Oracle Aktie: KI-Ausgaben steigen
Oracle rückt gleich in zwei Tech-Debatten ins Zentrum: TikToks Neuaufstellung in den USA und der Wettlauf um KI-Rechenpower. Während das Unternehmen bei TikTok als Sicherheitspartner mit an Bord ist, dreht es bei den eigenen Investitionen deutlich auf. Die entscheidende Frage dahinter: Zahlt sich dieser Spagat strategisch aus – oder wird er vor allem teuer?
TikTok-Joint-Venture: Oracle als „Trusted Partner“
Im neu geschaffenen TikTok U.S. Data Security Joint Venture übernimmt Oracle eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit Silver Lake und dem in Abu Dhabi ansässigen MGX gehört Oracle zu den „Managing Investors“. Jeder der drei hält 15% – zusammen kontrollieren US- und globale Investoren 80,1% des Gemeinschaftsunternehmens. ByteDance bleiben 19,9%.
Laut Reuters soll Oracle US-Nutzerdaten auf der Oracle Cloud hosten und als „trusted security partner“ die Software-Absicherung begleiten. Interessant am Rand: Am 28. Januar führte Oracle technische Probleme bei US-TikTok-Nutzern auf einen vorübergehenden, wetterbedingten Stromausfall in einem Oracle-Rechenzentrum zurück.
Die Bewertung des Joint Ventures wird in Berichten mit rund 14 Mrd. US-Dollar beziffert. Der Oracle-Anteil (15%) entspräche damit etwa 2,1 Mrd. US-Dollar – im Kontext der Unternehmensgröße eher ein strategisches Signal als ein finanzieller Gamechanger.
KI-Infrastruktur: CapEx-Sprung auf 50 Milliarden Dollar
Parallel fährt Oracle die Ausgaben für KI-Infrastruktur hoch. Für das Geschäftsjahr 2026 wurde die CapEx-Prognose auf rund 50 Mrd. US-Dollar angehoben – knapp 15 Mrd. US-Dollar mehr als zuvor erwartet. Allein im zweiten Quartal von FY2026 investierte Oracle etwa 12 Mrd. US-Dollar, vor allem in GPU-basierte Infrastruktur und Rechenzentren.
Am 26. Januar skizzierte Oracle in einem Blogpost die eigene KI-Infrastruktur-Strategie. Genannt wurden Projekte mit OpenAI, unter anderem an Standorten in Texas sowie in New Mexico, Wisconsin und Michigan. Auffällig ist der Zusatz zur Energie: Oracle betonte, notwendige Netzausbauten selbst zu finanzieren und auf geschlossene, nicht-verdunstende Kühlsysteme zu setzen.
Neue Plattform für Life Sciences – und starke Q2-Zahlen
Am 29. Januar stellte Oracle zudem die Oracle Life Sciences AI Data Platform vor. Die generative KI-Lösung soll Prozesse von Forschung und Entwicklung über klinische Studien bis zur Vermarktung unterstützen. Als Datenbasis nennt Oracle 129 Mio. anonymisierte, longitudinale Gesundheitsdatensätze aus „Oracle Health Real-World Data“.
Fundamental hatte Oracle bereits am 10. Dezember (Q2 FY2026) geliefert:
- Umsatz: 16,1 Mrd. US-Dollar (+14% YoY)
- Cloud-Umsatz: 8,0 Mrd. US-Dollar (+34% YoY)
- Non-GAAP EPS: 2,26 US-Dollar (+54% YoY)
- Remaining Performance Obligations (RPO): 523 Mrd. US-Dollar (+438% YoY)
Warum die Aktie trotzdem unter Druck steht
Trotz der Wachstumszahlen steht die Aktie zuletzt sichtbar tiefer: Auf 30-Tage-Sicht liegt sie -14,88%, und der Kurs notiert -16,06% unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Im Quelltext werden dafür vor allem zwei Punkte genannt: Sorgen über das Schuldenniveau und die Frage, wie schnell sich der riesige Auftragsbestand (RPO) tatsächlich in Umsatz verwandeln lässt. Als Kennzahl wird ein sehr hoher Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity) von rund 432% angeführt.
Der nächste harte Datenpunkt folgt am 9. März 2026 mit den Zahlen zum dritten Quartal (Q3 FY2026). Dann wird sich zeigen, ob Oracle das hohe Investitionstempo in der KI-Infrastruktur mit weiterem Cloud-Wachstum und belastbaren Fortschritten bei der Umsatzrealisierung aus dem Backlog untermauern kann.
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