Morgen endet für OMV die Funkstille – und genau dann wird es spannend. Am Mittwoch legt der Konzern die Zahlen für Q4 sowie das Gesamtjahr 2025 vor und stellt sich in Presse- und Analystenkonferenzen den entscheidenden Themen. Im Mittelpunkt steht weniger die Frage, ob Zahlen überraschen – sondern wie OMV Dividende und Transformation gleichzeitig finanzieren will.

Der Kurs hat zuletzt leicht zugelegt, doch das Management muss liefern: Bei 50,55 € notiert die Aktie zwar über den wichtigen Durchschnittslinien (u.a. rund 7,5% über dem 200-Tage-Schnitt), liegt aber noch gut 8% unter dem 52-Wochen-Hoch. Das passt zur Gemengelage: solide Erwartung, aber keine Euphorie.

Dividende trifft Investitionsdruck

Ein zentrales Thema der Ergebnispräsentation dürfte die Ausschüttungspolitik werden. OMV gilt laut Marktdaten als Dividendenrendite-Spitzenreiter im ATX. Gleichzeitig laufen hohe Investitionen in die Strategie 2030, die den Konzern stärker in Richtung nachhaltige Energie und Chemie ausrichten soll.

Die entscheidende Leitplanke steht bereits fest: Ab dem Geschäftsjahr 2026 gilt eine neue Dividendenpolitik. Künftig soll sich die Dividende zusammensetzen aus:
- 50% der erhaltenen Dividenden aus der Beteiligung an der Borouge Group International (BGI)
- plus 20–30% des operativen Cashflows (ohne BGI-Dividenden)

Wichtig für den Kalender: Über die Dividende für 2025 entscheidet die Hauptversammlung am 27. Mai 2026.

Strategie 2030: Wasserstoff als Signalprojekt

Zuletzt unterstrich OMV den Transformationskurs mit einem konkreten Projekt: Im Januar 2026 sicherte sich der Konzern Fördermittel von bis zu 123 Mio. Euro für ein Wasserstoffvorhaben in Österreich. Geplant ist eine 140-Megawatt-Elektrolyseanlage, die gemeinsam mit Masdar entwickelt werden soll – und laut Plan Österreichs größte Anlage dieser Art wäre.

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Solche Projekte sind für Anleger doppelt relevant: Sie zeigen Richtung und Ambition, erhöhen aber kurzfristig auch den Kapitalbedarf. Genau hier liegt der Spannungsbogen der morgigen Präsentation.

Weniger Zahlenshow, mehr Ausblick

Ein Teil der operativen Erwartungen ist bereits vorgeprägt. OMV hatte am 15. Januar ein Trading Update mit vorläufigen Daten zu Produktionsvolumina und Raffineriemargen veröffentlicht. Große Überraschungen bei den Kernzahlen erscheinen damit weniger wahrscheinlich.

Umso stärker rücken morgen die Management-Aussagen in den Vordergrund – vor allem zu:
- Investitionsplänen 2026
- Kostenstrukturen
- Margenerwartungen

Dazu kommt das Umfeld: Volatile Rohstoffpreise machen den europäischen Energiesektor anfällig. OMV bewegt sich dabei zwischen klassischem Öl- und Gasgeschäft und Zukunftsfeldern wie Wasserstoff, nachhaltigen Kraftstoffen und Geothermie. Auch das Schwarzmeer-Projekt Neptun Deep (erstes Gas für 2027 erwartet) dürfte in der Analystenkonferenz eine Rolle spielen.

Kerntermine und Fakten
- Zahlenvorlage: Mittwoch, 4. Februar 2026 (Q4 2025 & Gesamtjahr 2025)
- Quiet Period: endet mit der morgigen Ergebnispräsentation
- Hauptversammlung: 27. Mai 2026 (Beschluss Dividende für 2025)
- Wasserstoff-Förderung: bis zu 123 Mio. Euro (Januar 2026)
- Elektrolyse-Projekt: 140 MW, gemeinsam mit Masdar

Am Mittwoch wird sich daher vor allem an zwei Punkten messen lassen, ob OMV überzeugt: an der Einordnung der Cashflows und Margen – und an der Klarheit, wie Investitionen 2026 mit der (ab 2026 neu geregelten) Dividendenlogik zusammenpassen.

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