Aufatmen in Bremen: Der erfolgreiche Erstflug der Schwerlastrakete Ariane 64 ist für den Raumfahrtkonzern OHB weit mehr als ein technischer Achtungserfolg. Die gestrige Mission validiert nicht nur die Zuverlässigkeit des Trägersystems, sondern sichert auch die Abarbeitung des milliardenschweren Amazon-Auftrags. Für die OHB-Tochter MT Aerospace bedeutet der fehlerfreie Start Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

  • Datum: 12. Februar 2026 (Gestern)
  • Ereignis: Erstflug der Ariane 6 in der starken "64er"-Konfiguration
  • Nutzlast: 32 Satelliten für Amazons Internet-Konstellation
  • OHB-Rolle: MT Aerospace liefert Tanks und Strukturen (10 % Arbeitsanteil)

Premiere nach Maß

Die europäische Raumfahrt hat ihre Leistungsfähigkeit gestern eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Pünktlich hob die Ariane 6 vom Weltraumbahnhof in Kourou ab – erstmals ausgestattet mit vier Feststoffboostern. Diese Konfiguration verdoppelt die Nutzlastkapazität im Vergleich zur Standardvariante auf 21,6 Tonnen für den niedrigen Erdorbit.

Nach exakt 114 Minuten waren alle 32 Satelliten der Amazon-Leo-Konstellation (ehemals Project Kuiper) erfolgreich ausgesetzt. Für OHB ist die technische Reife des Systems entscheidend: Die Konzerntochter MT Aerospace AG fertigt zentrale Komponenten wie Tanks und Gehäusestrukturen und ist damit für rund zehn Prozent der Wertschöpfung am Raketenprogramm verantwortlich.

Volle Auftragsbücher dank Amazon

Der erfolgreiche Start markiert den Beginn der kommerziellen Nutzungsphase. Bislang hatte die Ariane 6 lediglich staatliche Missionen durchgeführt. Mit dem gestrigen Flug beginnt die Abarbeitung des größten kommerziellen Vertrags in der Geschichte des Betreibers Arianespace: Amazon hat insgesamt 18 Starts fest gebucht.

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Dies garantiert eine hohe Auslastung der Produktionslinien in Augsburg. Da MT Aerospace seit Oktober 2025 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von OHB ist, fließen die Erträge aus diesem Hochlauf nun vollständig in die Konzernbilanz ein. Ulrich Scheib, CEO von MT Aerospace, sieht durch den Start die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Trägers bestätigt und kündigte einen weiteren Ausbau der Kapazitäten an.

Politische und strategische Rückendeckung

Der operative Erfolg trifft auf ein günstiges politisches Umfeld. Bereits im November 2025 bewilligte der ESA-Ministerrat ein Rekordbudget von 22,1 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre, wobei Deutschland als größter Beitragszahler fungiert. OHB versucht, dieses Momentum über das Trägergeschäft hinaus zu nutzen.

Neben der Gründung der "European Moonport Company" für lunare Infrastruktur laufen derzeit Gespräche mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall. Ziel ist eine mögliche Kooperation bei militärischen Satellitenprojekten.

Der fehlerfreie Auftakt der Amazon-Missionen beseitigt das größte technische Risiko für das laufende Geschäftsjahr und ebnet den Weg für die verbleibenden 17 vertraglich fixierten Starts.

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