Oracle Aktie: Massive Vertrauenskrise
Oracle steht am Scheideweg. Was als große KI-Wachstumsstory begann, droht in einer juristischen und finanziellen Schlammschlacht zu enden. Eine frisch eingereichte Sammelklage wirft dem Management irreführende Angaben vor, während explodierende Kosten den Cashflow belasten. Kurz vor den Quartalszahlen wächst die Skepsis: Ist der massive Auftragsbestand wirklich werthaltig oder ein riskantes Wagnis?
Schwere Vorwürfe der Anleger
Die Unsicherheit an den Märkten wird durch eine neue Klage der Kanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check befeuert. Der juristische Vorwurf wiegt schwer: Oracle soll Investoren über die tatsächlichen Kapazitäten seiner Rechenzentren und die damit verbundenen Kosten getäuscht haben. Im Fokus stehen Aussagen zwischen Juni und Dezember 2025.
Auslöser der Klage waren die Enthüllungen nach dem zweiten Quartal. Während das Umsatzwachstum die Erwartungen verfehlte, explodierten die Investitionsausgaben (CapEx). Das Management korrigierte die Prognose für die Ausgaben im Geschäftsjahr 2026 auf 50 Milliarden Dollar nach oben – eine Steigerung um satte 15 Milliarden Dollar gegenüber der erst im September getätigten Schätzung. Besonders kritisch werten Analysten, dass Oracle trotz dieser massiven Ausgaben die Umsatzprognose für 2026 nicht anhob.
Kosten explodieren, Cashflow schmilzt
Die finanzielle Realität hinter der KI-Strategie bereitet der Wall Street zunehmend Sorgen. Oracle verzeichnete zuletzt einen negativen Free Cash Flow von über 10 Milliarden Dollar. Eine Offenlegung im Quartalsbericht, die von Analysten als "Bombe" bezeichnet wurde, zeigte zudem Leasing-Verpflichtungen in Höhe von 248 Milliarden Dollar – fast ausschließlich für Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten.
Anders als viele Konkurrenten finanziert Oracle diese aggressive Expansion derzeit nicht aus dem laufenden Cashflow, sondern zunehmend über Schulden. Dies erklärt den massiven Kursverfall: Die Aktie hat seit ihrem Allzeithoch rund 52 Prozent an Wert verloren und notiert deutlich unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten.
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Das Klumpenrisiko OpenAI
Auf dem Papier sieht die Lage robuster aus: Der Bestand an verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) ist auf gigantische 523,3 Milliarden Dollar angeschwollen. Doch Experten warnen vor einem massiven Klumpenrisiko. Rund 300 Milliarden Dollar dieses Bestands entfallen allein auf OpenAI.
S&P Global Ratings wies darauf hin, dass OpenAI bis 2028 für mehr als ein Drittel der gesamten Oracle-Umsätze verantwortlich sein könnte. Die Abhängigkeit von der Zahlungsfähigkeit eines einzigen Akteurs, der selbst einen enormen Kapitalbedarf hat, ist riskant. Dass sich der Finanzier Blue Owl Capital kürzlich aus einem 10-Milliarden-Dollar-Projekt für ein OpenAI-Rechenzentrum zurückzog, hat das Vertrauen der Anleger zusätzlich erschüttert.
Entscheidender Test am 9. März
Am kommenden Montag öffnet Oracle seine Bücher für das dritte Quartal. Analysten erwarten einen Gewinn von 1,71 Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 16,9 Milliarden Dollar. Das Management steht unter massivem Druck, zu beweisen, dass die rekordhohen Investitionen und Leasing-Verpflichtungen tatsächlich in profitable Umsätze umgemünzt werden können. Sollten die Zahlen erneut eine Lücke zwischen Kostenexplosion und Ertragswachstum zeigen, dürfte sich die Talfahrt der Aktie weiter beschleunigen.
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