Oracle baut aktuell eine der größten Cloud-Infrastrukturen der Unternehmensgeschichte auf und wählt dafür außergewöhnliche Finanzierungswege. Während das operative Geschäft das stärkste Wachstum seit über einem Jahrzehnt verzeichnet, verschlingt der Ausbau der KI-Rechenzentren gigantische Summen. Um diese Lücke zu schließen, setzt der Softwarekonzern auf ein neuartiges Hardware-Modell und ein beispielloses 50-Milliarden-Dollar-Paket.

Das "Bring-Your-Own-Hardware"-Modell

Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist ein ungewöhnlicher Ansatz beim Bau von Rechenzentren. Beim sogenannten „Bring-Your-Own-Hardware“-Modell stellen die Kunden die physische Ausrüstung selbst bereit, während Oracle die Cloud- und Infrastrukturdienste liefert. Gleichzeitig verlangt das Unternehmen Vorauszahlungen für den Aufbau der KI-Infrastruktur.

Dieser Plan geht operativ auf: Allein im letzten Quartal unterzeichnete Oracle Verträge im Wert von 29 Milliarden US-Dollar unter diesem Modell. So sichert sich der Konzern für die nächsten drei Jahre eine Kapazität von über zehn Gigawatt, wobei Partner 90 Prozent der Kosten tragen. Dies reduziert den Druck auf den eigenen Cashflow erheblich.

Historisches Wachstum bei enormen Kosten

Parallel zu dieser strategischen Neuausrichtung präsentierte das Management die stärksten Quartalszahlen seit 15 Jahren. Der Umsatz kletterte im dritten Geschäftsquartal um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar, angetrieben von einem massiven Sprung von 84 Prozent im Bereich der Cloud-Infrastruktur.

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Allerdings hat dieses rasante Tempo seinen Preis. Die Investitionsausgaben stiegen zuletzt um 269 Prozent auf 8,5 Milliarden US-Dollar an. Auf Zwölfmonatssicht verzeichnet Oracle mittlerweile einen negativen freien Cashflow von 24,7 Milliarden US-Dollar. Um den enormen Kapitalbedarf zu decken, sammelte der Konzern kürzlich innerhalb weniger Tage 30 Milliarden US-Dollar über Anleihen und Vorzugsaktien ein. Ein weiteres Aktienausgabeprogramm über 20 Milliarden US-Dollar steht noch aus, was aktuell als Verwässerungsrisiko über dem Kurs schwebt.

Analysten sehen Einstiegschance

Trotz der hohen Kapitalintensität schüttet das Unternehmen weiterhin eine Quartalsdividende von 0,50 US-Dollar je Aktie aus. An der Wall Street führt der jüngste Kursrückgang – die Papiere notieren rund 55 Prozent unter ihrem Hoch vom September 2025 – zu einer Neubewertung des Chance-Risiko-Verhältnisses. Mehrere Analysten haben ihre Kursziele nach oben angepasst:

  • J.P. Morgan: Hochstufung auf "Overweight", Kursziel 210 US-Dollar
  • Oppenheimer: Bestätigung "Outperform", Kursziel 210 US-Dollar

Das Management untermauert den aggressiven Expansionskurs mit einer deutlich angehobenen Prognose. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Oracle nun einen Gesamtumsatz von 90 Milliarden US-Dollar an. Die rasanten Wachstumsraten bei der KI-Infrastruktur belegen, dass die Transformation greift, auch wenn die Vorabinvestitionen in Chips und Rechenzentren die Bilanz vorerst stark belasten.

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