Nvidia Aktie: Marktgeschehen analysiert
Nvidia gerät in Washington erneut ins Visier der Politik. Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses untersucht, ob der Chipkonzern mit technischer Unterstützung für das chinesische KI-Start-up DeepSeek indirekt militärische Anwendungen in China erleichtert haben könnte. Parallel dazu läuft die Debatte über Exportbeschränkungen für KI-Chips weiter – während die Branchensignale von Zulieferer ASML deutlich positiver ausfallen.
Vorwürfe aus dem US-Kongress
John Moolenaar, republikanischer Abgeordneter aus Michigan und Vorsitzender des China-Sonderausschusses im Repräsentantenhaus, hat nach Reuters-Informationen am 28. Januar einen Brief an US-Handelsminister Howard Lutnick geschickt. Grundlage sind demnach interne Unterlagen von Nvidia.
Dem Schreiben zufolge zeigen Nvidias interne Aufzeichnungen, dass technische Entwicklungsmitarbeiter DeepSeek beim Training seiner KI-Modelle unterstützt haben. Konkret ist von einer „optimierten Co-Entwicklung von Algorithmen, Frameworks und Hardware“ die Rede.
Laut den zitierten Dokumenten benötigte das Modell DeepSeek-V3 für das vollständige Training 2,788 Millionen H800-GPU-Stunden. Das liegt dem Brief zufolge unter dem, was US-Entwickler üblicherweise für KI-Modelle an der technologischen Spitze einsetzen.
Moolenaar räumt ein, dass es zum Zeitpunkt der Unterstützung im Jahr 2024 keinen öffentlichen Hinweis darauf gab, dass DeepSeeks Technologie im chinesischen Militärbereich eingesetzt werden könnte. Nvidia habe DeepSeek daher als legitimen kommerziellen Partner behandelt und „standardmäßigen technischen Support“ geleistet.
Nvidias Stellungnahme
Nvidia weist in einer Reaktion den Vorwurf zurück, China militärisch abhängig von US-Chips zu machen. Das Unternehmen erklärt, China verfüge über „mehr als genug heimische Chips für alle militärischen Anwendungen, mit Millionen als Reserve“. Es sei ebenso wenig plausibel, dass das US-Militär chinesische Technik nutze, wie dass das chinesische Militär auf US-Technologie angewiesen sei.
Im Zentrum der Untersuchung steht der H800-Chip. Dieses Modell wurde speziell für den chinesischen Markt entwickelt und dort verkauft, bevor die USA 2023 Exportkontrollen für bestimmte Hochleistungs-Chips einführten.
Exportregeln und politische Debatte
Die verschärfte Aufmerksamkeit des Kongresses fällt in eine Phase angespannter Diskussionen über KI-Chip-Exporte nach China. Anfang Januar hat die Trump-Regierung den Verkauf von Nvidias leistungsstärkeren H200-Chips nach China grundsätzlich genehmigt – allerdings mit Auflagen. Unter anderem sind Lieferungen an Unternehmen untersagt, die das chinesische Militär unterstützen.
Diese Entscheidung stößt in Washington parteiübergreifend auf Kritik von China-Hardlinern. Matt Pottinger, früherer hochrangiger Asienberater im Weißen Haus während Trumps erster Amtszeit, erklärte in einer Anhörung am 15. Januar, die Regierung befinde sich in der KI-Politik „auf dem falschen Weg“.
Damit wächst der politische Druck auf die gesamte Branche, klare Grenzen bei militärnahen Anwendungen in China einzuziehen. Nvidia steht dabei im Zentrum, weil seine Grafikprozessoren als Schlüsselkomponenten für das Training großer KI-Modelle gelten.
Positive Signale von ASML
Auf der Branchenseite kommen zugleich deutlich freundlichere Signale. ASML, der niederländische Hersteller von Chipfertigungsanlagen und wichtiger Zulieferer für Produzenten von Nvidia-Chips, meldete diese Woche Rekordaufträge.
Im vierten Quartal 2025 lagen die Netto-Buchungen bei 13,2 Milliarden Euro und damit deutlich über den von CNBC zitierten Analystenerwartungen von 6,32 Milliarden Euro. Für 2026 prognostiziert ASML einen Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro, der mittlere Wert liegt damit über den Marktschätzungen.
Finanzchef Roger Dassen begründet die starke Nachfrage mit einer „robusteren Sicht“ der Kunden auf die Nachhaltigkeit des KI-Booms. Diese Einschätzung habe einige Abnehmer veranlasst, ihre Kapazitäten auszubauen und die mittelfristige Produktion gezielt hochzufahren.
Für Nvidia bedeutet das: Trotz politischer Risiken bleibt das strukturelle Nachfragebild für Hochleistungs-Chips im KI-Bereich intakt, zumindest aus Sicht der Ausrüster.
Nächster Impuls: Quartalszahlen
Den nächsten konkreten Einblick in die Geschäftsentwicklung liefert Nvidia Ende Februar. Laut Investor-Relations-Kalender ist die Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 für den 25. Februar terminiert.
Dann dürfte der Konzern nicht nur neue Daten zur Nachfrage nach KI-Chips vorlegen, sondern auch Aussagen zum Einfluss der jüngsten und möglichen künftigen Exportauflagen treffen. Für den Markt werden dabei insbesondere das Wachstum im Rechenzentrumssegment und Hinweise auf Anpassungen der China-Strategie entscheidend sein.
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