Am 16. April 2026 steht für Aktionäre von Petrobras eine wegweisende Hauptversammlung an. Eigentlich sollte die geplante Milliarden-Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr im Mittelpunkt stehen. Eine überraschende Exportsteuer der brasilianischen Regierung wirft nun jedoch einen Schatten auf die Ausschüttungen und zwingt den Ölkonzern bereits zu ersten operativen Einschnitten.

Neue Steuer bremst Fantasie

Die regulatorischen Rahmenbedingungen haben sich Mitte März grundlegend verschoben. Um die inländischen Dieselpreise zu subventionieren, hat die Regierung eine vorübergehende Exportsteuer von zwölf Prozent auf Rohöl erlassen. Diese Maßnahme zeigt bereits Wirkung an der Wall Street. Die Investmentbank Jefferies stufte die Papiere von „Buy“ auf „Hold“ ab und senkte das Kursziel von 20,30 auf 19,00 US-Dollar. Analyst Alejandro Anibal Demichelis begründete den Schritt damit, dass dem Konzern durch die Abgabe die Hebelwirkung eines steigenden Ölpreises fehle. Das schränke den Spielraum für künftige Dividendenanhebungen deutlich ein.

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Die operativen Folgen der neuen Steuerpolitik sind bereits messbar. Petrobras musste den Export von Marinegasöl stoppen, was den Wegfall einer profitablen Einnahmequelle bedeutet. Um die lokale Preisdifferenz auszugleichen, kündigte das Unternehmen gleichzeitig eine Erhöhung der Dieselpreise für Distributoren um 0,38 Reais pro Liter an. Diese Einschnitte treffen den Konzern nach einem starken vierten Quartal 2025. Dank Rekordexporten von 1,2 Millionen Barrel pro Tag erwirtschaftete Petrobras zuletzt einen Nettogewinn von 15,6 Milliarden Reais.

Ringen um Ausschüttungen und Kontrolle

Auf der Hauptversammlung Mitte April müssen die Aktionäre nun über die Gewinnverwendung abstimmen. Zur Debatte steht eine Schlussdividende von 8,1 Milliarden Reais für das vierte Quartal. Wird diese genehmigt, beläuft sich die reguläre Gesamtausschüttung für 2025 auf 41,2 Milliarden Reais. Gleichzeitig ringen der brasilianische Staat als Mehrheitsaktionär und Minderheitsinvestoren um die Besetzung des Verwaltungsrats, wobei beide Seiten eigene Kandidatenlisten eingereicht haben. An der Börse spiegelt sich die aktuelle Unsicherheit wider. Die Aktie notiert derzeit bei 7,12 Euro und hat auf Sicht von sieben Tagen rund 2,5 Prozent nachgegeben.

Das Management hat die Erwartungen an weitere Geldregen bereits gedämpft. Finanzchef Fernando Melgarejo stellte klar, dass es aktuell keinen Spielraum für außerordentliche Dividenden gebe. Gleichzeitig betonte CEO Magda Chambriard, dass plötzliche Preisschwankungen am Weltmarkt nicht an die brasilianischen Verbraucher weitergegeben werden. Die Aktionäre müssen sich bei der Abstimmung am 16. April somit auf eine Phase einstellen, in der staatliche Preisstabilität Vorrang vor maximalen Renditen hat.

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