Bei Orsted liegen Freud und Leid derzeit nah beieinander. Zwar sorgt ein richterlicher Beschluss in den USA für großes Aufatmen und kurbelt den Aktienkurs an, doch die operativen Risiken sind noch nicht vollständig gebannt. Während ein Großprojekt weitergehen darf, frisst der Stillstand an anderer Stelle täglich Millionen und geopolitische Spannungen belasten die Stimmung.

Grünes Licht für Revolution Wind

Ein US-Bundesrichter kassierte kürzlich den Versuch der Regierung, den Bau des Windparks "Revolution Wind" zu stoppen. Für den dänischen Energiekonzern ist dies ein essenzieller Etappensieg: Die Installation der Anlagen vor der Küste von Rhode Island und Connecticut ist fast abgeschlossen. Ein verordneter Baustopp hätte massive finanzielle Schäden nach sich gezogen und das Projekt möglicherweise gänzlich gefährdet. Die Aktie reagierte mit einem spürbaren Kurssprung auf die gesunkenen Ausfallrisiken.

Teure Hängepartie

Trotz des juristischen Erfolgs bleibt die finanzielle Lage im US-Geschäft angespannt. Der zwischenzeitliche Stillstand verursachte allein bei "Revolution Wind" geschätzte Kosten von über 1,4 Millionen Dollar pro Tag.

Noch problematischer gestaltet sich die Situation beim Projekt "Sunrise Wind" vor New York. Dieses steckt weiterhin in juristischen Auseinandersetzungen fest. Der generelle 90-tägige Regulierungsstopp der US-Regierung, der seit Dezember 2025 gilt, sorgt für anhaltende Unsicherheit bei insgesamt fünf großen Offshore-Projekten der Branche.

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Anleger sollten nun folgende Faktoren genau beobachten:
* Das Ergebnis der wichtigen behördlichen Überprüfung, das für Ende März erwartet wird.
* Den fortlaufenden Rechtsstreit um das blockierte "Sunrise Wind"-Projekt.
* Geopolitische Spannungen und drohende US-Zölle auf dänische Waren, die den Sektor zusätzlich belasten.

Strategische Fortschritte in Asien

Völlig anders präsentiert sich die Lage im asiatisch-pazifischen Raum, wo Orsted operative Erfolge verzeichnet. In Taiwan meldet der Konzern die erfolgreiche Installation aller 66 Turbinen für die Windparks "Greater Changhua 2b und 4".

Zudem gelang ein wichtiger strategischer Schritt zur Kapitalbeschaffung: Orsted verkauft 55 Prozent am "Greater Changhua 2"-Projekt an Cathay Life Insurance. Diese Transaktion unterstreicht die Fähigkeit des Unternehmens, Kapital in Wachstumsmärkten effektiv zu recyceln. Der Abschluss des Deals wird parallel zur kommerziellen Inbetriebnahme im dritten Quartal 2026 erwartet.

Für den weiteren Kursverlauf ist entscheidend, ob Orsted die verbleibenden regulatorischen Hürden in den USA bis zur Frist im März nehmen kann. Während das Asien-Geschäft als solider Anker fungiert, bleibt die Volatilität des US-Marktes das dominierende Risiko für die Bewertung des dänischen Energieriesen.

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