Rocket Lab steht mit seinem neuen Träger Neutron an einem entscheidenden Punkt: Einerseits meldet das Unternehmen sichtbare Fortschritte beim Aufbau der Rakete, andererseits sorgt ein Testfehler am Treibstofftank für Fragezeichen im Programm. Investoren versuchen nun einzuordnen, ob es sich nur um typische Kinderkrankheiten in der Entwicklung oder um ein ernstes Risiko für den Zeitplan handelt. Genau hier treffen Technikrealität und Börsenerwartung aufeinander.

Neutron-Programm zwischen Fortschritt und Rückschlag

Das Stimmungsbild dreht sich derzeit klar um Neutron, die mittelgroße Trägerrakete, mit der Rocket Lab im Markt für Satellitenkonstellationen mitspielen will.

Auf der Habenseite steht die erfolgreiche Lieferung der sogenannten „Hungry Hippo“-Nutzlastverkleidung an den Startplatz in Virginia. Diese Verkleidung ist die erste wiederverwendbare ihrer Klasse, sie bleibt mit der ersten Stufe verbunden und soll schnelle Wiedereinsätze ermöglichen. Ihre Ankunft am Startgelände signalisiert, dass sowohl Bodenausrüstung als auch Flughardware in die Integrationsphase gehen.

Dem gegenüber steht eine strukturelle Fehlfunktion eines Tanks der ersten Stufe. Bei einem hydrostatischen Drucktest im Januar kam es zu einem Riss des Testtanks. Solche „Tests bis zum Versagen“ gelten in der Raumfahrt zwar als gängige Praxis in der Qualifikationsphase neuer Träger, dennoch führte die Meldung zunächst zu deutlicher Nervosität – die Aktie hatte sich von zuvor erreichten Rekordständen um rund 20 % nach unten entfernt, bevor sie sich wieder beruhigte.

Aktuell notiert der Titel mit knapp 8 % Abstand unter seinem 52‑Wochen-Hoch, bleibt aber auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Kursplus von deutlich über 200 % einer der Highflyer im Sektor. Das unterstreicht, wie stark Neutron bereits in den Kursfantasien eingepreist ist.

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Analysten sehen Testfehler als Routine

Nach dem ersten Schreck hat sich die Einschätzung am Markt spürbar normalisiert. Analysten werten den geplatzten Tanktest nicht als Hinweis auf ein grundlegendes Konstruktionsproblem, sondern als typischen Entwicklungsschritt, aus dem nun Verbesserungen abgeleitet werden.

Bank of America bleibt entsprechend konstruktiv und hat ihr Kaufvotum bekräftigt. Das Kursziel wurde sogar auf 120 US‑Dollar angehoben. TD Cowen zeigt sich etwas vorsichtiger, sieht mit einem neuen Ziel von 100 US‑Dollar aber ebenfalls weiteres Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

Ein wichtiger Grund für diese Gelassenheit liegt in der finanziellen Ausgangslage. Im dritten Quartal 2025 erzielte Rocket Lab Rekordumsätze von 155 Millionen US‑Dollar, ein Plus von 48 % gegenüber dem Vorjahr. Zudem verfügt das Unternehmen per Ende September 2025 über liquide Mittel von 1,02 Milliarden US‑Dollar. Diese Kapitalbasis verschafft Luft, um Entwicklungsrisiken und Mehrkosten im Neutron-Programm zu tragen, ohne sofort unter starken Druck zu geraten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neutron soll Rocket Lab in den Markt für Konstellationsstarts bringen
  • Lieferungen von Schlüsselhardware (u. a. wiederverwendbare „Hungry Hippo“-Verkleidung) schreiten voran
  • Tankversagen beim Drucktest belastete die Stimmung, wird von Analysten aber als normaler Entwicklungsschritt eingeordnet
  • Bank of America mit Kursziel 120 US‑Dollar, TD Cowen mit 100 US‑Dollar
  • Q3 2025: 155 Mio. US‑Dollar Umsatz (+48 %), liquide Mittel von 1,02 Mrd. US‑Dollar
  • Aktie deutlich über langfristigen Durchschnitten, mit starkem Anstieg über zwölf Monate

Die technische Ausgangslage spiegelt den Optimismus: Der Kurs liegt rund 22 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt und mehr als 70 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt, was die anhaltend positive Trenddynamik verdeutlicht – bei zugleich hoher Schwankungsbreite.

Blick nach vorn: Termine und Erwartungen

Der nächste klare Fixpunkt ist der Quartals- und Jahresbericht für das vierte Quartal 2025, der für den 26. Februar 2026 angekündigt ist. Dann soll das Management eine aktualisierte Roadmap für den Jungfernflug von Neutron vorlegen und konkretisieren, ob der Tanktest das Ziel eines Erststarts im ersten Halbjahr 2026 beeinflusst.

Parallel bleibt der Raumfahrtsektor auch von der staatlichen Nachfrage geprägt. Rocket Lab verfügt über einen Auftragsbestand von mehr als 1,3 Milliarden US‑Dollar aus Verträgen mit der Space Development Agency, insbesondere im Verteidigungsbereich. Diese Regierungsaufträge wirken als Stabilisator neben dem kommerziellen Startgeschäft und sind damit ein wesentlicher Baustein, um die kostspielige Neutron-Entwicklung aus operativem Geschäft und vorhandener Liquidität zu finanzieren.

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