Die OMV-Aktie erreichte in dieser Woche ein Dreijahreshoch bei 55,90 Euro – und das in einem Umfeld, in dem viele Energiekonzerne mit sinkenden Rohstoffpreisen kämpfen. Der österreichische Konzern hat offenbar etwas richtig gemacht: Die strategische Neuausrichtung weg vom reinen Energiegeschäft hin zu Chemie und nachhaltigen Technologien findet Zuspruch bei den Anlegern.

Seit Jahresbeginn legte die Aktie um rund 13 Prozent zu und zählt damit zu den stärksten Werten im ATX. Mit einem aktuellen Kurs nahe 55 Euro handelt das Papier nur knapp unter dem im Februar markierten Höchststand.

Solide Zahlen trotz Gegenwind

Das bereinigte Nettoergebnis 2025 lag mit 1,94 Milliarden Euro rund drei Prozent über den Analystenschätzungen. Gleichzeitig ging das operative Ergebnis auf etwa 4,6 Milliarden Euro zurück – ein Minus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche im Energiesegment: Hier brach das Ergebnis um 29 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro ein. Niedrigere Ölpreise und rückläufige Absatzmengen setzten dem klassischen Geschäft zu. Genau diese Entwicklung unterstreicht, warum CEO Alfred Stern den Umbau Richtung Chemie konsequent vorantreibt.

Der operative Cashflow erreichte dennoch 5,2 Milliarden Euro – eine solide Basis, auf der OMV seine Dividendenpolitik stützt.

Großzügige Ausschüttung und neues Modell

Trotz des Gewinnrückgangs schlägt der Vorstand eine Dividende von 4,40 Euro je Aktie vor. Insgesamt sollen 1,6 Milliarden Euro an die Aktionäre fließen. Die Hauptversammlung am 27. Mai wird darüber entscheiden, die Auszahlung ist für den 11. Juni geplant.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Omv?

Ab 2026 ändert sich der Ausschüttungsmechanismus grundlegend: OMV will künftig 50 Prozent der Dividenden aus der Beteiligung an Borouge Group International plus 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows – ohne BGI-Beiträge – ausschütten. Damit koppelt der Konzern die Dividende stärker an das Chemiegeschäft.

Transformation mit Tempo

Bis 2030 plant OMV jährliche Investitionen von durchschnittlich 2,8 Milliarden Euro. Als Zielmarke nennt das Management ein bereinigtes operatives Ergebnis von über 6,5 Milliarden Euro – deutlich mehr als die aktuellen 4,6 Milliarden.

Im Zentrum der Strategie steht die BGI-Transaktion, deren Finalisierung für das erste Quartal 2026 erwartet wird. Durch die Konsolidierung entsteht der viertgrößte Polyolefin-Produzent weltweit. Parallel dazu treibt OMV zwei Großprojekte voran: Das Gasprojekt Neptun Deep soll 2027 die Förderung aufnehmen, während eine grüne Wasserstoff-Anlage mit 140 Megawatt Kapazität – gefördert mit 123 Millionen Euro – zusammen mit Masdar realisiert wird.

Für 2026 kalkuliert der Konzern mit organischen Investitionen von 3,2 Milliarden Euro und einer Produktion knapp unter 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Die Annahme: ein Brent-Preis um 65 US-Dollar je Barrel.

Sektorrotation stützt Energietitel

Am Markt vollzieht sich eine Verschiebung: Während Technologiewerte zuletzt schwächelten, fließt verstärkt Kapital in Industrie- und Energieaktien. Goldman Sachs hob kürzlich die Ölpreisprognose für das vierte Quartal 2026 an und verwies auf mögliche Ausfälle bei sanktionierten Beständen sowie geringere Lageraufbauten als erwartet.

Diese Rahmenbedingungen kommen OMV zugute – auch wenn der Konzern mittelfristig weniger vom Ölpreis abhängig sein will.

Am 9. April folgt das Trading Update zum ersten Quartal. Dann zeigt sich, wie stabil der operative Cashflow ins neue Jahr gestartet ist und ob die Transformationsprojekte planmäßig vorankommen.

Omv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Omv-Analyse vom 28. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Omv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Omv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Omv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...