Der österreichische Energiekonzern OMV und sein Partner ADNOC stehen unmittelbar vor dem Abschluss ihrer historischen Chemie-Fusion. Während der rechtliche Zusammenschluss zur Borouge Group International (BGI) planmäßig über die Bühne geht, müssen Anleger auf den Börsengang des neuen Giganten länger warten. Diese zeitliche Verzögerung zieht einen weitreichenden Umbau der zukünftigen Ausschüttungspolitik nach sich.

Verschobenes Listing drückt Vorauszahlungen

Bis Ende März soll die Zusammenlegung der Töchter Borealis, Borouge und Nova abgeschlossen sein. Damit entsteht der weltweit viertgrößte Polyolefin-Produzent. Die Notierung in Abu Dhabi sowie eine geplante Kapitalerhöhung verschieben die Partner jedoch aufgrund der Marktbedingungen auf das Jahr 2027.

Da die neue Holding zunächst ihre eigene Bilanz stärken muss, fallen die Ausschüttungen an die Mutterkonzerne vorerst geringer aus. Für das Jahr 2026 rechnet OMV nun mit einem BGI-Beitrag von 250 Millionen US-Dollar statt der ursprünglich anvisierten 500 Millionen US-Dollar. Dies reduziert die erwartete OMV-Dividende für diesen Zeitraum um schätzungsweise 0,60 bis 0,70 Euro je Anteilsschein.

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Abkopplung vom Ölpreis

Ab 2027 greift eine grundlegend neue Dividendenpolitik. Künftig speist sich die Ausschüttung zur Hälfte aus den OMV zuzurechnenden BGI-Dividenden und zu 20 bis 30 Prozent aus dem operativen Cashflow. Dieses Modell koppelt die Zahlungen strukturell an die Erträge der Chemiesparte und macht den Gesamtkonzern deutlich unabhängiger von den Schwankungen am Ölmarkt.

Für das Jahr 2025 schlägt der Vorstand derweil eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor, bestehend aus einer regulären Ausschüttung und einer Zusatzdividende. Die Hauptversammlung stimmt Ende Mai über diesen Vorschlag ab.

Solides Fundament stützt den Kurs

Die Anleger nahmen die strategischen Anpassungen zuletzt gelassen auf, gestützt durch ein starkes operatives Fundament mit einer niedrigen Verschuldungsquote von lediglich 14 Prozent. Nach einer kräftigen Aufwärtsbewegung seit Jahresbeginn, die der Aktie ein Plus von 18,75 Prozent einbrachte, ging das Papier am Freitag bei 57,45 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel nur knapp unter seinem erst am Mittwoch erreichten 52-Wochen-Hoch von 60,80 Euro.

Der nächste konkrete Katalysator für die Aktie folgt am 9. April mit dem Trading Update für das erste Quartal. Dieser Bericht wird bestätigen, ob der rechtliche BGI-Abschluss fristgerecht vollzogen wurde und ob das Management die anvisierten jährlichen Synergien von 500 Millionen US-Dollar weiterhin als realistisch einstuft.

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