Alibaba setzt im KI-Rennen gleich an zwei entscheidenden Stellen an: mit einem eigenen Hochleistungs-Chip und gesicherter Versorgung durch Nvidia-Hardware. Damit adressiert der Konzern sowohl kurzfristige Kapazitätsfragen als auch die strategische Abhängigkeit von ausländischer Technologie. Für Anleger stellt sich vor allem eine Frage: Wie stark stützt diese Doppelstrategie die langfristige Position von Alibaba im globalen KI-Wettbewerb?

Eigenentwickelter Chip als Sicherheitsnetz

Am 29. Januar hat Alibabas Halbleiter-Tochter T-Head den neuen KI-Prozessor „Zhenwu 810E“ vorgestellt. Der Chip wurde laut Unternehmensangaben vollständig im eigenen Haus entwickelt und ist mit 96 GB HBM2e-Speicher ausgestattet – ausgelegt für rechenintensive KI-Anwendungen.

Der Zhenwu 810E läuft bereits produktiv in Alibaba Cloud. Dort wird er in großen Clustern mit Zehntausenden Chips eingesetzt. Technisch geht es dabei vor allem um das Training großer Sprachmodelle (LLMs) und andere High-End-KI-Aufgaben.

Nach Unternehmensangaben werden mit der neuen Infrastruktur inzwischen mehr als 400 Kunden versorgt. Darunter sind prominente Namen wie der Elektroauto-Hersteller XPeng und der staatliche Stromnetzbetreiber State Grid. Der heimische Chip verschafft Alibaba damit eine Art Versicherung gegen mögliche Exportbeschränkungen und zeigt, dass der Konzern in der Lage ist, konkurrenzfähige Recheninfrastruktur im eigenen Ökosystem bereitzustellen.

Zugriff auf Nvidia H200 gesichert

Parallel dazu kam Bewegung in die internationale Lieferkette. Am 28. Januar wurde bekannt, dass chinesische Aufsichtsbehörden den Import von Nvidias fortgeschrittenen H200-KI-Chips für eine ausgewählte Gruppe von Technologiekonzernen genehmigt haben – darunter Alibaba, ByteDance und Tencent.

Die Genehmigung umfasst ein Volumen von mehr als 400.000 GPUs. Für Investoren ist das zentral: Alibaba behält damit Zugang zu einem de-facto-Standard der Branche, der für Spitzentechnologie im KI-Bereich unverzichtbar ist.

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Im Zusammenspiel mit dem eigenen Zhenwu-810E-Chip ergibt sich eine Doppelstrategie:
- Kurzfristig sichert die H200-Zulieferung die notwendige Rechenkapazität.
- Mittel- bis langfristig stärkt die Eigenentwicklung die technologische Souveränität.

Beides zusammen reduziert das Risiko von Engpässen und politischen Störungen in der Lieferkette, ohne auf etablierte Spitzenhardware zu verzichten.

Umbau im Konzern und Bewertungsfantasie

Neben der Chip-Offensive treibt Alibaba auch den strukturellen Umbau voran. Berichte vom 29. Januar sprechen von Plänen, die autonome Fahr-Einheit des Konzerns mit Zelos Technology zu fusionieren. Die entstehende Gesellschaft soll rund 2 Milliarden US-Dollar wert sein. Damit würde Alibaba den Bereich Autonomes Fahren in eine klarer abgegrenzte Einheit überführen.

Gleichzeitig kursieren Spekulationen über einen möglichen Börsengang der Chip-Tochter T-Head. Analysten von JPMorgan taxieren deren Wert aktuell auf 25 bis 62 Milliarden US-Dollar. Eine konkrete Transaktionsentscheidung ist zwar nicht gefallen, doch allein diese Spanne zeigt, welches Potenzial der Markt der Halbleitersparte beimisst.

Im weiteren Ökosystem rund um Cloud und KI sorgt zudem Moonshot AI für Aufmerksamkeit. Das von Alibaba unterstützte Unternehmen hat mit seinem neuen K2.5-Modell in globalen Rankings aufgeholt und konkurriert dort mit geschlossenen US-Modellen. Das stärkt indirekt auch die Wahrnehmung von Alibabas Technologieplattform.

Kurslage und Ausblick

An der Börse blieb die Alibaba-Aktie zuletzt hochvolatil. Trotz eines Rückgangs von rund 3,7 % auf Wochensicht liegt der Titel auf 12-Monats-Sicht mehr als 58 % im Plus und handelt deutlich über dem 52-Wochen-Tief, wenn auch mit Abstand zum Höchststand. Der RSI von knapp unter 30 signalisiert kurzfristig ein eher überverkauftes Niveau.

In den kommenden Monaten wird entscheidend sein, wie schnell Alibaba den Zhenwu 810E in größerem Umfang ausrollt, wie stabil der Zugang zu Nvidia-Hardware bleibt und ob der Konzern den Umbau – inklusive möglicher T-Head-Transaktion und der geplanten Fusion im Bereich Autonomes Fahren – operativ sauber umsetzt. Zusammengenommen markieren diese Schritte eine klare Weichenstellung hin zu einer vertikal integrierten KI- und Cloud-Plattform mit eigener Halbleiterbasis.

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