OMV Aktie: Machtkampf um den Chefsessel
Ende August 2026 verlässt Alfred Stern OMV — und zehn Monate nach seiner Ankündigung haben sich die beiden größten Aktionäre noch immer nicht auf einen Nachfolger geeinigt. Ausgerechnet jetzt, wo der Konzern seinen größten Umbau der Geschichte vollzieht.
Der Konflikt läuft zwischen ÖBAG-Chefin Edith Hlawati und dem zweitgrößten Eigentümer ADNOC aus Abu Dhabi. Hlawati favorisierte bis vor Weihnachten Stefan Doboczky, seit Juli 2024 Chef der OMV-Chemiebeteiligung Borealis. ADNOC zeigte sich von dieser Lösung jedoch nicht überzeugt. Seitdem liegt der Fokus auf internationalen Kandidaten — eine Entscheidung steht aus.
BGI-Gründung kurz vor dem Abschluss
Das Timing ist heikel. OMV und ADNOC wollen die Borouge Group International AG (BGI) noch bis Ende März gründen — ein Joint Venture mit einer Bewertung von über 60 Milliarden US-Dollar, das zum viertgrößten Polyolefin-Produzenten der Welt aufsteigt. Beide Partner halten jeweils knapp 47 Prozent. Parallel läuft die erste Anlage des neuen Produktionskomplexes Borouge 4 an, der über die nächsten drei Jahre einen kumulierten Nettogewinn von rund 400 Millionen US-Dollar beisteuern soll.
Ein Konzernumbau dieser Dimension braucht Führungsstabilität. Die fehlt gerade.
Neue Dividendenstruktur, solide Bilanz
Mit dem BGI-Zusammenschluss ändert OMV auch seine Ausschüttungslogik. Künftig speist sich die Dividende aus 50 Prozent der zurechenbaren BGI-Ausschüttungen sowie 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows — die erste Zahlung nach diesem Modell erfolgt 2027. Das koppelt OMV strukturell stärker an den Chemiesparten-Cashflow und macht das Unternehmen unabhängiger von kurzfristigen Ölpreisschwankungen.
Für 2025 schlägt der Vorstand eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor, bestehend aus 3,15 Euro regulärer Ausschüttung und einer Sonderdividende von 1,25 Euro. Es wäre die vierte Erhöhung in Folge. Die Hauptversammlung am 27. Mai muss noch zustimmen, die Auszahlung ist für den 11. Juni vorgesehen.
Das operative Fundament hält stand: 2025 erzielte OMV ein bereinigtes CCS-Betriebsergebnis von 4,6 Milliarden Euro bei einem operativen Cashflow von 5,2 Milliarden Euro. Die Verschuldungsquote liegt bei lediglich 14 Prozent. Allerdings warnt RBC vor strukturellem Gegenwind — Chemikalienmargen dürften wegen globaler Überkapazitäten bis 2026 unter Druck bleiben, auch Raffineriemargen normalisieren sich.
Nächster Prüfstein: 9. April
Am 9. April folgt das Trading Update für das erste Quartal. Der Bericht wird zeigen, ob der BGI-Abschluss fristgerecht vollzogen wurde und ob das Management die angestrebten jährlichen Synergien von 500 Millionen US-Dollar weiterhin für realistisch hält. Bis dahin bleibt die ungeklärte Nachfolgefrage das dominierende Thema — und ein Unsicherheitsfaktor, der über dem gesamten Transformationsprozess schwebt.
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