aus Palantirs eigener Chefetage. Auf der jüngsten Quartalskonferenz sagte CTO Shyam Sankar, Palantirs KI-Tools könnten komplexe SAP-ERP-Migrationen von „Jahren“ auf „bis zu zwei Wochen“ verkürzen. Als Produktbotschaft klingt das stark – für den Gesamtsektor wirkt es aber wie ein Beleg dafür, wie schnell KI bestehende Geschäftsmodelle umkrempeln kann.

Trotz Rekordton: Aktie gerät in den Sog

Obwohl CEO Alex Karp die jüngsten Ergebnisse als außergewöhnlich stark bezeichnete, rutschte die Aktie im Wochenverlauf deutlich ab. Der Kontext ist entscheidend: Es ging weniger um Palantir-spezifische Enttäuschungen, sondern um eine sektorweite Risiko-Reduktion nach dem KI-„Aha-Moment“.

Ein Analysten-Zitat unterstreicht die Dimension: Wedbush-Analyst Dan Ives sprach laut Bloomberg von einem Software-Ausverkauf „wie nichts“, was er in 25 Jahren gesehen habe. Gleichzeitig nannte er Palantir ein Beispiel dafür, dass Software auch im KI-Zeitalter bestehen könne – ein Hinweis darauf, dass der Markt gerade stark pauschalisiert, statt sauber zu differenzieren.

Heute zeigt sich zumindest eine Stabilisierung: Der Kurs liegt bei 115,14 € und damit kaum verändert zum Vortag. Nach -26,77% in 30 Tagen ist das allerdings eher ein erstes Durchatmen als schon die Entwarnung.

Starke Zahlen und neue Verträge liefern Substanz

Fundamental lieferte das Unternehmen zuletzt Argumente, die eine gewisse „Basis“ unter die Story legen können. Für das vierte Quartal 2025 meldete Palantir (laut Investor-Relations) unter anderem:

  • Umsatz: 1,41 Mrd. US-Dollar (+70% zum Vorjahr)
  • US-Kommerz-Umsatz: 507 Mio. US-Dollar (+137% zum Vorjahr)
  • Nettogewinn: 609 Mio. US-Dollar (43% Marge)
  • Adjusted Free Cash Flow: 791 Mio. US-Dollar (56% Marge)
  • Ausblick 2026 (Umsatz): 7,182 bis 7,198 Mrd. US-Dollar

Laut CNBC lag diese Prognose klar über dem, was FactSet-Analysten zuvor erwartet hatten (6,22 Mrd. US-Dollar). Zusätzlich sorgt ein großer Auftrag aus Großbritannien für bessere Visibilität: Palantir erhielt einen Drei-Jahres-Vertrag über 240,6 Mio. Pfund vom britischen Verteidigungsministerium (unterzeichnet am 30. Dezember 2025). Dazu kommen laut Quelle weiterhin sehr große US-Verteidigungsdeals (US Army und US Navy).

Unterm Strich erklärt das auch die aktuelle Kursdynamik: Kurzfristig dominiert der KI-getriebene Stimmungsumschwung im Softwaresektor – gleichzeitig bringt Palantir mit Wachstum, Profitabilität und öffentlichen Großaufträgen handfeste Daten auf den Tisch, die eine Erholung grundsätzlich plausibel machen.

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