Netflix hat mit dem Rückzug aus dem Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery (WBD) einen zentralen Unsicherheitsfaktor vom Tisch genommen. Genau das hat der Markt am Freitag honoriert: Die Aktie sprang deutlich an. Heute lieferte JPMorgan mit einer Hochstufung zusätzliche Unterstützung – auch wenn der Kurs zum Wochenstart leicht nachgab.

Rückzug aus WBD – und 2,8 Milliarden Dollar obendrauf

Netflix wollte sein Angebot über rund 83 Milliarden Dollar für Teile von WBD (inklusive Warner Bros. und HBO Max) nicht erhöhen, nachdem der WBD-Vorstand das jüngste Angebot von Paramount Skydance als „überlegen“ eingestuft hatte. Ted Sarandos und Greg Peters begründeten den Schritt damit, dass der Deal „finanziell nicht mehr attraktiv“ sei.

Die Börse reagierte ungewöhnlich klar: Ausgerechnet das Scheitern der Übernahme trieb den Kurs. Hintergrund sind Sorgen, die seit Monaten mitschwingen: hohe zusätzliche Schulden und die operative Komplexität eines klassischen Hollywood-Studios.

Finanziell geht Netflix zudem nicht leer aus. Paramount Skydance zahlte die fällige Break-up-Fee in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar. Gleichzeitig kündigte Netflix an, das Aktienrückkaufprogramm wieder aufzunehmen. Während der Übernahmephase hatte der Konzern Buybacks pausiert.

JPMorgan wird optimistischer – trotz kleiner Zielkürzung

JPMorgan stufte Netflix heute auf „Overweight“ hoch. Analyst Doug Anmuth setzte das Kursziel auf 120 Dollar, nach zuvor 124 Dollar. Aus Sicht der Bank steht Netflix für solides organisches Wachstum: getragen von Inhalten, einer wachsenden globalen Abo-Basis, Preissetzungsmacht und einem noch nicht voll ausgeschöpften Werbe-Abo.

Anmuth sieht zudem KI als Rückenwind. KI könne Inhalte besser auffindbar machen und personalisieren, Werbelösungen und Messbarkeit verbessern und langfristig Produktionskosten senken. Gleichzeitig betont er, dass Storytelling und Talent entscheidend bleiben und Netflix dadurch besser gegen KI-Risiken geschützt sei als transaktionsbasierte Modelle.

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Zahlen, Werbung, Ausblick – was die Rally stützt

Operativ liefert Netflix Kennzahlen, die den Optimismus erklären: Der freie Cashflow stieg 2025 auf 9,5 Milliarden Dollar (Vorjahr: 6,9 Milliarden). Im vierten Quartal lagen es 1,9 Milliarden Dollar nach 1,4 Milliarden im Vorjahresquartal.

Im Q4 wuchs der Umsatz um 18% auf 12,1 Milliarden Dollar. Als Treiber nennt das Unternehmen Mitgliederwachstum, höhere Preise und steigende Werbeerlöse. Das operative Ergebnis legte um 30% auf rund 3,0 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn stieg auf 2,4 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1,9 Milliarden).

Ein weiterer Fokuspunkt ist Werbung: Für 2026 wird erwartet, dass sich die Werbeumsätze auf etwa 3 Milliarden Dollar verdoppeln, nachdem sie im Vorjahr um mehr als 150% zugelegt hatten.

Für 2026 stellt Netflix 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, das entspricht 12% bis 14% Wachstum. Beim operativen Margenziel nennt der Konzern 31,5% nach 29,5% in 2025; enthalten sind rund 275 Millionen Dollar übernahmebezogene Kosten. Zudem rechnet Netflix 2026 mit einem Anstieg der Content-Amortisation um etwa 10%, mit stärkerem Wachstum im ersten Halbjahr – abhängig vom Timing der Veröffentlichungen.

Beim freien Cashflow peilt Netflix für 2026 rund 11 Milliarden Dollar an. Das basiert unter anderem auf einem Verhältnis von Cash-Content-Ausgaben zur Content-Amortisation von etwa 1,1x.

Und wie geht es kurzfristig weiter? Am Mittwoch tritt CFO Spence Neumann bei einer Q&A-Session auf der Morgan Stanley Technology, Media & Telecom Conference auf – dort dürften vor allem Rückkäufe, Preisgestaltung und die Strategie nach dem geplatzten WBD-Deal im Mittelpunkt stehen.

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