Ausgerechnet in dem Moment, in dem sich Ørsted operativ und finanziell stabiler zeigt, rückt die Eigentümerfrage wieder in den Mittelpunkt. Der dänische Wahlkampf hat die Debatte über den staatlichen Anteil neu angeheizt – und damit einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für Anleger geschaffen. Wie realistisch ist ein Ausstieg des Staates nach der Wahl?

Wahlkampf bringt Staatsanteil zurück

Der Wahlkampf in Dänemark läuft seit dem 26. Februar, nachdem Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Neuwahlen ausgerufen hatte. Die Parlamentswahl findet am 24. März statt.

Mehrere Parteien fordern, dass der Staat seine Mehrheitsbeteiligung von 50,1% an Ørsted nach der Wahl verkauft. Laut Finans drängen vier Parteien aus dem rechten Lager auf einen Ausstiegsplan. Eine fünfte Partei, die Liberalen (Teil der Regierungskoalition), kündigte an, die Idee nicht zu blockieren. Zusammen kommen diese fünf Parteien auf rund 40% der aktuellen Parlamentssitze.

Umfragen deuten allerdings darauf hin, dass ein Verkauf politisch vorerst unwahrscheinlich bleibt. Nach einer aktuellen Erhebung des öffentlich-rechtlichen Senders DR könnten die fünf rechten Parteien bei der Wahl 74 von 179 Sitzen erreichen – zu wenig für eine Mehrheit. Zudem sprechen die Umfragen eher für eine linksgerichtete Regierung, die bislang keine Bereitschaft zum Verkauf signalisiert hat. Zwei der Parteien brachten zudem ins Spiel, vor einem Verkauf zunächst strategisch wichtige Ørsted-Vermögenswerte für die nationale Energieinfrastruktur abzuspalten und im Staat zu halten.

Manager-Transaktion gemeldet

Diese Woche veröffentlichte Ørsted außerdem eine Pflichtmitteilung nach Artikel 19 der EU-Marktmissbrauchsverordnung (Regulation Nr. 596/2014). Demnach meldete das Unternehmen am 3. März ein aktienbezogenes Geschäft einer Führungskraft. Betroffen ist Chief Development Officer Amanda Ash Dasch.

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Zahlen stützen die Erholung

Abseits der politischen Diskussion zeigt Ørsted beim operativen Ergebnis wieder mehr Stabilität. Das EBITDA (ohne neue Partnerschaftsvereinbarungen und ohne Stornogebühren) lag bei 25,1 Mrd. DKK und damit innerhalb der eigenen Spanne von 24 bis 27 Mrd. DKK. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Jahresgewinn von 3,2 Mrd. DKK.

Wichtiger Baustein war die Stärkung der Kapitalstruktur durch eine Kapitalerhöhung. Zudem meldete Ørsted, das Desinvestitionsprogramm für 2025 und 2026 früher als geplant abgeschlossen zu haben – und mit höheren Erlösen als erwartet.

Konkret vereinbarte Ørsted mit Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) über dessen Fonds „Copenhagen Infrastructure V (CI V)“ den Verkauf des gesamten europäischen Onshore-Geschäfts. Der Transaktionswert liegt bei 1,44 Mrd. Euro (10,7 Mrd. DKK). Der Abschluss wird im zweiten Quartal erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

In Summe beziffert Ørsted die Erlöse aus abgeschlossenen Transaktionen im Zeitraum 2025–2026 auf rund 46 Mrd. DKK. Das liegt über dem Zielwert von mehr als 35 Mrd. DKK.

Auch der Ausblick bleibt stehen: Für 2026 erwartet Ørsted ein EBITDA (wiederum ohne neue Partnerschaften und Stornogebühren) von über 28 Mrd. DKK sowie Bruttoinvestitionen von 50 bis 55 Mrd. DKK. Jefferies verwies zudem darauf, dass Offshore-Wind die Erwartungen um etwa 4% übertroffen habe, gestützt durch geringere Entwicklungskosten und bessere Standort-Performance – teils ausgeglichen durch negative Ergebnisbeiträge aus Bauvereinbarungen. Im Onshore-Bereich lag das EBITDA laut Jefferies bei 1,36 Mrd. DKK und damit rund 24% über dem Konsens, vor allem wegen im Quartal verbuchter Veräußerungsgewinne.

Am Markt spielt auch der jüngste staatliche Beitrag zur Stabilisierung hinein: Dänemark beteiligte sich an einem Paket, bei dem der Staat die Hälfte der im Oktober durchgeführten Kapitalerhöhung über 60 Mrd. DKK mittrug, die Ørsted im Branchenabschwung benötigte. Dass kurz danach wieder Forderungen nach einem Staatsausstieg lauter werden, macht die Debatte zusätzlich kompliziert.

Der nächste feste Termin ist der Quartalsbericht am 6. Mai. Bis dahin dürften vor allem die Wahl am 24. März und die daran geknüpfte Diskussion um den staatlichen Anteil den Takt vorgeben – während Ørsted gleichzeitig an seiner Prognose für 2026 festhält.

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